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RATGEBER - ADHS

Medikamentöse Therapie

1. Methylphenidat: Bei stark ausgeprägten Krankheitsanzeichen können Psychostimulanzien wie Methylphenidat helfen. Bei diesem Wirkstoff, bekannt unter den Handelsnamen Ritalin®, Medikinet®, Equasym®, Concerta®, handelt es sich um ein Amphetamin-Abkömmling. Das Psychopharmakon gibt es seit etwa 1960.

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Die ursprünglichen Krankheiten, die mit Methylphenidat behandelt wurden, waren Übergewicht, weil der Appetit gedämpft wird, Schlafsucht (Narkolepsie) und Ermüdungszustände während des Tages bei Erwachsenen.
Seit den 80er Jahren wird Methylphenidat bei Kindern und Jugendlichen zur Behandlung von ADHS gegeben. Offiziell zugelassen ist es seit 1996 für diese Indikation.


Wie wirkt der Wirkstoff Methylphenidat? Er erhöht die Menge an Dopamin im Gehirn. Genau gesagt, blockiert er die Transporter des Botenstoffs Dopamin im Gehirn.
Dopamintransporter schleusen nämlich Dopamin zurück in die Nervenzellen, sodass sie ihren Aufgaben als Botenstoff nicht nachkommen können. Damit steht dem Gehirn insgesamt zuwenig Dopamin zur Verfügung.

70 Prozent der Patienten reagieren positiv auf eine Stimulanzienbehandlung. Allerdings reagieren 30 Prozent gar nicht oder negativ. Dies hat möglicherweise folgende Ursache: Bei ADHS ist u. U. nicht nur der Stoffwechsel von Dopamin gestört, sondern auch der von den beiden Nervenbotenstoffen Serotonin und Noradrenalin.

Zumindest wurde bei Kindern mit schwer ausgeprägter ADHS ein Mangel an Serotonin festgestellt [1]. Hier sollen sowohl der neue Wirkstoff Atomoxetin als auch die alternative Nährstofftherapie hilfreich sein.

„Welche Ursachen sind bekannt"

Kritik an Methylphenidat: Die Verschreibung von Methylphenidat erfährt seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. In gleichem Maße, wie die Anzahl der Verordnungen ansteigt, mehren sich die kritischen Stimmen. Die Hauptkritik besteht sicher darin, dass die Langzeitfolgen bei einer Dauerbehandlung auf ein kindliches Gehirn noch nicht ausreichend erforscht sind.

Kritisiert wird auch, dass das Medikament zu leichtfertig bei insgesamt lebhaften oder schwer erziehbaren Kindern verabreicht wird, zum Teil ohne genaue Diagnosestellung.

Aber bei Nicht-ADHS-Patienten wirkt Methylphenidat stimulierend anstatt ausgleichend und beruhigend.

Sozialarbeiter berichten, dass das Medikament von gesunden Kindern und Jugendlichen auch als Droge eingenommen wird: Im Zusammenhang mit Alkohol kann dies zu Wahnvorstellungen und Orientierungslosigkeit führen.

2. Atomoxetin (Strattera®): Seit dem 1.3.2005 ist ein ADHS-Medikament mit einem neuen Wirkstoff auf dem deutschen Markt. Es handelt sich um den Wirkstoff Atomoxetin (Strattera®). Anders als das zuvor beschriebene Methylphenidat wirkt es nicht auf den Dopaminstoffwechsel, sondern auf den Noradrenalinstoffwechsel. Damit ist es eher für die Träumervariante als für den hyperaktive Störungen geeignet.

In den USA ist Atomoxetin schon zwei Jahre zuvor auf dem Markt. Dort ist es bis dahin zwei Millionen Patienten verschrieben worden. Die meisten Nebenwirkungen fielen bei Atomoxetin weitaus geringer aus als bei den übrigen ADHS-Medikamenten. So scheint Atomoxetin keine anregende Wirkung auf die Psyche zu haben und nicht süchtig machen zu können.

In Deutschland fällt Atomoxetin nicht wie die anderen ADHS-Präparate unter das Betäubungsmittelgesetz, was seinen Einsatz erheblich erleichtert.

Aber es mehren sich schon kritische Stimmen gegen die Arznei. So führt es vereinzelt zu Leberschäden. Darüber hat die britische Arzneimittelaufsichtsbehörde Ärzte in einem Brief gewarnt.

[1] Studie: Spivak et al: Circulatory levels of catecholamines, serotonin and lipids in attention deficit hyperactivity disorder, in: Acta Psychiatr. Scand 1999


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