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RATGEBER - Depressionen

Unterschiedliche Formen und Verläufe einer Depression

Eine Depression beeinflusst und verändert sowohl die Gedanken und Gefühle als auch den Körper und das Verhalten dem Umfeld gegenüber. Welche Symptome sich aber bei dem jeweiligen Betroffenen verstärkt bemerkbar machen, ist individuell verschieden.

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Während der eine besonders über Schlaflosigkeit und Antriebsschwäche klagt, leidet ein anderer vor allem unter wiederkehrenden Grübeleien und fehlendem Appetit.

Ebenso unterschiedlich wie die Krankheitsanzeichen sind auch die Verläufe einer depressiven Störung. Wichtig ist, dass längst nicht jede Depression in einer dauerhaften psychischen Störung endet.

Knapp ein Drittel (30 Prozent) der Betroffenen wird nur ein Mal depressiv und erholt sich davon wieder vollständig. Im Durchschnitt dauert eine depressive Phase drei bis zwölf Monate. Die Dauer sagt aber noch nichts über die Schwere der Störung aus.

Aus diesen Gründen ist die Depression noch einmal in verschiedene Formen unterteilt worden.
Zur Zeit wird in der Forschung davon ausgegangen, dass alle Varianten der Depression mit Veränderungen des Stoffwechselhaushaltes im Gehirn verbunden sind.

Major Depression

Die Major Depression ist eine häufig vorkommende und schwere Form der Depression. Die statistische Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben daran zu erkranken, liegt für jeden Menschen bei 15 Prozent.

Meistens beginnt die Störung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Die Major Depression verläuft in Phasen, die bis zu mehreren Monaten andauern können. Diese zeichnen sich hauptsächlich durch eine traurige und niedergeschlagene Stimmung sowie den Verlust von Antrieb, Interesse und Freude aus.Darüber hinaus verlieren die Betroffenen häufig ihren Appetit und leiden unter Gewichtsabnahme oder -zunahme.

Der normale Schlafrhythmus ist gestört. Drängen sich immer wieder Gedanken an den Tod oder sogar an Selbstmord auf, so muss umgehend professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Dysthymie

Bei der Dysthymie sind ähnliche Symptome zu beobachten wie bei der Major Depression. Allerdings treten diese in abgeschwächter Form auf.

Das herausragende Merkmal der Dysthymie ist die emotionale Verstimmung, die sich in einer dauerhaft niedergedrückten und traurigen Stimmung äußert.

Im Gegensatz zur Major Depression verläuft die Dysthymie chronisch. Wird sie nicht erfolgreich behandelt, so dauert sie in der Regel länger als zwei Jahre.

Aufgrund des chronischen Verlaufs handelt es sich bei der Dysthymie ebenfalls um eine schwere Form der Depression.

Bipolare Störung (Manische Depression)

Die manische Depression – auch bipolare Störung genannt – ist durch einen Wechsel zwischen einer traurigen und niedergeschlagenen Stimmung (depressive Phasen) und Euphorie und Aktivität (manische Phasen) gekennzeichnet.

Während der manischen Phasen entwickelt der Betroffene eine Vielzahl großartiger, aber vollkommen unrealistischer Ideen und Pläne. Dabei kann er einen Gedanken nicht konsequent bis zum Ende verfolgen, sondern springt immer wieder von einem Plan zum nächsten (Ideenflucht).

Während einer manischen Phase können die Betroffenen ihre gesamte Existenz aufs Spiel setzen, indem sie beispielsweise ihr Geld verspielen oder in vollkommen unrealistische Projekte stecken.
Aus diesem Grund müssen Angehörige und Therapeuten den Manisch-Depressiven so weit wie möglich vor sich selbst schützen.

Die Betroffenen selbst empfinden die manische Depression übrigens trotz der Hochstimmungsphasen als genauso belastend wie andere Formen der Depression.

Endogene Depression

Die Bezeichnung „endogen“ bezieht sich nicht auf die Symptome der Depression, sondern auf deren Ursache.

„Endogen“ bedeutet so viel wie „von innen heraus“. Damit wird eine in Phasen verlaufende Depressionen bezeichnet, deren Ursache weitgehend unbekannt ist.

Da keine äußeren Ereignisse für den Ausbruch der Depression verantwortlich sind, wird eine plötzlich aufgetretene Stoffwechselstörung in den Gehirnzellen – zum Beispiel ein Noradrenalin- oder Serotoninmangel – oder eine entsprechende genetische Veranlagung als Depressionsursache angenommen.

Endogene Depressionen beginnen meist schleichend und klingen in vielen Fällen nach einigen Monaten auch ohne äußere Einflüsse wieder ab. Behandelt werden endogene Depressionen in der Regel mit Hilfe von Medikamenten (Antidepressiva).

Kommt es immer wieder zu Rückfällen, was dann als eine „rezidivierende depressive Störung“ bezeichnet wird, können so genannte rückfallverhütende Substanzen eingesetzt werden. Hierfür stehen zur Zeit drei verschiedene Substanzgruppen zur Verfügung: Lithiumsalze, Carbamazepin und Valproinsäure.

Reaktive Depression

Die Diagnose „reaktive Depression“ wird immer dann gestellt, wenn sich depressive Symptome als Reaktion auf belastende Lebensereignisse einstellen.

Eine besonders schwere Belastung ist der Tod des Partners oder nahe stehender Verwandter und Freunde. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes kann unter Umständen depressiv machen.

Viel weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch eine Vielzahl wiederkehrender kleiner Stressoren – wie ständiger Streit in der Familie oder Ärger am Arbeitsplatz – zu Depressionen führen können.

Atypische affektive Störung

Hierbei handelt es sich um eine nicht völlig als eigenständige Erkrankung anerkannte Unterform der Depression. Die typische Depression gibt sich durch Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Traurigkeit und Konzentrationsprobleme zu erkennen.

Bei der „atypischen Depression“ fehlen diese Krankheitsanzeichen. Stattdessen kommt es meist zu einem Appetitverlust oder aber auch zu übermäßigem Essen sowie zu einem erhöhten Schlafbedürfnis. Die meisten Betroffenen fühlen sich zudem nicht oder nur wenig depressiv.

Depressionen können folgendermaßen unterschieden werden:

1.) nach der angenommenen Ursache:
Endogene Depressionen - Reaktive Depression
von innen kommend; evtl. genetisch bedingt als Reaktion auf (äußere) Schicksalsschläge
Primäre Depression - Sekundäre Depression
Depression tritt alleine auf; Depression tritt zusammen mit anderen Krankheiten, Alkoholmissbrauch, Essstörungen oder Krebs auf
2.) nach Erscheinung und Schwere:
Psychotische Depression - Neurotische Depression
für Außenstehende nicht mehr nachvollziehbar / verständlich; oft Wahnideen. zugrunde liegender Konflikt ist irgendwo verständlich.
Major Depression - Minor Depression
der für Depressionen festgelegte Schweregrad wird erreicht; der Schweregrad der Depression liegt unterhalb einer definierten Schwelle
affektive Störung - dysthyme Störung
deutlich depressives Erscheinungsbild; meist kurzer, heftiger Verlauf mild depressive Verstimmungen; meist schleichend und von langer Dauer
3.) nach Verlauf:
Unipolare Störung - Bipolare Störung
der Betroffene ist nur depressiv; bei dem Betroffenen wechseln sich depressive und manische Phasen ab
Saisonale Depression - Nichtsaisonale Depression
Depression ist an eine bestimmte Jahreszeit – meist Winter – gekoppelt; Depression tritt unabhängig von der Jahreszeit auf

Depressionsformen im Überblick

Für die verschiedenen Formen von Depressionen gibt es eine international verbindliche Einteilung. Diese Klassifikation wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt und als ICD10 („Internationale Klassifikation“) der psychiatrischen Krankheiten bezeichnet.

 

Im ICD-10 werden Depressionen zu den so genannten „affektiven Störungen“ gezählt. Diese Gruppe zeichnet sich durch eine deutliche Veränderung in der Gesamtheit der Stimmung oder des emotionalen Geschehens (Affektivität) aus.

 

Bei den meisten dieser Störungen kommt es zu Rückfällen. Auslöser hierfür sind oft belastende Ereignisse oder Situationen.

 

1. Depressive Episode
Charakteristisch:
Gedrückte Stimmung, verminderter Antrieb, verringerte Aktivität, kaum Fähigkeit zur Freude, Beeinträchtigung des Interesses oder der Konzentration, Ausgeprägte Müdigkeit nach kleinsten Anstrengungen, Schlaf- und Appetitstörungen (Gewichtsverlust), Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens, Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit, kaum emotionale Reaktionen auf Lebensumstände, Verlust des sexuellen Interesses („Libidoverlust“).
2. Manische Episode
Charakteristisch:
übertrieben gehobene Stimmung, Erhöhung der Aktivität und des Antriebs, gesteigerte Geselligkeit und Gesprächigkeit, verstärktes sexuelles Interesse, vermindertes Schlafbedürfnis
2.1 Hypomanie
Charakteristisch:
anhaltende, leicht gehobene Stimmung allgemeines Wohlbefinden sowie das Gefühl körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit oder aber Reizbarkeit und flegelhaftes Verhalten.
Kein Abbruch der Berufstätigkeit oder der sozialen Beziehungen und keine Halluzinationen oder Wahnideen.
2.2. Manie
Charakteristisch:
übertrieben gehobene Stimmung, die zwischen sorgloser Heiterkeit und unkontrollierbarer Erregung schwankt, starke Ablenkbarkeit, Größenwahn oder übertriebener Optimismus, Verlust normaler sozialer Hemmungen, der zu leichtsinnigem und rücksichtslosem Verhalten führen kann.
3. Bipolare affektive Störung
Charakteristisch:
Wechsel zwischen gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie) sowie gedrückter Stimmung, vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression)
4. Wiederkehrende (rezidivierende) depressive Störung
Charakteristisch:
wiederholte depressive Phasen - ohne Episoden von gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie), die wenige Wochen bis mehrere Monate andauern können.
Die schweren Formen haben viel mit den früheren Konzepten der manisch-depressiven Krankheit, der Melancholie, der vitalen Depression und der endogenen Depression gemeinsam. Treten manische Phasen auf, so handelt es sich um eine bipolare affektive Störung.
5. Anhaltende affektive Störung
Charakteristisch:
anhaltende Stimmungsstörungen, die aber für eine leichte depressive Phase nicht schwer genug sind. Durch ihre anhaltende Dauer sind sie mit großem Leid und Beeinträchtigung für die Betroffenen verbunden.
5.1 Zyklothymia
Charakteristisch:
labile Stimmung mit depressiven und manischen Phasen, von denen aber keine ausreichend schwer und anhaltend genug ist, um die Kriterien einer bipolaren affektiven Störungen oder einer rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Einige Patienten mit Zyklothymia entwickeln eine bipolare affektive Störung.
5.2. Dysthymia
Charakteristisch:
chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug für eine anhaltende (rezidivierende) depressive Störung ist.

 

 


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