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Marihuana-Hautcreme gegen Allergien

Bonn/Wien - Das Wissenschaftsteam der Universität Bonn hat im Mäuseversuch herausgefunden, dass körpereigene cannabisähnliche Botenstoffe bei Kontaktallergien entzündungshemmend und antiallergisch wirken. Die Bestandteile, die so genannten Cannabinoide, stehen schon seit einiger Zeit im Fokus der Medizin. Zuletzt haben Wissenschaftler entdeckt, dass körpereigene Botenstoffe, so genannte Endocannabinoide, auch gegen Parkinson wirken.

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Endocannabinoide docken im Körper an die gleichen Erkennungsstellen an wie der in Cannabis enthaltene Wirkstoff THC, haben die Forscher um Meliha Karsak vom Department für molekulare Psychiatrie und ihre Kollegen entdeckt. Die Endocannabinoide, deren Existenz zwar schon länger bekannt ist, deren Aufgaben allerdings bisher weitgehend unerforscht sind, regulieren Abwehrreaktionen der Haut gegenüber Fremdstoffen.

Den Wissenschaftlern war zufällig aufgefallen, dass Mäuse häufig Nickel-Allergien entwickeln, wenn ihnen zwei Proteine, die als Cannabinoid-Andockstellen dienen, fehlten. In nachfolgenden Versuchen konnten sie dann feststellen, dass jene Tiere, bei denen diese Andockstellen mit Medikamenten blockiert wurden, wesentlich heftiger auf die Allergene reagierten, als jene, bei denen diese nicht blockiert waren.

Die Resultate machen deutlich, dass körpereigene Cannabinoide den Tieren helfen, sich gegen Hautallergien zu schützen. Um herauszufinden, ob diese Substanzen auch den gleichen Effekt haben, wenn sie aufgetragen werden, wurde den Tieren nach der Berührung mit dem Allergen eine THC-Lösung auf die Haut gepinselt. Tatsächlich konnten die Forscher feststellen, dass die THC-Lösung die allergische Reaktion deutlich verringerte. So waren die Schwellungen um rund 50 Prozent weniger stark. Wie genau die Cannabinoide die allergischen Reaktionen verhindern, ist allerdings nicht klar.

"Die antiallergische Wirkung von Cannabis ist uns bekannt", meint Kurt Blaas, Mediziner und Obmann der österreichischen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin im pressetext-Interview. Dem Vorschlag der deutschen Forscher, Cannabis-Salben zur Behandlung von Allergien und damit ausgelöstem Juckreiz zu nutzen, steht Blaas sehr positiv gegenüber. Er habe zwar keine Erfahrung mit Cannabis-Salben oder Cremes. "Allerdings greift Cannabis äußerst positiv in das Immunsystem des Menschen ein. Und das ist uns bekannt", erklärt der Experte. In zahlreichen Untersuchungen habe sich bestätigt, dass Cannabis das Immunsystem stärke.

Die Herstellung von Cannabis-Cremes auf Fettbasis sei auch kein Problem, so Blaas. Generell zeige sich heute immer wieder deutlich, dass Pflaster und Cremes, die zu den Urgesteinen der Schulmedizin gehören, sehr gute Ergebnisse erzielen, da die Aufnahme von Wirkstoffen über die Haut offensichtlich eine optimale Art der Anwendung darstellt. Die Cannabis-Creme hätte übrigens keine Rausch-Wirkung auf den Patienten, denn die dabei applizierte Menge des Wirkstoffes sei viel zu gering, erklärt Blaas abschließend im pressetext-Interview. Autor: Wolfgang Weitlaner; Quelle: pressetext.austria; Stand: 08.06.2007

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