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RATGEBER - Depressionen

Wie entsteht eine Depression?

Wie genau und warum eine Depression entsteht, ist immer noch ein Rätsel. Organisch zeigt sich eine Depression an einer fehlerhaften Übertragung von Botenstoffen wie z. B. Serotonin und Noradrenalin. Diese sind wichtig, damit Nervenzellen miteinander kommunizieren können.

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Es gibt mehrere Theorien, die zu erklären versuchen, wodurch der Neurotransmitterhaushalt im Gehirn gestört werden kann. Fest steht jedoch, dass hier offenbar sowohl körperliche als auch seelische Vorgänge eine Rolle spielen können.

Ebenso kann der Missbrauch von Alkohol oder Drogen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente depressiv machen.

Jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens unangenehmen und belastenden Erlebnissen ausgesetzt. Aber längst nicht jeder wird daraufhin depressiv.

Entscheidend scheint daher unter anderem zu sein, wie der Betroffene ein bestimmtes Ereignis bewertet. Eine Trennung kann beispielsweise als schweres eigenes Versagen oder auch als mögliche Chance für einen Neuanfang gesehen werden.

Tatsache ist aber, dass unser Leben immer stressiger wird: Anspannung und Leistungsdruck am Arbeitsplatz, Machtkämpfe in der Familie, Informationsüberflutung durch die Medien nehmen zu. Hinzu kommt, dass sich ehemals feste Strukturen sowohl im Job als auch im Privatleben immer weiter auflösen. Auch auf Lärmbelästigung und Umweltgifte reagieren wir gestresst.

Dieser Dauerstress kann unseren empfindlichen Körper gehörig aus dem Gleichgewicht bringen. Es werden immer mehr Stresshormone produziert, die eine gesunde Entspannungsreaktion verhindern. Die Folgen sind unter anderem verstärkte Angst, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Schlafstörungen und Appetitverlust. Dies alles sind typische Merkmale einer Depression.

Tatsächlich haben Forscher bei depressiven Personen
einen erhöhten Stresshormonwert (Cortisolwert) im Blut festgestellt. Depressive befinden sich sozusagen im Dauerstress.

Auch Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Grippe oder Hepatitis lassen den Cortisolwert ansteigen und können den Betroffenen dadurch anfällig für eine Depression machen.

Darüber hinaus verändern Depressionen nachweislich den Stoffwechselhaushalt im Gehirn. An dieser Stelle setzen auch die meisten Antidepressiva an. Sie machen nichts weiter, als den Hirnstoffwechsel wieder anzukurbeln.

Trotz intensiver Forschung ist der genaue Zusammenhang hier allerdings noch unklar: Verändert sich erst der Stoffwechsel – und wird der Betroffene daraufhin depressiv? Oder wird der Betroffene erst depressiv – und ändert sich daraufhin der Stoffwechsel?


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