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Fastfood: Kinder in China zu dick und träge

Düsseldorf/Köln - Vor kurzem sorgte der neue Milch-Hunger der Chinesen für Schlagzeilen. Die Bild-Zeitung druckte das Foto eines Chinesen mit Milchbart ab und stellte die Frage: "Trinken uns die Chinesen die ganze Milch weg?" Neben der dabei mitschwingenden Hysterie ist nicht zu leugnen, dass sich die Ernährungsgewohnheiten der Asiaten rasant verändern. Mit dem neuen Wohlstand steigt auch der Hunger nach ungesunden oder zu reichhaltigen Lebensmitteln. Besonders gefährdet sind die Kinder im "Reich der Mitte", vor allem in den Metropolen verfetten sie zusehends. "Chinas Kinder spielen kaum und werden zu dick", fasst Susanne Wu ihre Beobachtungen in der Rheinischen Post zusammen. Ab dem dritten Lebensjahr verbringen die Kleinen ihr Leben meist in geschlossenen Räumen. Und wenn die Schule um 17 Uhr beendet ist, schicken übereifrige Eltern sie noch in Zusatzkurse im Malen, in Englisch oder EDV.

Das geht nicht spurlos an den Körpern der Chinesen vorbei. Offiziell gelten 20 Prozent der Kinder als übergewichtig bis fettleibig. Die jährliche Steigerungsrate liegt bei acht bis zehn Prozent. Chinesische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen falsch ernähren. Die Autorin des Beitrags meldet Zweifel an, ob diese unheilvolle Entwicklung noch zu stoppen sei: "Solange McDonalds jährlich 500 neue Filialen in China eröffnet, Computerspiele und Fernsehen die Lieblingsfreizeitaktivitäten der Kinder und Jugendlichen sind und die Stadtplaner konsequent auf die Errichtung von Spielplätzen verzichten, ist eher davon auszugehen, dass die Zahl der dicken Kinder noch steigen wird".

Ernährungsexperten warnen allerdings davor, mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen und die eigenen Probleme zu ignorieren. "Zu Beginn des neuen Schuljahres in NRW sollten wir uns mit einer Gefahr auseinandersetzen, die auch zwischen Rhein und Weser auftritt. Viele Jugendliche ernähren sich gerade in ihrer Schulzeit falsch und einseitig. Das Pausenbrot ist die Ausnahme, fettige und kalorienhaltige Lebensmittel, die man zwischendurch für nicht gerade wenig Geld in der Pommes- oder Döner-Bude ersteht, sind leider oft zum Ersatz einer gesunden Zwischenmahlzeit oder eines ausgewogenen Mittagessens geworden", sagt der Ernährungsexperte Ulrich Overdiek, Geschäftsführer von Vivamangiare Wellfood.

Fastfood sei zwar lecker und beliebt. "Aber: Fastfood ist ein 'gewichtiges' Problem auch an Schulen. Fettleibigkeit und andere Krankheiten, die sich auf eine falsche Ernährung zurückführen lassen, sind keine Seltenheit mehr", führt Overdiek aus. "Schüler verzehren in den Pausen gerne mehrstöckige Burger, XXL-Portionen Pommes Frites sowie stark zuckerhaltige Limonaden - eine sehr gefährliche Kombination." Sein Unternehmen richte sich bei der Auswahl der Zutaten und der Zubereitung der Speisen nach den zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Vielseitig essen, reichlich Getreideprodukte, viel Obst und wenig Fett sind nur einige der Kriterien, die die Ernährung der Schüler gesünder machen sollen. "Gerade für Schüler ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung schwierig zu erreichen. Besonders der Zeitdruck in den Unterrichtspausen bereitet Sorgen. Da lockt das Burger-Restaurant mit einer Fülle von Kalorienbomben und der Getränkeautomat mit Zuckerwasser. Das Gewicht steigt und die Konzentrationsfähigkeit sinkt", so Overdiek. Die Fettleibigkeit von Kindern könne sich später zu einem riesigen gesundheitlichen Problem für die Erwachsenen und zu einer finanziellen Überbelastung des Gesundheitswesens führen, wenn nicht jetzt wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Autor: Gunnar Sohn; Quelle: pressetext.de; Stand: 07.08.2007

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