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Nordic Walking für Parkinson-Patienten gut geeignet

Körperliche Aktivität wirkt sich bei Parkinson-Patienten positiv auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus und senkt so die allgemeinen Risikofaktoren. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) macht darauf aufmerksam, dass Nordic Walking für Parkinson-Patienten eine sehr geeignete Sportart ist: sie ist gut zu erlernen, sicher und wirksam.

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In einer zwölfwöchigen Studie untersuchte Dr. Iris Reuter vom Universitätsklinikum Gießen (Neurologische Klinik) mit ihrem Team 58 Parkinson-Erkrankte. 38 Patienten bildeten die Sportgruppe, 20 Patienten dienten als Kontrollgruppe. Die Patienten der Sportgruppe führten ein Nordic Walking-Training mit zwei Trainingseinheiten pro Woche mit einer Dauer von
60 bis 75 Minuten über drei Monate durch. Jede Trainingseinheit bestand aus einer Aufwärmphase mit gymnastischen Übungen, einem Gehen im Gelände und einer Ausgehphase.

Durch das Nordic Walking-Training konnten Gleichgewicht, Haltungsstabilität und Ganggeschwindigkeit bei Patienten mit Morbus Parkinson verbessert werden. Ebenso nahmen die Aktivitäten des täglichen Lebens zu, und das emotionale Wohlbefinden besserte sich. Nordic Walking ist somit eine Sportart, die von Parkinson-Patienten gut zu erlernen ist. Jedoch benötigen die Probanden eine externe Kontrolle der Technik, da vielen Patienten eine korrekte Selbsteinschätzung über die eigenen technischen Fertigkeiten aufgrund eines gestörten Bewegungsempfindens nicht gelingt. Die Sportart ist sicher. Es ereigneten sich wenige Stürze und es kam zu keinen ernsthaften sturzbedingten Verletzungen. Gelenk- und Muskelschmerzen können insbesondere zu Beginn des Trainings auftreten und weisen darauf hin, dass eine längere Eingewöhnungsphase erfolgen muss. Die Patienten sollten langsam an die Bewegungen herangeführt werden. Ein geschlechtsspezifischer Unterschied mit einem größeren Trainingseffekt ließ sich bei Frauen nachweisen.

Es kam durch das Training zu keinem vermehrten Verbrauch an Dopamin, die Medikation blieb trotz Erhöhung der körperlichen Aktivität unverändert. Das Training bewirkte jedoch nur eine Verbesserung der geübten Bewegungen. Es kam zu keinem Transfer auf andere motorische Bereiche oder zu einer Beeinflussung des Tremors.

Die Parkinson-Erkrankung ist eines der häufigsten neurologischen Leiden mit einem Haupterkrankungsalter zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr. Bekannt sind die motorischen Störungen mit einer gehemmten Bewegungsinitiation, einer verlangsamten Bewegung und einer Verminderung des Bewegungsausmaßes. Häufig beeinträchtigen jedoch die nicht-motorischen Symptome wie kognitive Störungen, Depressionen, orthostatische Hypotonie, Herzrhythmus- oder Blasenentleerungsstörungen die Patienten stärker als die motorischen Defizite. Traditionell werden Krankengymnastik und Bewegungstherapie eingesetzt, in den letzten Jahren zunehmend auch die Sporttherapie. Ein Sport- und Bewegungstraining kann bei der Parkinson-Erkrankung den Gang und die Muskelkraft verbessern sowie Depressivität und Schmerzen reduzieren. Autor: Dr. Iris Reuter; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention; Stand: 09.09.2008

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