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RATGEBER - Depressionen

Weitere Gründe:

Geschlecht, Alter, Umwelt, Veranlagung

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Risiko Frau?

Frauen leiden ungefähr zwei- bis dreimal so häufig unter depressiven Störungen wie Männer.

Einige Depressionsforscher vermuten allerdings, dass Depressionen bei Frauen einfach nur häufiger
erkannt werden, da sie offener über ihre Gefühle und Ängste sprechen.

Fest steht jedoch, dass sich besonders Frauen mit Kindern nach wie vor in einer schwierigen gesellschaftlichen Position befinden: Als Hausfrau erhalten sie oft wenig Anerkennung; als berufstätige Mutter sind sie einer massiven Doppelbelastung ausgesetzt. Beides kann unter Umständen depressiv machen.

Darüber hinaus werden Mädchen noch immer eher dazu erzogen, passiv und ängstlich zu sein. Dadurch fühlen sie sich abhängiger von ihrer Umwelt als Jungen.
Das Abhängigkeitsproblem spielt gerade bei weiblichen Depressiven eine ganz zentrale Rolle.

Auch bei der Selbsteinschätzung zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Männer glauben typischerweise, mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben als es tatsächlich der Fall ist.

Frauen unterschätzen hingegen oft ihre eigenen Fähigkeiten, überschätzen zugleich ihre Verantwortung für bestimmte Situationen und entwickeln so schneller Schuldgefühle, zum Beispiel wenn ihr Kind plötzlich Probleme in der Schule hat.

Schwangerschaft und Geburt: Achterbahnfahrt der Hormone

Bei der Geburt sind Frauen besonders starken hormonellen Schwankungen ausgesetzt. Um den Stress und die Schmerzen erträglicher zu machen, setzt der Körper so genannte Glückshormone (Endorphine) frei.

Wenn die Produktion nach der Geburt wieder eingestellt wird, kann es zu Entzugserscheinungen und depressiven Verstimmungen kommen. Diese werden auch „Babyblues“ oder „Wochenbettdepression“ genannt.

 

Depressionen in verschiedenen Lebensaltern

Nicht nur die Schwangerschaft und Geburt, auch andere Hormonumstellungen – etwa in den Wechseljahren oder
nach Absetzen der Pille – können unter Umständen
depressiv machen.

Neben Frauen (s. o.) gelten ältere Menschen als besonders depressionsgefährdet. Alt werden ist oft mit massiven Veränderungen verbunden, zum Beispiel mit dem Verlust
des Partners, des Berufes und / oder auch der Gesundheit.

Der Umgang mit derartig einschneidenden Ereignissen muss gelernt werden. Andernfalls können diese Schicksalsschläge eine so genannte Altersdepression auslösen.

Der Einfluss der Gene auf die Depression

Auch eine entsprechende genetische Veranlagung kann bei der Entstehung einer Depression eine Rolle spielen. Dieser Zusammenhang konnte besonders eindrucksvoll bei depressiven eineiigen Zwillingen nachgewiesen werden.

Erkrankte einer der beiden an einer depressiven Störung,
so wurde der andere mit überdurchschnittlich hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls depressiv. Dies war auch dann der Fall, wenn die beiden Zwillinge in ganz verschiedenen Umfeldern aufgewachsen waren.

Für zweieiige Zwillinge oder Geschwisterkinder, die sich genetisch wesentlich stärker voneinander unterscheiden, konnte kein derart erhöhtes Depressionsrisiko festgestellt werden. Zudem erkranken Kinder depressiver Eltern deutlich häufiger an Depressionen als solche aus einer nicht vorbelasteten Familie.

Wichtig ist jedoch, dass es sich bei der Veranlagung lediglich um einen möglichen depressionsauslösenden Faktor unter vielen handelt. Betroffene werden also trotz ihrer erblichen Belastung nicht automatisch depressiv.

Depression ohne Ursache

Nicht in allen Fällen gibt es eine eindeutige Ursache für die Depression. In manchen Fällen geraten die Botenstoffe im Gehirn ohne ersichtlichen Grund außer Kontrolle und lösen
so eine Depression aus.

Es bleibt allerdings dahingestellt, ob es nicht doch eine Ursache gibt, die Forschung diese aber einfach noch nicht erkennen konnte.


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