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RATGEBER - Harninkontinenz

Tipps für den Alltag

Es gibt zwei Formen von Blasenschwäche oder Harninkontinenz. Bei der so genannten Stressinkontinez ist meist die Beckenbodenmuskulatur erschlafft. Damit funktioniert auch der Verschlussmechanismus der Harnblase nicht richtig. Konsequenz: Bei jeder Anstrengung gehen ein paar Tröpfchen Wasser ab. Bei der Dranginkontinenz liegt eine Nervenstörung vor, die durch eine schlechte Durchblutung im Gehirn oder durch Östrogenmangel hervorgerufen wird. Bei älteren Menschen kommen oft beide Formen zusammen.

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Und so Sie können selbst aktiv werden:

  • Versuchen Sie erst einmal, Ihre Beckenbodenmuskulatur zu spüren. Setzen Sie sich dazu aufrecht hin, die Füße auf dem Boden, die Beine leicht gespreizt. Setzt kneifen Sie die Muskulatur zwischen Ihren Beinen zusammen. Anfangs werden Sie hauptsächlich die Po- und Oberschenkelmuskeln anspannen. Die richtige Muskulatur haben Sie dann erwischt, wenn Sie das Gefühl haben, mit den Schamlippen zu „blinzeln“.
  • Sie spüren den Muskel auch dann, wenn Sie auf der Toilette den Wasserstrahl unterbrechen. Üben Sie das ein paar Mal. Genau der Muskel muss trainiert werden.
  • Machen Sie so oft es geht Übungen mit dem Beckenbodenmuskel. Stellen Sie sich vor, ein Aufzug würde die Scheide hochfahren und an mehreren Stockwerken halten. Mit jedem Halt spannen Sie die Muskulatur etwas höher zusammen. Anfangs wird Ihnen vielleicht nur ein „Zwischenhalt“ gelingen, später können Sie mit fünf oder sechs Stopps nach oben „fahren“.
  • Üben Sie auch im Stehen, während Sie an der Kasse oder an der Bushaltestelle warten. Verschränken Sie die Beine, halten Sie Po- und Oberschenkelmuskulatur gespannt und dann ziehen Sie den Afterschließmuskel und die Scheidenmuskulatur zusammen. Das fühlt sich so an, als ob Sie innerlich mit dem Becken nach vorne wippen. Aber keine Sorge: Von außen ist die Bewegung nicht sichtbar.
  • Wichtig ist auch, Übergewicht abzubauen. Damit entlasten Sie den Beckenboden.
  • Frauen neigen dazu, zu schnell wieder von der Toilette aufzustehen. Entleeren Sie die Blase richtig. Dies kann dem starken Drang entgegenwirken.
  • Tragen Sie spezielle Unterwäsche oder Einlagen, die den Urin aufsaugen und den Geruch neutralisieren.
  • Wenn dies noch nichts hilft, gehen Sie auf jeden Fall zum Frauenarzt. Er kann Ihnen ein örtlich anzuwendendes Östrogenzäpfchen verschreiben. Dies macht das Gewebe in der Scheide wieder elastischer.
  • Der Frauenarzt kann Ihnen auch einen speziellen Scheidenring (Würfelpessar oder Ringpessar) einsetzen.
  • Wird eine Operation notwendig, gibt es verschiedene Abstufungen. In leichten Fällen wird in örtlicher Betäubung ein Kunststoffband spannungsfrei um die mittlere Harnröhre gelegt. Das Plastikband verhindert den spontanen Harnabgang bei Husten und Pressen.
  • Mit der Schlüssellochtechnik können geschickt Bänder, die überdehnt sind und nicht mehr funktionieren, erneuert werden. Dazu wird ein Netz in den Beckenboden eingefügt, welches mit dem natürlichen elastischen Bindegewebe verwächst. Dieses neue Petros/Goeschen-Verfahren, das zum Beispiel in der Eilenriede Klinik oder Sophienklinik Vahrenwald Hannover durchgeführt wird, hat laut Eigenaussage hohe Erfolgschancen von 80 bis 100 Prozent.
  • Der Arzt erkennt auch, ob die Blasenschwäche auf eine Entzündung, eine Nervenerkrankung, oder auf Fisteln zurückgeht. Möglicherweise wird sie auch durch Medikamente verursacht. Diese Probleme können alle einfach behoben werden. 

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