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RATGEBER - Herzkrank II

Das Wichtigste über Herzmuskelerkrankungen

Unter Kardiomyopathien versteht man Herzmuskelerkrankungen, die nicht durch Begleiterkrankungen wie Herzinfarkt oder Klappenfehler verursacht sind.

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Es lassen sich drei Formen der Kardiomyopathie unterscheiden: dilatative, hypertrophische und restriktive Formen.

In Bürgersprache werden diese drei Formen meist als Herzmuskelerweiterung, Herzmuskelverdickung und Herzmuskelversteifung bezeichnet.

Die „Herzmuskelerweiterung“ (dilatative Kardiomyopathie, DCM) ist eine primäre Erkrankung des Herzmuskels, die mit einer Vergrößerung des Herzens und einer eingeschränkten Pumpleistung einhergeht.

Sie findet sich häufig auch bei jüngeren Menschen, kann zu schweren Pumpfunktionsstörungen und zum Tod durch Pumpversagen oder zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardien,
Kammerflimmern) führen.

Bei der „Herzmuskelverdickung“ (hypertrophische Kardiomyopathie) handelt es sich um eine ungeklärte Herzmuskelerkrankung, bei der es zu einer krankhaften asymmetrischen Wandverdickung der meist linken Herzkammer kommt.

Die Veränderungen finden sich bevorzugt im Bereich der Kammerscheidewand. Die linksventrikuläre Hypertrophie kann mit oder ohne Einengung der linken Herzhöhle einhergehen.

Die „Herzmuskelversteifung“ (restriktive Kardiomyopathie) ist die seltenste eigenständige Form der Kardiomyopathie in unseren Breitengraden.

Es handelt sich um eine Herzmuskelerkrankung, bei der es zu einer „Versteifung“ des Herzmuskels kommt, besonders in der Erschlaffungsphase (Diastole).

Die Symptomatik der Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) ist unterschiedlich, wenngleich das Symptom „Luftnot“ bei allen drei Formen im Mittelpunkt der Beschwerden steht.

Bei einer Herzmuskelerweiterung (DCM) klagen die Patienten meistens über Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Luftnot bei körperlichen Belastungen.

Bei Diagnosestellung liegen bei etwa 90% der Patienten bereits schwere Zeichen einer Herzmuskelschwäche vor.

Andere häufig zu beobachtende Symptome sind frühzeitige Erschöpfung und Herzrhythmusstörungen.

Bei einer Herzmuskelverdickung (hypertrophische Kardiomyopathie) ist das Auftreten von Schwindel oder Ohnmachtsanfällen sowie das Vorkommen von Herzrhythmusstörungen charakteristisch.

Oft sind die Symptome aber harmlos und werden ignoriert, so dass die Krankheit erst dann bemerkt wird, wenn es zu spät ist, wenn nämlich ein plötzlicher Herztod durch lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen eingetreten ist.

Weil oft auch Anzeichen einer Brustenge (Angina pectoris) vorkommen, kann die Unterscheidung zwischen dieser Krankheit und der Herzmuskelverdickung (hypertrophische Kardiomyopathie) schwierig sein.

Das „führende“ Symptom bei einer Herzmuskelversteifung (restriktive Kardiomyopathien) ist eine Belastungsluftnot, verbunden mit rascher Ermüdbarkeit und Zeichen der Herzmuskelschwäche.

Unter den diagnostischen Verfahren sind die Echokardiographie und die Herzkatheteruntersuchung entscheidend.

Therapeutisch steht bei der dilatativen Kardiomyopathie die Behandlung der Herzmuskelschwäche ganz im Vordergrund: Neben medikamentösen Strategien kommen chirurgische Maßnahmen in Betracht, die bis zur Herzverpflanzung oder der Implantation eines Unterstützungssystems („Assist Device“) reichen.

Bei der Herzmuskelverdickung (hypertrophische Kardiomyopathien) können die „Muskelmassen“ durch Katheterinterventionen, operative Maßnahmen oder Elektrotherapie erfolgreich behandelt werden.

Bei der Herzmuskelversteifung (restriktive Kardiomyopathien) sind medikamentöse Behandlungskonzepte nicht überzeugend und die Erfolgsraten gering.

Die chirurgische Therapie, bei der der Herzinnenraum „freigeräumt“ wird (Endomyokardresektion) ist zwar in Einzelfällen erfolgreich, sie ist aber auch gefährlich.


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