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Arsen – ein erfolgreiches Gift gegen Leukämien

Arsen, das wohl berüchtigtste Mordgift der Kriminalgeschichte, kann – in der richtigen Dosierung – Krebszellen im Blut abtöten. Seit einigen Jahren setzen Ärzte es zur Behandlung einer bestimmten Form der Leukämie ein. Es ist dort der herkömmlichen Chemotherapie überlegen, wie Krebsforscher in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ berichten.

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Die Idee zum Einsatz von Arsentrioxid in der Krebstherapie kommt aus China, schreibt Privatdozentin Dr. Eva Lengfelder, Universität Mannheim. Arsenverbindungen würden dort seit mehr als 2000 Jahren zur Behandlung von bösartigen und entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Auch in Europa war Ärzten Ende des 19. Jahrhunderts aufgefallen, dass das Gift gegen Blutkrebs wirkt.

Als Medikament kam es aber erst 2002 auf den Markt. Studien hatten zuvor belegt, dass es bei der Akuten Promyelozytenleukämie (APL) wirksam ist. Die APL ist eine seltene Unterart des Blutkrebses, die unbehandelt tödlich verläuft. Mit den „normalen“ Zytostatika können heute 70 Prozent der Patienten geheilt werden. Arsen kommt erst zum Einsatz bei einem Rückfall (Rezidiv). Hier sei es heute Mittel der Wahl, berichtet Dr. Lengfelder.

Mehr als drei Viertel der Patienten erreichen unter Arsentrioxid noch einmal eine Besserung: Die Krebszellen verschwinden aus dem Blut. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die APL besiegt wurde. Die Patienten werden deshalb weiter mit Arsen oder anderen Zytostatika behandelt. Wenn möglich streben die Ärzte eine Stammzelltransplantation an.

Aber auch mit alleiniger Arsentherapie bleiben einige Patienten über Jahre ohne Rückfall. Ob Arsentrioxid die Patienten heilen könne, ist jedoch noch nicht bekannt. Laufende Studien sollen dies herausfinden. Die Erfahrungen sind aber so gut, dass in Frankreich und USA schon untersucht werd, ob Arsen auch zur Ersttherapie, also gleich nach der Diagnose, eingesetzt werden könne.

Natürlich darf man von einem Gift wie Arsen nicht erwarten, dass es frei von Nebenwirkungen ist. Gefürchtet sind Herzrhythmusstörungen, eine starke Vermehrung von gesunden weißen Blutzellen (Leukozytose) und ein so genanntes APL-Differenzierungssyndrom. Dabei erkranken die Patienten an Fieber, Atemnot und Gliederschmerzen und lagern Wasser im Gewebe ein, ein tödliches Risiko, das in vielen Fällen aber mit Kortison beherrscht werden könne, so die Expertin. Autor: Quelle: E. Lengfelder: Arsentrioxid: „Ein erfolgreiches Gift“ bei Patienten mit akuter Promyelozytenleukämie, Deutsche Medizinische Wochenschrift 2007; 132 (7), Stand: 2.3.2007

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