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RATGEBER - Schilddrüse

Der "heiße" Knoten

Bei Jodmangel versucht die Schilddrüse, der Unterversorgung entgegenzuwirken, indem sie sich vergrößert.
Sie will durch die Bildung von mehr Gewebe besser in der Lage sein, jedes im Blut vorbeischwimmende Jodteilchen abzufangen. Solche Veränderungsprozesse haben auch immer zur Folge, dass sich Fehlfunktionen einschleichen.

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Fehlfunktionen sind z. B. das Entstehen von Knötchen. Wenn das Gewebe beginnt, autonom, dass heißt selbstständig zu arbeiten, entsteht ein "heißer" Knoten, der unter Medizinern auch als "autonomes Adenom" bezeichnet wird.

Dieses Gebilde produziert ungezügelt so viele Schilddrüsenhormone, wie es Jod zum Aufbau erhält. Zur Erinnerung: Gesundes Schilddrüsengewebe ist ja dazu in der Lage, die Hormonproduktion an den Bedarf anzupassen.

Gefährlich ist die ungezügelte Produktion vor allem dann, wenn die Schilddrüse plötzlich wieder viel Jod erhält. In diesem Fall erhöhen sich schlagartig die Schilddrüsenhormonwerte im Blut, die Symptome der Überfunktion belasten Körper und Seele.

Ist jedoch die Schilddrüse vergrößert und die Schilddrüsenhormonmenge im Blut liegt trotzdem noch im normalen Bereich, ist der "heiße" Knoten noch latent, d.h. verborgen.
Ab dem 40. Lebensjahr ist diese Situation nicht selten.

Diagnose "heißer" Knoten

Den Beweis der Überfunktion liefern die Blutwerte.
Das TSH, das Hormon der Hirnanhangdrüse, liegt zu niedrig. Die Schilddrüsenhormonwerte T4 und T3 sind erhöht.

Ein oder mehrere Knoten, die schon im Ultraschall aufgefallen sind, zeigen sich im Szintigramm als überaktiver, roter Bezirk. Daher auch der Name "heißer" Knoten. Dass ein "heißer" Knoten bösartig ist – dies ist die Diagnose Krebs –, kommt sehr selten vor.

Disseminierte Autonomie

Die disseminierte Autonomie heißt übersetzt "verstreute Verselbstständigung". Sie ist eine besondere Form des "heißen" Knotens.

Genauer gesagt handelt es sich gar nicht mehr um einen oder mehrere "heiße" Knoten mit einer verselbstständigten Überfunktion.

Vielmehr sind die auf Hochtouren arbeitenden Zellen wie Salzkörner über die Schilddrüse verstreut. Ansonsten gilt Gleiches wie beim "heißen" Knoten.

In der Szintigraphie ist die disseminierte Autonomie allerdings nicht leicht von der Überfunktion des Basedow (siehe später in diesem Kapitel) zu unterscheiden.

Behandlung der Überfunktion

Behandlung der Überfunktion bei "heißen" Knoten und der disseminierten Autonomie

Bei einem "heißen" Knoten und bei einer "disseminierten Autonomie" darf man kein Jod in größeren Mengen einnehmen, das könnte die Überfunktion verschlimmern.

Jodiertes Speisesalz z. B. darf aber trotzdem weiter genommen werden.
Behandelt wird zunächst mit bestimmten Medikamenten, welche die Schilddrüsenhormonproduktion bremsen.

Diese Medikamente, vom Mediziner als "Thyreostatika"  ("Schilddrüsenblocker") bezeichnet, wirken schnell und verbessern das Befinden des Patienten bald.
Sie können den "heißen" Knoten aber nicht beseitigen. Werden die Medikamente abgesetzt, wird also die Bremse sozusagen gelockert, arbeitet der Knoten wieder auf Hochtouren.

Da die Thyreostatika aufgrund der möglichen Nebenwirkungen nicht zur Dauereinnahme geeignet sind, werden sie nur übergangsweise eingenommen.

Am Ende der Behandlung steht auf jeden Fall eine Beseitigung des "heißen" Knotens, sei es durch eine Radiojodbehandlung, eine Operation oder evtl. auch eine Alkoholverödung, bei der durch das Einspritzen von hochprozentigem Alkohol die verselbstständigten Zellbereiche zerstört werden.

Radiojodtherapie oder Operation bei Überfunktion?

Handelt es sich ausschließlich um ein Problem der Überfunktion, ist die Radiojodbehandlung sicher die elegantere Variante.
Sie wirkt schonend und sicher und ist gefahrlos wiederholbar.

Wenn aber zusätzlich zur Überfunktion ein großer Kropf vorliegt und der zu erwartende Schrumpfeffekt zu gering ausfällt, wird der Arzt zur Operation raten.

Ausnahmen sind hohe Narkoserisiken sowie Zweit- oder Drittoperationen, weil dann die Gefahr erhöht ist, den Stimmbandnerv zu verletzen.

Gibt es neben "heißen" Knoten auch "kalte" Knoten, von deren Gutartigkeit der Arzt nicht überzeugt ist, wird man beide Probleme nur mit der Operation lösen können.
Denn "kalte" Knoten nehmen ja kein Radiojod auf und können somit nicht mit einer Radiojodtherapie behandelt werden.


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