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Haiti: Cholera zweimal schlimmer als befürchtet

Das durch das Vorjahres-Erdbeben und durch Armut völlig geschwächte Haiti durchlebt derzeit eine Cholera-Epidemie. Deren Ausmaße und Folgen wurden bis dato weit unterschätzt, berichten US-Forscher in der Zeitschrift "The Lancet". "Die Epidemie wird länger andauern und bis zu doppelt soviel Leute betreffen als man bisher angenommen hat", erklärt Studienleiter Sanjay Basu von der University of California, San Francisco.

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Krankheit breitet sich weiter aus

Beim Ausbruch der Durchfallerkrankung im Oktober, die zuvor in Haiti völlig unbekannt war, schätzte man, dass bis zu zwei Prozent der Bevölkerung von der Krankheit betroffen sein werden. Diese Zahl ist jedoch bereits heute übertroffen: Erkrankten laut UNO-Angaben vom Oktober bis Dezember 150.000 der insgesamt zehn Mio. Haitianer an Cholera (3.500 davon starben), so hält die Opferzahl mittlerweile bei 252.000 Patienten und 4.600 Todesopfern.

Die Spitze ist noch längst nicht erreicht. Korrigierte die UNO zu Jahresende 2010 ihre Prognose auf bis zu 400.000 Erkrankte, so ist auch das aus Sicht der US-Forscher noch immer viel zu wenig. "Wir haben Daten von Haitis Gesundheitsministerium mit Schlüsselfaktoren wie etwa der Verschmutzung bestimmter Wasserleitungen oder dem Immunitätsgrad der Bevölkerung kombiniert. Bis November dieses Jahres sind auf dieser Basis 779.000 Cholera-Betroffene und 11.100 Todesopfer zu erwarten", so Basu.

Kampf kann gewonnen werden

"Da Dehydrierung das größte Problem bei Cholera ist, werden milde Fälle oral mit salzhaltigen Flüssigkeiten behandelt. In besonders schlimmen Fällen muss das intravenös erfolgen", berichtet Rosa Crestiani, medizinische Notfalleinsatz-Koordinatorin bei Ärzte Ohne Grenzen, gegenüber pressetext. Antibiotika sind für die Expertin erst die letzte Maßnahme, da sich der Gesundheitszustand bei üblicher Behandlung ohnehin nach wenigen Tagen bessert.

Dass Haiti seinen Kampf gegen Cholera gewinnen kann, ist Crestiani jedoch sicher. Schlüssel für den Erfolg seien Gesundheitskampagnen, die über Hygienemaßnahmen oder die Notwendigkeit des frühen Arztbesuches bei Cholera-Symptomen aufklären. Basu drängt hingegen darauf, dass den Betroffenen ausreichend sauberes Trinkwasser, Schutzimpfungen und Antibiotika zur Verfügung gestellt werden. 

Autor: pressetext.de, Johannes Pernsteiner (Stand: 16.03.2011)

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