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RATGEBER - Depressionen

Die depressiven Eltern

Aller Aufklärung zum Trotz bleiben die Depressionen älterer Menschen oft unerkannt und somit auch unbehandelt.

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Eindeutige Signale wie massive Schlafstörungen, mangelnder Appetit und Hoffnungslosigkeit werden als Teil des normalen Alterungsprozesses betrachtet und schicksalsergeben hingenommen, sowohl von den Betroffenen selbst als auch von ihrem Umfeld.

Das Älterwerden bringt Veränderungen mit sich. Das gilt sowohl für die Lebensbedingungen – wie Auszug der Kinder oder finanzielle Einbußen durch die Rente – als auch für die körperliche Fitness. Diese Umstellungen allein machen aber noch nicht depressiv.

Psychologen haben herausgefunden, dass die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden im Alter sehr stark von der Bewertung der betroffenen Person selbst abhängen. Das Älterwerden kann entweder als willkommene Chance gesehen werden, sich endlich einmal ohne schlechtes Gewissen den einen oder anderen Lebenstraum zu erfüllen, oder es wird als ein fortschreitender Verlust gesellschaftlicher Anerkennung und der eigenen Selbständigkeit wahrgenommen. Letzteres kann unter Umständen eine depressive Störung auslösen.

Wenn sich ein Elternteil über längere Zeit depressiv verhält, dann sollten Sie aktiv werden. Überzeugen Sie den Betroffenen davon, einen Arzt aufzusuchen.

Die Selbstmordquote speziell alleinstehender älterer Männer ist alarmierend hoch. Dabei bestehen gute Erfolgsaussichten bei verschiedenen Psychotherapien: Ältere Menschen kommen hier im Durchschnitt schneller voran als jüngere Patienten, auch wenn hartnäckige Vorurteile immer wieder das Gegenteil behaupten!

Das richtige Maß: helfen – aber richtig!

Es ist gefühlsmäßig sehr belastend, wenn die eigenen Eltern plötzlich depressiv werden. Sehr verständlich ist es, dass Sie sich Sorgen machen und helfen wollen. Ganz wichtig ist hier jedoch das richtige Maß.

Bieten Sie dem betroffenen Elternteil in einem offenen Gespräch Ihre Hilfe an. Sie dürfen ruhig hartnäckig sein, wenn die Beschwerden als Lappalie abgetan werden. Entscheiden Sie aber möglichst nicht über den Kopf des Betroffenen hinweg.

Alle Formen der Entmündigung verstärken nur das ohnehin vorhandene Hilflosigkeitsgefühl und somit auch die Depression. Darüber hinaus sollten Sie klare Grenzen setzen. Sie können keine Vollzeitbetreuung leisten, wenn Sie „nebenbei“ noch Ihren Job, die Kinder und den eigenen Haushalt managen müssen. Das führt zwangsläufig zu Stress, Überforderung und Unzufriedenheit. Und damit ist schließlich niemandem geholfen.

Depression durch Arterienverkalkung?

Britische Forscher entdeckten bei zahlreichen depressiven Verstorbenen, die 60 Jahre und älter waren, Verkalkungen der Arterien (Arteriosklerose). Betroffen waren vor allem die Aorta (Körperschlagader) und die großen Gehirn-Blutgefäße. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass eine Arterienverkalkung depressiv machen kann.

Ungeklärt ist allerdings, ob die Verkalkung tatsächlich die Ursache und nicht vielleicht eine Folge der Depression ist.

Seien Sie ehrlich zu depressiven Eltern

Ihre Mutter überschüttet Sie bei jedem Besuch mit Klagen und Vorwürfen? Ihr Vater hört Ihnen nie richtig zu? Dann sagen Sie es ihnen!

Nur weil Ihre Eltern nicht mehr die Jüngsten sind, müssen sie nicht in Watte gepackt werden. Im Gegenteil: Eltern verstehen oft gar nicht, warum sich ihr erwachsener Nachwuchs immer mehr zurückzieht. Sie fühlen sich schlecht behandelt und im Stich gelassen. Das kann zu depressiven Gefühlen führen oder bereits vorhandene Depressionen verstärken. Die Wahrheit und ein bisschen Fingerspitzengefühl können hier wahre Wunder bewirken.

Viele ältere Menschen leiden verstärkt unter den so genannten depressiven Denkfehlern. Typische Beispiele hierfür sind:

  • „Ich bin doch nur noch eine Last für alle!“
  • „Ich bin vollkommen nutzlos und überflüssig!“
  • „Wer will mich denn schon noch in seiner Nähe haben!?“
  • „Früher war halt alles besser!“
  • „Ich bin einfach zu alt, um....“

Wenn Sie wiederholt über derartige Aussagen stolpern, sollten Sie Ihre Eltern darauf ansprechen. Erklären Sie Ihnen den Zusammenhang zwischen negativen Gedanken und depressiven Gefühlen und überlegen Sie gemeinsam, wie sich diese aufdecken und beseitigen lassen.

Klischees engen ein und machen depressiv

Einige negative Sätze spiegeln auch die Erwartungen der Gesellschaft an ihre Senioren wider. Je älter eine Person wird, umso festgelegter werden die Verhaltensregeln. „Alt sein“ und „Spaß haben“ oder „Neues ausprobieren“ passen offenbar nicht zusammen.

Was sollen schließlich die Nachbarn denken, wenn Großpapa in seinem stattlichen Alter plötzlich verliebt wie ein Teenager in der Gegend herumturtelt!? Versuchen Sie diese Vorurteile nicht zu verfestigen. Passivität und Langeweile sind ein Nährboden für depressive Gefühle.

Ein aktives und abwechslungsreiches Leben schützt dagegen vor drohenden Depressionen im Alter. Ermutigen Sie Ihre Eltern dazu, bestimmte Dinge einfach auszuprobieren. Wer sagt denn, dass sie tatsächlich schon zu alt sind für die erträumte Kreuzfahrt?

Krankheiten als Lebensinhalt

Mit dem Alter nehmen auch die kleinen und großen Beschwerden zu. Während einige Senioren tapfer darüber hinweggehen, beschäftigen sich andere übermäßig stark mit ihnen.

Diese Tendenz, Krankheiten zum Lebensinhalt zu machen, wird durch eine Depression oft verstärkt. Die Betroffenen verbringen dann einen Großteil ihrer Zeit in verschiedenen Arztpraxen, lesen Arzt- und Apothekenzeitschriften und reden oft über ihre körperlichen Beeinträchtigungen.

Schmerzen und Unwohlsein sind ohne Zweifel ernst zu nehmende Alarmzeichen des Körpers, die unbedingt ärztlich untersucht werden sollten. Dann aber gilt: Je mehr sich der Betroffene auf seine Beschwerden konzentriert, umso stärker nimmt er sie auch wahr.
Dies ist besonders bei langfristigen oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Rheuma der Fall. Erklären Sie Ihren Eltern diesen Zusammenhang und lenken Sie das Gespräch immer wieder auf erfreulichere Themen.

Wen das Gedächtnis im Stich lässt

Bekanntermaßen lässt vor allem das Kurzzeitgedächtnis im Alter nach. Allerdings ist dieser Effekt längst nicht so dramatisch, wie immer angenommen wird.

Eine Untersuchung der Universität von Chicago ergab, dass die meisten Gedächtnisprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten im Alter durch Depressionen verursacht werden – und nicht durch die gefürchtete Alterssenilität.

Gleichzeitig kam heraus, dass sich viele depressive Senioren nur einbilden – aufgrund ihrer negativen Gedanken – ihr Gedächtnis sei schlechter geworden. Der vermeintliche „Gedächtnisverlust“ wurde beklagt und dann von nahen Angehörigen bestätigt.

Trauer und Verluste bewältigen

Auf jeder Stufe unserer Entwicklung erwarten uns bestimmte, vorprogrammierte Lebenskrisen: als Kind zum Beispiel die Ablösung von der Mutter, als Teenager die Suche nach der eigenen Identität und dem idealen Partner, als Erwachsener der Balanceakt zwischen Beruf und Familie.

Ältere Menschen müssen lernen, mit Verlusten und Trauer umzugehen. Dabei ist es vollkommen normal, dass der Verlust lieb gewonnener Menschen vorübergehend zu depressiven Verstimmungen führt, besonders dann, wenn es sich um enge Verwandte oder sogar um den eigenen Partner handelt. Entsprechend schwierig ist es für die Angehörigen, eine normale Trauer von einer Depression zu unterscheiden.
 
Der erste Schock nach einem Verlust wird oft mit Beruhigungs-, Schmerz- und / oder Schlafmitteln bekämpft. In einigen Fällen ist das sicherlich auch notwendig und sinnvoll. Versuchen Sie Ihre Eltern jedoch daran zu hindern, regelmäßig zu Tabletten zu greifen.
Medikamente stören die zwar schmerzhafte, aber notwendige Trauerarbeit und verlängern so den Trauerprozess. Darüber hinaus können viele Mittel bei dauerhaftem Gebrauch abhängig machen.

Normale Trauer oder schon Depression?

Alleine die Dauer der Trauerphase reicht als Hinweis für eine Depression nicht aus.
Einen ersten Anhaltspunkt zu Unterscheidung zwischen Trauer und Depression bieten dagegen die folgenden Fragen:

A: Ist bei dem/der Trauernden so etwas wie ein Aufwärtstrend zu entdecken?

B: Ist seine/ihre Verfassung seit Wochen oder gar seit Monaten unverändert?

A: Lässt sich der/die Betroffene kurzzeitig ablenken únd ist er/sie für diese Ablenkung dankbar?

B: Fühlt er/sie sich durch die Ablenkung nur noch elender?

A: Hängt das Befinden von bestimmten Ereignissen ab ("Geburtstag des Verstorbenen?")

B: Schwankt das Befinden im Laufe des Tages ("Morgentief")?

Wenn Sie A-Fragen mit "Nein" und die B-Fragen mit "Ja" beantwortet haben, ist der/ die Betroffene zumondest gefährdet eine Depression zu entwickeln.

In diesem Falle sollte er oder sie sich unbedingt ärztlich untersuchen lassenn.

Rentnerdasein: Am Anfang droht die Krise

Wie oft wurde sie im harten Arbeitsalltag herbeigesehnt – und kaum ist sie da, löst sie schwere Krisen und schlimmstenfalls sogar Depressionen aus: die Rente!

Viele Arbeitnehmer erleben den Übergang vom Berufsleben zum Rentnerdasein regelrecht als Schock. Sie fühlen sich plötzlich „zum alten Eisen“ gehörig und wissen nichts mit ihrer freien Zeit anzufangen, besonders dann, wenn der Job als zentraler Lebensinhalt wenig Platz für Hobbys und Freundschaften ließ.

Aber auch alle anderen verlieren mit der Rente eine wichtige Aufgabe und viele Sozialkontakte. Dadurch entsteht eine Lücke, die erst einmal gefüllt werden muss.

Machen Sie Ihren Eltern bewusst, dass derartige Gedanken normal sind. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass die Rente mit einer Krise beginnt.
Allerdings sollten die frischgebackenen Rentner versuchen, diese Krise als Chance zu begreifen. Immerhin ist jetzt endlich mal Zeit für alles, was sie „immer schon“ machen wollten.

Überlegen Sie zusammen mit Ihren Eltern, wie ihr Leben nach dem Job aussehen könnte und sollte: Welche Interessen – wie etwa Reisen oder eine neue Sprache lernen – wollen sie jetzt verfolgen? Oder möchten sie vielleicht ehrenamtlich anderen Menschen helfen? Entwerfen Sie einen konkreten Plan, wie diese Vorhaben umgesetzt werden können: Welche bezahlbaren Sprachschulen, Volkshochschulen oder Universitäten gibt es in der Nähe? Welches Reisebüro hat sich auf Seniorenreisen spezialisiert? Wo könnten Ihre Eltern möglichst unverfänglich neue Leute kennen lernen?

Legen Sie Ihnen außerdem eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung ans Herz. Dann steht einem rüstigen und erfüllten Rentnerleben nichts mehr im Weg!

Bilanz ziehen

Frischgebackene Rentner ziehen in den ersten Wochen ihres neuen Lebensabschnittes oft Bilanz und denken über die vergangenen Jahre nach.

Eine depressive Grundstimmung bewirkt jedoch, dass die ganze Vergangenheit wie durch eine trostlose graue Brille gesehen wird. Die aufkommende Trauer über unerfüllte Wünsche und gescheiterte Hoffnungen verstärkt die vorhandenen depressiven Tendenzen.

Aus diesem Grund sollte das Bilanzziehen auf eine depressionsfreie Zeit verschoben werden!


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