RATGEBER - Herzkrank II
Wie kommt es zu Herzklappenfehlern?
Herzklappenerkrankungen können angeboren sein, d. h. sie bestehen von Geburt an. Dies ist bei etwa einem Prozent der Bevölkerung der Fall.
Ein solcher angeborener Klappenfehler kann beispielsweisedarin bestehen, dass die Taschenklappen, die normalerweise dreiteilig aufgebaut sind, nur aus zwei Anteilen („bikuspide“ Klappe) bestehen. Die meisten Klappenfehler sind jedoch erworben.
Kardiologen beobachten neuerdings immer häufiger, dass Herzklappen doch einem Verschleiß unterworfen sind („degenerative“ Klappenfehler), was lange Zeit als sehr unwahrscheinlich galt.
Gesunde Herzklappen können zudem auch durch eine Krankheit verändert und/oder zerstört werden. Die häufigste Ursache ist eine bakterielle Entzündung der Herzklappen (Endokarditis).
Bei dieser Erkrankung, die in einer Häufigkeit von etwa sechs Neuerkrankungen pro 100.000 Menschen pro Jahr in den westlichen Industrieländern auftritt, kommt es nach einer anfänglichen Entzündung zu einer Vernarbung und Verkalkung der Herzklappen.
Andere Ursachen sind immunologisch-entzündliche Klappenerkrankungen (z.B. bei M. Bechterew). Darüber hinaus können Klappenfehler im Rahmen eines Herzinfarktes oder einer Pumpstörung der Kammermuskulatur entstehen.
Bei diesen Herzerkrankungen kommt es zu einer Erweiterung der linken und/oder der rechten Herzkammer und zu einer Erweiterung des Ansatzringes von Herzklappen. Dadurch reichen die Klappenränder nicht mehr aneinander heran, die Klappe wird undicht.
Weitere Ursachen für Herzklappenfehler sind Brustkorbverletzungen (traumatisch), rheumatische Erkrankungen, Syphilis (Lues), Herztumoren oder Gefäßerkrankungen. In vielen Fällen bleibt die Ursache des Klappenfehlers ungeklärt.
Man unterscheidet Klappenfehler, die mit einer Verengung („Stenose“) der Herzklappen einhergehen, von solchen, bei denen eine Herzklappe undicht ist oder mehrere Klappen betroffen sind („Insuffizienz“).








