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Thema der Woche

Sportsucht / Sportbulimie

Viele von uns wären gerne sportlich aktiv, verlieren diesen Kampf aber all zu oft gegen ihren inneren Schweinehund, so dass es dann meistens doch bei der Sportschau auf der Couch und den guten Absichten bleibt. Wenn Sie auch eher zu dieser "Liga" gehören, wird es für Sie nur schwer vorstellbar sein, dass es Menschen gibt, die so viel Sport betreiben, dass sie ihrem Körper schweren, gesundheitlichen Schaden zufügen.

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Nachdem man bei verschiedenen Sportlern, die versuchsweise eine Trainingspause eingelegt hatten, Symptome wie etwa Gereiztheit, depressive Verstimmungen und Schuldgefühle bezüglich des ausgesetzten Trainings beobachtet hat, gehen Wissenschaftler davon aus, dass es tatsächlich so etwas wie eine Sportsucht geben muss. Als Anzeichen für eine solche Bewegungsabhängigkeit gilt ein zunehmender Kontrollverlust bezüglich des individuellen Trainings.

Sportsüchtige trainieren nicht nur außergewöhnlich häufig (täglich), auch die persönliche Belastungsgrenze wird immer weiter erhöht: damit der Sport weiterhin befriedigend wirkt, muss immer härter, länger und intensiver trainiert werden. Die sportlichen Ziele werden ständig neu definiert und - vor allem - höher gesteckt; bis hin zur völligen körperlichen Erschöpfung.

Bei Sportsüchtigen kann sogar eine äußerst kurze Trainingspause, von beispielsweise nur einem Tag, zu schweren seelischen Verstimmungen, Aggressionen und sogar zu Angstzuständen führen.

Auch wenn bei einer solchen Sportsucht keine chemischen Substanzen involviert sind, wie es etwa bei Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit der Fall ist, handelt es sich dennoch auch hier um eine ernste Angelegenheit, die nicht schlicht mit einem lapidaren "eine gesündere Sucht kann es kaum geben" quittiert werden sollte. Schließlich wird der eigene Körper permanent überfordert, was nicht ohne Konsequenzen bleiben kann.

Mediziner gehen davon aus, dass körpereigene Hormone, wie beispielsweise die so genannten "Endorphine", welche über glücklichmachende Eigenschaften verfügen, für die Entwicklung einer Abhängigkeit verantwortlich sein könnten. Allerdings scheint das allein als Antwort nicht zu genügen: Endorphine werden erst nach längerem Training in einem relevanten Maße ausgeschüttet.

Eine Sportsucht kann sich aber nicht nur bei Leistungssportlern, sondern durchaus auch bei Freizeitsportlern entwickeln. Es scheint daher auch eine große Rolle zu spielen, welche Einstellung der Sportler sich selbst gegenüber einnimmt und welche Wichtigkeit er den sportlichen Aktivitäten einräumt.

Das exzessive Betreiben von Sport kann auch im Zusammenhang mit einer Essstörung, der so genannten "Sportbulimie" stehen. Menschen, die an einer Sportbulimie erkrankt sind, versuchen zwanghafte Essanfälle durch exzessive sportliche Betätigung wieder auszugleichen. Dem gegenüber steht die "Bulimie", bei welcher die "Fressattacken" durch ein anschließendes Übergeben wieder kompensiert werden sollen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre eigenen Verhaltensmuster den beschriebenen entsprechen könnten, fragen Sie sich:

  1. Kontrollieren Sie streng Ihr Essverhalten und das Gewicht?
  2. Befriedigt Sie Ihre sportliche Aktivität nicht mehr, so dass Sie die Leistung permanent erhöhen müssen?
  3. Fühlen Sie sich deprimiert, wenn Sie einmal aussetzten? Trainieren Sie auch wenn Sie krank sind?
  4. Machen Sie regelmäßig viele Zugeständnisse, nur um an einem Training teilnehmen zu können?
Umso mehr Fragen Sie mit Ja beantworten konnten, umso dringender müssen Sie Ihr eigenes Verhältnis zu Sport überprüfen und eventuell eine psychologische Hilfestellung in Anspruch nehmen. Autor: Dr. med. Günter Gerhardt

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