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RATGEBER - Depressionen

Körperliche Ursachen

Bislang war fast ausschließlich von den psychischen Ursachen der Depression die Rede.
Eine depressive Störung kann aber auch durch körperliche Faktoren ausgelöst werden.

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Diese Arten der Depression werden oft sowohl von den Betroffenen als auch von den behandelnden Ärzten nicht erkannt beziehungsweise falsch interpretiert.

Fallen sie zeitlich zufällig mit einem „normalen“ Stimmungstief zusammen, so lassen sich Ursache und Auswirkung noch schwerer unterscheiden.

Depressionen aufgrund von Medikamentennebenwirkungen

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann unter Umständen zu Depressionen beziehungsweise depressiven Verstimmungen führen.

In Einzelfällen wurde beispielsweise berichtet, dass bei Frauen nach Einnahme der Anti-Baby-Pille depressive Verstimmungen neu auftraten oder sich eine bereits bestehende Depression verschlimmerte.
Da davon betroffene Frauen aufgrund der Verschreibungspflichtigkeit der Pille regelmäßigen Kontakt mit ihrem Frauenarzt beziehungsweise ihrer Frauenärztin haben, wird die depressive Verstimmung bei den meisten Patientinnen rasch erkannt und durch die Verschreibung eines anderen Präparates behoben.

Wissenschaftlich gut belegt ist mittlerweile, dass auch die Einnahme von Corticosteroiden unter Umständen anfälliger für eine Depression machen kann.

Die aus dem Nebennierenhormon Cortisol gewonnenen Steroide besitzen eine stark entzündungshemmende Wirkung und werden vor allem bei der Behandlung schwerer Asthmaerkrankungen eingesetzt.
Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, verstärkt eine erhöhte Cortisolproduktion des Körpers, verursacht beispielsweise durch Stress oder durch eine Infektionskrankheit, die Anfälligkeit für Depressionen.

Das gleiche gilt, wenn Cortisol künstlich zugeführt wird.
Aus diesem Grund sollten Corticosteroide nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Der beste Einnahmezeitpunkt ist frühmorgens, wenn die natürliche Cortisolausschüttung des Körpers am höchsten ist.

Widersprüchliche Forschungsergebnisse finden sich dagegen zu der Frage, ob auch Bluthochdruckmittel, so genannte Beta-Blocker, die Depressionsanfälligkeit erhöhen können. Nachdem jahrelang von einem entsprechenden Zusammenhang ausgegangen wurde, widersprechen neuere Studien diesem Ergebnis.

Beta-Blocker verringern gezielt die Aktivität in einem Teil des Nervensystems, dem so genannten Sympathikus.
Dieser ist unter anderem für die Beschleunigung des Herzschlages sowie die Erhöhung des Blutdrucks bei Stress oder verstärkter körperlicher Leistung zuständig.

Depressionen nach Alkoholgenuss oder Drogenkonsum

Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Konsum bestimmter Substanzen Depressionen auslösen kann.

Dazu gehören Alkohol und eine Reihe illegaler Drogen wie Amphetamine, Kokain, Opiate und Barbiturate.

Die genauen Stoffwechselmechanismen, die durch die Einnahme von Alkohol oder Drogen ausgelöst werden, sind im Einzelfall aber noch ungeklärt.

 

Depressionen nach Krankheiten

Auch Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Grippe oder Hepatitis können zu Depressionen führen.
Dabei scheint das Stresshormon Cortisol eine zentrale Rolle zu spielen: Ebenso wie übermäßiger Stress führen auch Infektionskrankheiten zu einer erhöhten Ausschüttung von Cortisol.

Wie bereits erwähnt, konnte in mehreren Untersuchungen nachgewiesen werden, dass der Cortisolspiegel bei Depressiven stark erhöht ist.
Eine entsprechende Erhöhung durch eine Infektionskrankheit lässt die Betroffenen somit anfälliger für eine Depression werden, macht sie jedoch nicht automatisch depressiv.


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