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Mutter erweckt Baby zum Leben

Ein australisches Baby sorgt derzeit bei Medizinern für großes Rätselraten. In einem Spital in Sydney kamen Zwillinge in der 27. Schwangerschaftswoche zur Welt. Eines davon wurde von den Ärzten nach 20 Minuten Reanimationsversuchen für tot erklärt. Um Abschied nehmen zu können, erhielt die Mutter den kleinen Buben auf die Brust gelegt. Nach zwei Stunden begann er plötzlich Luft zu schnappen, griff nach der Mutter und öffnete die Augen. Das Kind ist mittlerweile fünf Monate alt und erfreut sich guter Gesundheit. Die Medien wurden jedoch erst jetzt auf den Fall aufmerksam.

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Auskommen ohne Sauerstoff

"Derart früh geborene Kinder reagieren ganz anders auf scheinbaren Sauerstoffmangel", erklärt Christoph Bührer, Direktor der Klinik für Neonatologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Während reif Geborene nach zehn Minuten ohne Herzschlag und Atmung höchstens mit schweren Hirnschäden überlebt, sind extreme Frühchen an niedrige Sauerstoffversorgung gewöhnt. "Im Mutterleib entspricht die Sauerstoffversorgung etwa jener auf dem Mt. Everest. Zudem hat das Gehirn zu diesem Zeitpunkt nur geringe Ansprüche", so Bührer.

Aus diesem Grund erfolgt die Reanimation von Frühgeborenen nicht mehr mit Sauerstoff, sondern mit Raumluft. Für die ärztliche Fehlbeobachtung dürfte laut dem Berliner Experten eine Rolle gespielt haben, dass Parameter zur Beschreibung reifer Neugeborenen – etwa der so genannte Apgar-Wert oder der pH-Wert der Nabelschnurarterie bei derart Frühgeborenen unbrauchbar sind. "Ich vermute, dass das totgeglaubte Kind auch während der ersten 20 Minuten durchaus einen eigenen Herzschlag hatte, der aber nicht wahrgenommen wurde."

Körperkontakt mit Mutter wichtig

Dass der Körperkontakt mit der Mutter nach der Geburt eine zentrale Funktion hat, betont auch der Neonatologe. "Wichtig ist dabei vor allem die Wärme. Der Mensch ist bei seiner Geburt der fetteste aller Landsäuger, damit er sowohl in Afrika als auch in Sibirien und jeder Jahreszeit überleben kann. Der Fettpanzer entsteht aber erst in den fünf letzten Schwangerschaftswochen, weshalb Frühgeborene schnell auskühlen." Inkubatoren leisten hier Abhilfe, doch die Mutterwärme kann dasselbe.

Ärzte im kalten kolumbianischen Hochland setzten erstmals in den 80er Jahren Frühchen auf die Mutterbrust, deckten sie zu und brachten die Kinder damit durch. Pioniere in Europa wie die damals in Wien tätige Kinderärztin Marina Markovic übernahmen die sogenannte "Känguru-Methode" - und wurden damals stark angefeindet. "Heute wird diese Strategie fast überall angewandt, besonders bei Frühgeburten, bei einem kranken Kind und auch bei Kaiserschnitten mit Rückenmarks-Anästhesie", berichtet Bührer.

Der Körperkontakt hilft vor allem der Mutter. "Schuldgefühle und Hilfebedürfnis sind nach Frühgeburten häufig. Enger Kontakt baut sie ab." Weiters verbessert die Känguru-Methode die Milchbildung der Mutter und beruhigt auch die Babys, was sich in einer deutlich kürzeren Schreidauer nachweisen lässt.

Autor: Quelle: Pressetext, Johannes Pernsteiner, Stand 02.09.2010

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