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RATGEBER - Herzkrank I

Das Wichtigste zur Herzkranzgefäßverengung

Bei einer Erkrankung der Herzkranzgefäße kommt es durch arteriosklerotische Veränderungen zu einer Einengung der Herzkranzarterien.

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Weil dadurch der Herzmuskel mit Sauerstoff minderversorgt ist, treten typische Beschwerden auf, die seit Jahrhunderten als „Angina pectoris“ bezeichnet werden.
Je nach Erscheinungsweise unterscheidet man „stabile“ und „instabile“ Formen der Angina pectoris.

Vor allem instabile Formen können plötzlich und unerwartet zum Herzinfarkt führen. Daher kommt der rechtzeitigen und richtigen Beurteilung von Symptomen eine entscheidende Bedeutung zu.

Eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße (und auch anderer Gefäße) wird, neben genetischen Faktoren, vor allem durch Risikofaktoren beeinflusst. Diese sind vor allem: Fettstoffwechselstörungen, Lipoprotein (a), Diabetes mellitus, arterieller Bluthochdruck und Rauchen.
Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress sind ebenfalls nicht gesundheitsfördernd.

Hinweise für eine stabile Angina pectoris sind Schmerzen, Enge- oder Druckgefühl in der Mitte des Brustkorbes, die unter Belastungen auftreten. Die Schmerzen strahlen meistens in die Schulter und/oder den linken Arm aus.
Der typische Anginapectoris-Anfall wird meist durch körperliche Belastungen ausgelöst und dauert etwa 3 bis 5 Minuten an. Kälte, Wind oder psychische Belastungen sind weitere klassische Auslöser.

Von einer instabilen Angina pectoris spricht man, wenn Intensität, Dauer und Häufigkeit der Schmerzanfälle zunehmen oder der Brustschmerz bereits bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe auftritt.
Bei dieser Form kann sich innerhalb kürzester Zeit ein Herzinfarkt entwickeln.

Der Herzinfarkt ist die schwer wiegendste Form einer koronaren Herzkrankheit und ist gekennzeichnet durch starken Herzschmerz, Schweißausbruch, Blässe, Kaltschweißigkeit, oft verbunden mit schnellem und flachem Puls. Die Schmerzen lindern sich nicht durch die Gabe von Nitroglyzerin.

Bei jedem Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit oder einen Infarkt kommt der EKG-Diagnostik entscheidende Bedeutung zu: Ein Ruhe-EKG muss immer geschrieben werden, bei stabilen Formen sichert ein Belastungs-EKG meistens die Diagnose.

Bei unsicheren und/oder unklaren Ergebnissen können andere Verfahren (Stressechokardiographie, nuklearmedizinische Verfahren) notwendig werden.

Eine Sicherung des Befundes ist durch Herzkatheteruntersuchung mit Darstellung der Herzkranzgefäße möglich.
Die Behandlung zielt zum einen auf den akuten Angina-pectoris-Schmerz und zum anderen auf die Risikofaktoren.

Von den medikamentösen Maßnahmen sind Nitroglyzerinpräparate, Betarezeptorenblocker, Kalziumkanalantagonisten und gerinnungshemmende Medikamente (Statine) sinnvoll.

Bei einer nachgewiesenen deutlichen Einengung der Herzkranzgefäße kommen interventionelle oder chirurgische Maßnahmen in Betracht. Dies sind also Ballondilatation, Stentimplantation bzw. Bypass-Operation.

Hat den Patienten schon ein Herzinfarkt ereilt, kommen hauptsächlich Gerinnsel auflösende Medikamente (Thrombolyse) oder interventionelle Herzkathetereingriffe wie die „Rekanalisation“ eines Gefäßes
mit Ballondilatation und/oder Stentimplantation infrage.
Seltener werden auch chirurgische Maßnahmen (Bypass-Operation) in solchen Akutsituationen durchgeführt.

Zur Vorbeugung vor weiteren Herzinfarkten ist es wichtig, den Bluthochdruck zu therapieren sowie die Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen, z.B. mit Statinen.

Jeder KHK-Patient sollte seine Risikofaktoren kennen und künftig meiden.
Das heißt im Klartext: Unbedingt mit dem Rauchen aufhören, mit regelmäßiger Bewegung beginnen und leicht und bekömmlich essen.
Bei jedem Infarktverdacht ist eine schnelle Krankenhausbehandlung notwendig. Die Todesrate innerhalb der ersten 60 Minuten (!) nach Infarkteintritt ist hoch!


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