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RATGEBER - Schilddrüse

Chronische Schilddrüsenentzündung – Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis, die den Namen ihres japanischen Entdeckers trägt, ist eine Schilddrüsenentzündung, die sich schleichend über Jahre hinweg entwickelt.

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Manchmal wird sie auch als chronische lymphozytäre Schilddrüsenentzündung oder Autoimmunthyreoiditis bezeichnet.

Diese Krankheit bildet sich aus, weil das eigene Immunsystem fehlerhaft arbeitet. Es produziert fälschlicherweise Abwehrstoffe (Antikörper), die die eigenen Schilddrüsenzellen schädigen und so eine chronische Entzündung verursachen. Diese Antikörper lassen sich in der Blutuntersuchung nachweisen.

Nach einiger Zeit führt der Zerstörungsprozess zur Funktionsminderung der Schilddrüse, also zur Unterfunktion mit typischen Symptomen.

Glücklicherweise kann mit Schilddrüsenhormontabletten die Unterfunktion ausgeglichen werden, obwohl die Fehlerquelle im Immunsystem (noch) nicht behandelbar ist.

Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis

Die Ursachen für diese Fehlleistung des Immunsystems sind bisher noch nicht geklärt. Sicher ist, dass die Anlage, an der Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken, vererbt wird.
Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer.

Als Auslöser kommen eventuell hormonelle Umstellungsphasen, Stress, Infektionen oder Umweltgifte in Betracht. Meist bricht die Erkrankung zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr aus, selten erkranken schon Kinder.

In Ländern mit Jodmangel wird diese Autoimmunerkrankung weniger häufig beobachtet als in solchen mit guter Jodversorgung.

Krankheitsverlauf und Symptome bei der Hashimoto-Thyreoiditis

Meist entwickelt sich die Hashimoto-Thyreoiditis über einen längeren Zeitraum – mitunter etliche Jahre – unbemerkt.
In dieser Zeit produziert das eigene Immunsystem immer mehr Abwehrstoffe (Antikörper), welche die Schilddrüse schädigen.

Es gibt zwei Varianten dieser Krankheit. Bei der einen Form vergrößert sich die Schilddrüse (hypertrophische Form), bei der anderen schrumpft sie allmählich (atrophische Form).

Manchmal verspüren die Betroffenen ein leichtes Druckgefühl im Halsbereich. Wenn der Zerstörungsprozess dazu führt, dass die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Hormon T3 und T4 produzieren kann, kommt es zur Unterfunktion.

In der Übergangsphase, also in der Zeit vom Beginn der Schädigung der Schilddrüse durch die Antikörper bis zur Entwicklung einer echten Unterfunktion, fühlen sich viele Patienten unwohl.
Sie beschreiben den Zustand oft so, dass sie "irgendwie verändert sind".

Ihre Psyche ist labil, sie sind wenig belastbar und bemerken weitere für eine Unterfunktion typische Symptome wie Gewichtszunahme oder Haarausfall.

Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis

Wie findet der Arzt heraus, ob eine Hashimoto-Thyreoiditis besteht? Mit folgenden Untersuchungen kann er die Diagnose stellen:

  • Blutuntersuchung
  • Sonographie (Ultraschall und farbkodierte Dopplersonographie)
  • Szintigramm
  • Feinnadelpunktion.

Zunächst beginnt die Diagnose mit der Blutuntersuchung, um die Hormone der Hirnanhangdrüse (TSH-Wert) und der Schilddrüse (T3 und T4) zu bestimmen.

Bei einer versteckten (latenten) Unterfunktion ist der TSH-Wert erhöht, die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind noch normal.
Bei der manifesten (erkennbaren) Unterfunktion ist der TSH-Wert erhöht, die Werte für T3 und T4 sind zu niedrig. Die Antikörper, welche die Schilddrüse schädigen, lassen sich in den meisten Fällen auch im Blut nachweisen. 

Weitere Diagnosemöglichkeiten besitzt der Arzt, indem er die Schilddrüse mit verschiedenen Ultraschallverfahren untersucht und ein Szintigramm erstellt.

Lässt sich durch all diese Untersuchungen die Diagnose nicht sicher stellen, kann er im Zweifelsfall mit einer Feinnadelpunktion die Entzündung nachweisen. Hierfür entnimmt er ähnlich wie bei einer Blutentnahme etwas Zellmaterial aus der Schilddrüse.

Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis

Die eigentliche Ursache der Hashimoto-Thyreoiditis, die Fehlleistung des Immunsystems, lässt sich bislang nicht beheben.

Die resultierende Schilddrüsenunterfunktion kann jedoch einfach mit der Gabe von Schilddrüsenhormonen kuriert werden.
Haben sich die relevanten Hormonwerte TSH, T3 und T4 normalisiert, sind auch die weiterhin im Blut vorhandenen Antikörper nicht beunruhigend.
Die Schilddrüsenhormone müssen lebenslang eingenommen werden.

Neuere Untersuchungen lassen vermuten, dass eine Hormoneinnahme auch dann sinnvoll ist, wenn keine gravierende Unterfunktion vorliegt.
Denn schon in der Vorphase einer Hashimoto-Erkrankung leiden viele Betroffene an Symptomen wie Müdigkeit, Leistungsverlust, Gewichtszunahme, seelischer Verstimmtheit oder Gelenkbeschwerden.

Jod sollte vermieden werden, da das Mineral eine direkte Wirkung auf das Immunsystem hat. Erfahrungen zeigen, dass es bei Hashimoto-Kranken das Immunsystem ungünstig beeinflusst.

Das Jod in der normalen Ernährung ist dabei so gering dosiert, dass es undenklich aufgenommen werden kann.
Anders sieht es aus bei bestimmten Medikamenten, Jodtabletten, Seefisch und vor allem Salzwasseralgen.

Partnererkrankungen bei einer Hashimoto-Thyreoiditis

Patienten, die an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leiden, tragen ein erhöhtes Risiko, weitere Autoimmunerkrankung zu bekommen und umgekehrt.
Daher sollte jeder, der eine Autoimmunerkrankung hat, sich aufmerksam auf Anzeichen für weitere Immunkrankheiten beobachten.

Hinter folgenden Symptomen können Autoimmunerkrankungen stehen: Muskel-, Gelenk- und Verdauungsbeschwerden, Haar- und Hautprobleme, Zyklus- und Schlafstörungen, Müdigkeit und Blutarmut.

Möglicherweise muss der Arzt hier auch an eine Gelenkentzündung (rheumatoide Arthritis), die Weißfleckenkrankheit der Haut (Vitiligo), die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ I) oder eine chronische Magenschleimhautentzündung denken.

Wenn Ihre Schilddrüsenunterfunktion gut behandelt ist, Beschwerden aber hartnäckig weiter bestehen, sollten Sie Ihren Arzt darauf ansprechen.


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