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RATGEBER - Schilddrüse

Therapie des Jodmangelkropfes mit Jod

Jodmangel verursacht den Kropf, ausreichend Jod vertreibt ihn wieder. So einfach das klingt, so einfach funktioniert es tatsächlich.

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Den schnellsten Erfolg erzielt man zum einen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, zum anderen, wenn die Schilddrüse noch nicht knotig umgebaut und auch nicht extrem groß ist.

Alleine mit einer Jodtherapie von einjähriger Dauer kann die vergrößerte Schilddrüse wieder auf Normalmaße verkleinert werden.
Damit dies so bleibt und nicht ein erneuter Jodmangel die Schilddrüse wieder wachsen lässt, muss nach der Behandlung auf eine gute und sichere Jodversorgung geachtet werden. Man nennt das dann Strumaprophylaxe.

Sowohl zur Behandlung als auch zur Vorsorge eines Kropfes werden Jodtabletten eingesetzt.

Behandlung des Kropfes mit Schilddrüsenhormonen

Erscheint die alleinige Jodtherapie nicht sinnvoll oder gelingt die Kropfverkleinerung nicht, wurde früher eine andere Möglichkeit zur Behandlung des Kropfes eingesetzt: die Einnahme von Schilddrüsenhormonen.

Wenn Sie Schilddrüsenhormontabletten einnehmen, wird über den hohen Schilddrüsenhormonspiegel im Blut signalisiert, dass Ihr Körper mit ausreichend Schilddrüsenhormonen versorgt ist und dass die Schilddrüse diese nicht noch zusätzlich produzieren soll. Ansonsten hätten Sie ja quasi eine künstlich erzeugte Überfunktion.

Als Reaktion auf die Hormongabe schüttet die Hirnanhangdrüse kaum TSH, den schilddrüsenstimulierenden Botenstoff, aus. Ihr TSH-Wert im Blut ist demzufolge auch niedrig. Ihre Schilddrüse braucht nicht zu arbeiten und reduziert ihre Größe.

Nach einem Jahr sollte sich der Erfolg eingestellt haben. Die Hormontabletten werden abgesetzt und Ihre Schilddrüse nimmt die Hormonproduktion wieder selbst auf.

Damit Ihre Schilddrüse nicht durch Jodmangel wieder zu wachsen beginnt, müssen Sie jetzt auf eine ausreichende Jodversorgung achten. Sie betreiben nach der Therapie also ebenfalls eine Strumaprophylaxe mit Jodtabletten.

Die kombinierte Behandlung mit Jod und Schilddrüsenhormonen

Heute weiß man: Als dritte medikamentöse Behandlungsmöglichkeit und Therapie der Wahl kann man Jod und Schilddrüsenhormone gleichzeitig einnehmen. Einige Medikamente enthalten schon beide Stoffe.

Sinnvoll ist das vor allem dann, wenn die Schilddrüse schon Knötchen gebildet hat oder die Therapie mit Jod oder Schilddrüsenhormonen alleine nicht effektiv gewesen sein sollte.

Wurde schon einmal wegen des Kropfes operiert oder Radiojod eingesetzt, eignet sich die Kombination zur Rückfallvorbeugung.
Sie hilft auch zum Ausgleich einer eventuellen Unterfunktion aufgrund der Operation oder auch der Radiojodtherapie.

Wann ist Jod zur Kropfbehandlung nicht sinnvoll?

Bei Erwachsenen ab etwa dem 40. Lebensjahr besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich Bezirke der Schilddrüse schon "autonom" verändert, also selbstständig gemacht hat.

Dann verträgt sie kein Jod mehr, denn Jod könnte eine Überfunktion auslösen.
Daher muss vor einer Behandlung mit Jod bei älteren Patienten erst geklärt werden, ob eine Autonomie vorliegt oder nicht.

Auch bei Autoimmunerkrankungen, wenn es sich zum Beispiel um einen Kropf bei Hashimoto-Thyreoiditis handelt, wird Jod nicht zur Kropfbehandlung eingesetzt.

Kropfoperation

Wenn der Kropf nicht mit Medikamenten behandelt werden kann oder er sogar weiter wächst, wird normalerweise operiert.
Und dies ist in Deutschland Alltag. Schilddrüsenoperationen sind mit fast 100.000 pro Jahr die dritthäufigste Routineoperation.

Zu 90 Prozent wird operiert, um einen Kropf zu beseitigen. Das Ziel einer solchen Struma-Operation ist eine Verkleinerung der Schilddrüse, und nicht die vollständige Entfernung wie bei einem Schilddrüsenkrebs.

Der Operateur belässt einen knotenfreien Rest von mindestens 10 Gramm. Falls dieser Rest kleiner ausfällt, wird sich wahrscheinlich eine Unterfunktion einstellen.

Spätestens drei bis sechs Monate nach der Operation steht fest, ob der Schilddrüsenrest ausreichend Hormone produziert oder ob der Patient Hilfe durch Schilddrüsenhormontabletten braucht.

Jod wird zur Verminderung eines Rückfalls, also zur Rezidivprophylaxe nach der Operation eingenommen, Schilddrüsenhormone, falls eine Unterfunktion eintritt.

Unumgänglich wird eine Operation, wenn der Kropf Komplikationen verursacht, z. B. die Luftröhre einengt oder eine Stimmbandlähmung verursacht.

Auch wenn der Verdacht auf bösartig wachsendes Schilddrüsengewebe besteht, ist eine Operation erforderlich.

Alternative zur Operation

Gibt es wichtige Gründe, die gegen eine Operation sprechen, wie z. B. unvertretbare Narkoserisiken, dann kann auch mit der Radiojodbehandlung ein Schrumpfeffekt erzielt werden. Der liegt bei etwa 30 Prozent.

Allerdings dürfen in diesem Fall keine verdächtigen Knoten vorhanden sein und die Schilddrüse darf nicht allzu groß sein.
Die Radiojodtherapie ist vor allem auch anstelle von Zweit- oder Drittoperationen sinnvoll, da die Operationsrisiken ansteigen.

Insbesondere nimmt durch die Vernarbungen der vorausgegangenen Operationen die Gefahr einer Verletzung des Stimmbandnerven zu.

Kropfbehandlung bei anderen Krankheitsursachen

Ist der Kropf nicht durch Jodmangel, sondern durch eine der seltenen anderen Ursachen entstanden, ist die Behandlung mit Jod leider auch nicht die Lösung.

Behandelt wird in der Regel mit Schilddrüsenhormon und natürlich muss – sofern möglich – die Ursache für die Kropfbildung beseitigt werden.


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