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Chronische Schlafprobleme sind Warnsignale

Viele Menschen kämpfen lange mit dem Einschlafen, wachen nachts häufig oder morgens zu früh auf. Warum dies so ist, hat die Medizin bis heute noch immer nicht vollständig geklärt. Die britische Vereinigung der Psychopharmakologen hat den Stand der Forschung zusammengefasst und gibt in der Fachzeitschrift "Journal of Psychopharmacology" einen aktualisierten Überblick über die Behandlung bei chronischer Schlaflosigkeit. Der Grundtenor der Forscher ist, dass die Reaktion an die jeweilige Situation angepasst sein muss.

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Zuerst den Lebensstil überprüfen

Denn meistens hat schlechter Schlaf über Wochen hinweg konkrete Gründe. Tatjana Crönlein, Leiterin der Arbeitsgruppe Insomnie bei der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), rät im Fall des Falles zuerst einen Blick auf die eigene Schlafhygiene zu werfen. Die Umstellung oder Neueinnahme von Medikamenten kann ebenso das Durchschlafen erschweren wie zu lange Bettzeiten oder ungewolltes Einnicken am Abend. "Häufig ist auch unbewusster Stress im Spiel, etwa bei neuen Anforderungen im Beruf oder Familienproblemen", so die Expertin.

Trifft das alles nicht zu, so rät Crönlein in jedem Fall eine medizinische Abklärung noch vor Beginn jeglicher Therapie. "Ständige Schlafprobleme können Warnzeichen des Körpers sein, dass etwas nicht stimmt. Dahinter steckt manchmal eine schlafbezogene Atemstörung oder eine andere internistische Erkrankung." Wichtig sei auch zu prüfen, ob sich Antrieb und Stimmung generell verändern. "Schlafprobleme können auch eine beginnende Depression anzeigen", so die Schlafforscherin. Erste Ansprechperson ist der Hausarzt, Schlafuntersuchungen gibt es mittlerweile auch in mobiler Form.

Früher Tod und mehr Depressionen

Doch auch wenn eine Krankheit ausgeschlossen wird, sollte man auf das Körpersignal reagieren. Denn immer neue Folgen von zu wenig Schlaf werden bekannt, berichtet die Fachzeitschrift "Sleep". Bei Jugendlichen wächst etwa mit jeder fehlenden Schlafstunde das Risiko für Depressionen und Angstzustände um ein Siebtel. "Wer schon psychische Probleme hat, verschlechtert seinen Zustand damit noch weiter", so Studienautor Nick Glozier von der Universität Sydney. Untersucht wurden dazu 21.000 Jugendliche.

Daneben beansprucht Schlafmangel auch den Körper. Forscher vom Penn State College of Medicine wiesen ein viermal höheres Sterberisiko innerhalb von 14 Jahren nach - und zwar bei Männern mittleren Alters, die ständig weniger als sechs Stunden schliefen. Zudem stieg die Häufigkeit von hohem Blutdruck und Diabetes Typ 2. Störfaktoren wie der Body-Mass-Index, Rauchen, Alkohol, Depressionen und Schlafapnoe wurden dabei herausgefiltert. Andere Studien berichten allerdings auch von erhöhter Sterblichkeit bei zuviel Schlaf.

Mädchen essen fetter

Frauen reagieren auf ständigen Schlafmangel und Schlafstörungen scheinbar anders. Mädchen im Teenager-Alter ernähren sich etwa schlechter, wenn sie während der Woche wenig schlafen. Das erhob ein Team um Susan Redline vom Brigham and Women's Hospital. Je weniger Schlaf, desto mehr Kalorien bezog diese Gruppe aus Fetten und desto weniger von Kohlehydraten, zudem wuchs der Heißhunger auf Kalorien zwischen den Hauptmahlzeiten. Die Forscher bezeichnen guten Schlaf daher auch als wichtig für die Prävention von Übergewicht.

"All diesen Studien zeigen an, wie wichtig gesunder Schlaf ist und wie wichtig es ist, Schlaf weiterhin zu erforschen", kommentiert Crönlein. Schlechter Schlaf führe allerdings nicht generell zu früherem Ableben, Dicksein oder psychischen Störungen. "Im Falle des Falles sollten Schlafstörungen ernst genommen werden, jedoch nicht zu Panik führen", rät die deutsche Schlafexpertin.

Autor: Quelle: Pressetext.de, Johannes Pernsteiner, Stand 03.09.2010

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