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RATGEBER - Depressionen

Stimmungstief oder Depression?

„Sei nicht so depressiv“, heißt es, wenn jemand niedergeschlagen ist und pessimistisch in die Welt blickt. Eine Trauerreaktion, ein Novembertief oder einfach mal nur ein „Wochenendblues“ sind völlig normale Erscheinungen, die im Leben eines jeden Menschen vorkommen.

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Übergeordnet kann man diese Erscheinungen auch als „depressive Verstimmung“ bezeichnen. Eine „echte Depression“, die auch „depressive Störung“ genannt wird, muss aber ganz bestimmte Kriterien erfüllen.

Grundsätzlich kann nur ein Fachmann eine Depression von einer länger andauernden Trauerphase unterscheiden. Die Diagnose wird erst nach einem ausführlichen Gespräch und / oder entsprechenden Tests gestellt.

Da eine Depression nur in den seltensten Fällen von alleine ausheilt, sondern sich eher verschlimmert und dadurch die Behandlung erschwert, sollte bei einem Verdacht umgehend ein Arzt oder ein Psychotherapeut aufgesucht werden.

Der Schritt, sich von einem Fachmann helfen zu lassen, bedeutet nicht, dass Sie geistig nicht zurechnungsfähig sind. Er soll Ihnen lediglich dabei helfen, wieder ein befriedigendes Leben führen zu können.

Im folgenden sind einige Kriterien beschrieben, die eine Depression ausmachen.

Gedrückte Stimmung

Die Betroffenen fühlen sich dauerhaft niedergeschlagen, traurig, innerlich bedrückt, freud-, mut-, und hoffnungslos – ohne dafür einen hinreichenden Grund nennen zu können.

Diese Gefühle stehen im Zentrum der Depression. Hier liegt auch der Unterschied zwischen einer depressiven und einer trauernden Person. Denn so groß die Trauer – zum Beispiel beim Verlust einer geliebten Person – auch sein mag: Irgendwann wird sie schwächer und geht schließlich vorbei.

Eine unbehandelte Depression wird dagegen von allein meist nicht besser. In vielen Fällen dauert sie so lange, dass die Betroffenen sie gar nicht mehr mit einem Auslöser in Verbindung bringen.

Darüber hinaus können Depressionen auch ohne vorausgehende Schicksalsschläge auftreten.

Keine Aufmunterung möglich

Depressive Menschen lassen sich nur schwer aufmuntern oder von ihrem Leiden ablenken.

In Gegenwart ihrer Familie oder von Freunden fühlen sie sich sogar oft noch deprimierter, da sie die gut gemeinten Aufmunterungsversuche nicht annehmen können.

Auch hier besteht ein wichtiger Unterschied zu Trauernden. Denn diese sind in der Regel für jede Ablenkung dankbar.

Das große schwarze Loch droht dann, wenn sie allein mit sich und ihren Erinnerungen sind.

Stimmungsschwankungen im Tagesverlauf

Bei Depressionen schwankt die Stimmung gewöhnlich im Laufe des Tages.

Viele Depressive fühlen sich morgens besonders schlecht (das so genannte Morgentief). Im Tagesverlauf geht es ihnen dann besser.

Negative Gedanken und Gefühle

Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle: Viele Depressive geben sich selbst die Schuld für ihre Depression und betrachten diese als eine logische Konsequenz ihres eigenen Versagens. Auch sonst fühlen sie sich oft unfähig und minderwertig.

Angst

Depressive werden häufig von einem unbestimmten Angstgefühl oder konkreten Ängsten gequält – wie beispielsweise die Furcht vor Krankheiten, Verarmung oder Schicksalsschlägen.

Die Angst kann körperliche Beschwerden wie Atemnot, Schwindel oder Herzrasen auslösen.

Antriebslosigkeit und Überforderung

Die meisten Depressiven leiden unter mangelndem Antrieb und Unentschlossenheit. Mit alltäglichen Entscheidungen und Aufgaben fühlen sie sich überfordert, können sich zu nichts mehr motivieren und fühlen sich kraftlos.

Konzentrationsstörungen

Depressive drehen sich oft gedanklich im Kreis und verstricken sich dabei in Grübeleien. Es fällt ihnen sehr schwer, sich zu konzentrieren.

Körperliches Unwohlsein

Schlafstörungen

Depressive können oft schlecht ein- und / oder durchschlafen. Viele wachen in den frühen Morgenstunden auf und liegen dann stundenlang wach. 

Schmerzen und Unwohlsein

Depressive leiden häufig unter körperlichen Schmerzen und Beschwerden, für die keine körperliche Ursache gefunden wird.

Möglich sind u. a. Kopfschmerzen, Probleme im Magen-Darm-Bereich, Engegefühl in der Brust, Probleme mit dem Herz sowie schmerzhafte Verspannungen in Schulter und Armen.


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