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RATGEBER - Depressionen

Hilfe durch Psychotherapie

Eine Psychotherapie kann dem Betroffenen auf unterschiedliche Weise dabei helfen, die verlorene Kontrolle über sein Leben zurückzuerobern. Die im Laufe der Therapie erworbenen Erkenntnisse und Verhaltensweisen können zudem vor neuen Depressionen schützen.

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Der Begriff „Psychotherapie“ umfasst allerdings ein weites Gebiet. Dazu gehören zum einen verschiedene Formen der Verhaltenstherapie, bei denen eine Änderung der gewohnheitsmäßigen Reaktionen eine Veränderung im Denken und Fühlen mit sich bringen soll.

Eine andere Möglichkeit ist die Psychoanalyse, in welcher der Betroffene zusammen mit dem Therapeuten die Ursachen seines Denkens und Handelns ergründen will.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie basiert auf Erkenntnissen der wissenschaftlichen Psychologie – vor allem der so genannten Lernpsychologie. Es werden grundsätzlich nur solche Therapiemethoden angewendet, die sich in wissenschaftlichen Untersuchungen als erfolgreich erwiesen haben.

Im Zentrum der Verhaltenstherapie steht das nach außen sichtbare Verhalten des Betroffenen und dessen Auswirkungen.

Für Verhaltenstherapeuten zeigt sich durch die Depression in erster Linie ein Mangel an positiven („verstärkenden“) Erlebnissen, insbesondere im Umgang mit anderen Menschen.
Oder anders ausgedrückt: Der Mangel an verstärkenden Erlebnissen begünstigt eine Depression. Gleichzeitig verursacht die Depression den Mangel an verstärkenden Erlebnissen?

Wenn das soziale Umfeld bestimmte Verhaltensweisen nicht durch angenehme Konsequenzen „belohnt“, dann werden diese nach Ansicht der Verhaltenstherapeuten immer seltener gezeigt und verschwinden schließlich ganz. Auf diese Weise gerät der Betroffene in einen Teufelskreislauf, der ihn immer passiver und unglücklicher werden lässt.

Ziel der Verhaltenstherapie ist es nun, die Zahl der angenehmen Aktivitäten systematisch zu erhöhen. Dadurch lernt der Betroffene Verhaltensweisen, für die er höchstwahrscheinlich belohnt wird. Das hat eine positive Wirkung auf seine Depression. Gleichzeitig verbessern sich seine sozialen Fertigkeiten und er wird selbstsicherer.

Wer sich heutzutage für eine Verhaltenstherapie entscheidet, erhält wahrscheinlich eine so genannte kognitive Verhaltenstherapie.


Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine Erweiterung der klassischen Verhaltenstherapie. Sie hat sich bei der Therapie von depressiven Störungen als besonders wirksam entpuppt. „Kognitiv“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich der Therapeut verstärkt mit den Denkmustern seines Klienten beschäftigt.

Nach Ansicht der kognitiven Verhaltenstherapeuten hat ein Depressiver im Laufe seines Lebens eine Vielzahl ungesunder Einstellungen und Denkmuster entwickelt. Durch diese „Denkstörungen“ ist er nicht mehr in der Lage, anfallende Probleme und Schwierigkeiten zu bewältigen.

In der Therapie lernt der Betroffene nun, seine störenden Gedanken und Verhaltensweisen durch besser geeignete zu ersetzen.

Ein wichtiges Therapieziel ist die Erkenntnis, dass die negative Wahrnehmung von sich selbst, der Umwelt und der eigenen Zukunft nur eine von vielen möglichen Sichtweisen darstellt. Es ist eben nicht sicher, dass die neue Beziehung schief gehen wird oder die Kollegen einen nicht leiden können!

Hartnäckige automatische Gedanken wie: „ Ich bin wertlos!“ werden während der Therapie systematisch aufgedeckt und durch solche wie: „Meiner Familie und meinen Freunden bin ich sehr wichtig“ ersetzt. In Rollenspielen übt der Betroffene, Probleme mit seinem Umfeld zu lösen oder fremde Menschen anzusprechen.

Der Therapeut klärt seinen Patienten zudem so vollständig wie möglich über seine Depression auf, um ihn als Verbündeten im Kampf gegen sie zu gewinnen.

Psychoanalyse

Bei der Psychoanalyse handelt es sich um die von Sigmund Freud (1856-1939) entwickelte älteste Form der Psychotherapie.
Freud vertrat die Auffassung, dass die Ursachen psychischer Störungen in schmerzhaften Erfahrungen während der frühen Kindheit liegen. Diese sind dem Betroffenen jedoch nicht mehr bewusst.

Mit bestimmten psychoanalytischen Techniken – wie dem „freien Assoziieren“ oder der „Traumdeutung“ – sollen die unbewussten Gedächtnisinhalte wieder ins Bewusstsein gerufen und dann im Rahmen der Therapie entsprechend bearbeitet werden.

Psychoanalytiker sehen die Depression als eine Folge von Aggressionen, die gegen die eigene Person gerichtet werden. Mit Hilfe einer Analyse sollen die dahinter liegenden und verdrängten Konflikte des depressiven Klienten aufgedeckt werden.

Der Erfolg der Psychoanalyse wird von Fachleuten immer wieder in Frage gestellt.
Zudem sind die Forschungsergebnisse zur Behandlung von depressiven Störungen sehr widersprüchlich.

Interpersonale Psychotherapie (IPT)

Eine neue Methode, die derzeit vor allem in der Forschung eingesetzt wird, ist die von Klerman und Weissmann entwickelte „interpersonale Psychotherapie“. Hierbei handelt es sich um eine dynamische Kurzzeittherapie, die sich vor allem mit den aktuellen zwischenmenschlichen Problemen des Betroffenen beschäftigt, in denen auch die Ursache der Depression zu finden sein soll.

In meist nicht mehr als 15 Sitzungen wird dem depressiven Klienten der Widerspruch zwischen seinem Bedürfnis nach Nähe und seinem tatsächlichen Verhalten aufgezeigt.
Ziel ist es, den Umgang und den Austausch mit dem sozialen Umfeld zu verbessern.


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