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RATGEBER - Haut

Seife ist nicht gleich Seife

Schon vor mehr als zweitausend Jahren entdeckten die Ägypter, wie sich stärker anhaftender Schmutz von der Haut entfernen lässt. Sie entwickelten aus Fetten und Soda die ersten Rezepturen für Seife. Das ganz besondere Salz dafür fanden sie an den Ufern ihrer großen Salzseen.

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Es zeigte sich aber, dass dieses Salz nicht nur den Schmutz beseitigte, sondern auch die Haut angriff. Kaum verwunderlich: War doch die entstehende Flüssigkeit nichts anderes als Natronlauge, die – je nach Konzentration – mehr oder weniger ätzend auf der Haut wirkt.

Dank der genialen Idee, dieser ätzenden Flüssigkeit pflanzliche oder tierische Fette beizumischen, entstand ein Reinigungsmittel, das die Haut reinigte und einigermaßen verträglich war.

Diese Mischung aus organischen Fettsäuren und verschiedenen Laugen, wie Natron- oder Kalilauge, nennt man Seife.

Am dargestellten Prinzip hat sich bis zum heutigen Tage nicht viel geändert. Das Problem der Hautverträglichkeit ist geblieben. So gründlich also die Reinigung mit Großmutters Kernseife auch gewesen sein mag – die Haut wurde dabei allzu leicht rau und trocken.

Mittlerweile hat sich neben der klassischen Seife eine Vielzahl anderer Hautreinigungsmittel etabliert, die keine Seife enthalten. Den fetthaltigen Schmutz lösen andere Substanzen, die wie Seife wirken.

Es sind die so genannten Tenside, Entspannungsmittel, die – ebenso wie Seife – die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen, was sich in der Schaumbildung zeigt. Es ist allerdings falsch, dass die Reinigung umso gründlicher sei, je stärker die Schaumbildung ist.

Fassen wir kurz zusammen: Zur Reinigung der Haut genügt Wasser allein nicht, weil Wasser fetthaltigen Schmutz nicht lösen kann. Deshalb brauchen wir Reinigungsmittel, die in der Lage sind, diesen fetthaltigen Schmutz abzulösen, damit er mit dem Wasser weggespült werden kann. Diese Reinigungsmittel enthalten Seife oder Tenside.

Die Hautreinigung ist immer eine Gratwanderung zwischen dem hygienisch Wünschenswerten und dem, was der Haut schaden kann. Zum einen soll der auf der Haut befindliche Fett-Wasser-Film nicht vollständig entfernt werden, zum anderen besteht bei Verwendung von aggressiven Seifen, die stark alkalisch sind, die Gefahr, dass der Säureschutzmantel angegriffen wird.


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