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Trigeminusneuralgie

Bei der Trigeminusneuralgie handelt es sich um eine relativ häufig vorkommende Funktionsstörung des Trigeminusnerven.

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Der Trigeminusnerv ( = Drillingsnerv) hat drei Hauptäste und ist der Nerv, der das Gesicht und den Kopf sensibel versorgt: Über seine Fasern werden Empfindungen wie Berührung, Kälte, Wärme und Schmerz weitergeleitet.

Die Symptome

Es handelt sich um plötzliche „wie ein Blitz“ einschießende Schmerzen, die nur wenige Sekunden bis höchstens zwei Minuten andauern und streng einseitig auftreten.

Der Schmerzcharakter wird als äußerst heftig und stechend-scharf beschrieben.

Typisch ist, dass die Schmerzen durch bestimmte alltägliche Handlungen wie Sprechen, Kauen, Essen, Schlucken, Zähneputzen oder auch einfach durch Berührung im Gesicht ausgelöst werden.

Zwischen den einzelnen Schmerzattacken sind die Patienten beschwerdefrei. Um die sehr unangenehmen Schmerzen zu umgehen, vermeiden viele Betroffenen die jeweiligen Auslösesituationen, insbesondere Kaubewegungen, was nicht selten zu beachtlicher Gewichtsabnahme führt.

Leider wird die Trigeminusneuralgie oft mit anderen Erkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündung, Clusterkopfschmerz oder Zahnproblemen verwechselt.

Im Schnitt dauert es drei bis fünf Jahre, ehe die richtige Diagnose gestellt wird. Bis dahin haben die meisten Patienten Zahnextraktionen oder Kieferhöhlensanierungen hinter sich.

Die Erkrankung beginnt meistens zwischen dem 50. und dem 70. Lebensjahr, in seltenen Fällen auch früher. Tritt die Trigeminusneuralgie im Alter von 45 Jahren oder früher auf, ist sie häufig Symptom einer anderen Erkrankung.

Zum Ausschluss gefährlicherer Ursachen sollte hier ein Neurologe aufgesucht werden, der eventuell weitere diagnostische Maßnahmen durchführt, wie zum Beispiel ein Kernspintomogramm oder eine Lumbalpunktion (zur Untersuchung der Flüssigkeit im Gehirn).

Ursachen

Heutzutage vermutet man, dass es sich um eine anatomisch ungünstige Lagebeziehung zwischen dem Nervenstamm des Trigeminusnerven im Gehirn und einer benachbarten Arterienschlinge handelt.

Bei den Betroffenen liegt diese Arterienschlinge zu eng an dem Nervenstamm und reizt diesen dadurch über Jahre hinweg.

Irgendwann führt diese Dauerreizung dazu, dass der Trigeminusnerv empfindlicher gegenüber eintreffenden Signalen wird - Reize, die vorher nur als Berührung empfunden wurden, werden nun als Schmerzen wahrgenommen.

Seltener kann eine Trigeminusneuralgie auch Folge einer anderen Erkrankung sein. Beispiele sind die Multiple Sklerose, ein schwerer Herpes oder das Tolosa-Hunt-Syndrom. 

Die Behandlung

Da die einzelnen Attacken nur einige Sekunden lang andauern, sind sie einer akuten Behandlung nicht zugänglich. Es kann also nur vorbeugend behandelt werden.

Dies geschieht mit den so genannten Antikonvulsiva - Medikamente, die ursprünglich zur Epilepsiebehandlung entwickelt wurden. Diese Stoffe haben die Eigenschaft, die Erregbarkeit von Nervenzellen herabzusetzen - so machen sie die Zellen unempfindlicher gegenüber eintreffenden Reizen.

Zum Einsatz kommen vier Substanzen: Carbamazepin ist das bisher am besten untersuchte Mittel. Phenytoin ist weniger gut wirksam, hat dafür aber auch geringere Nebenwirkungen. Oxcabazepin ist besonders gut verträglich und Gabapentin eignet sich speziell für ältere Patienten.

Wichtig ist, dass diese Medikamente regelmäßig eingenommen werden - dann sind sie bei 90 Prozent aller Trigeminusneuralgien gut wirksam. Auch die Kombination mit schmerzdistanzierenden Mitteln wie Amitryptilin ist hilfreich.

Für Patienten, bei denen Antikonvulsiva unwirksam bleiben, gibt es noch die Möglichkeit einer operativen Behandlung.

Bei jüngeren Patienten kommt hier die so genannte mikrovaskuläre Dekompression nach Janetta in Frage - ein zwar in 80 bis 90 Prozent der Fälle erfolgreiches, aber auch nicht ungefährliches Verfahren.

Die Schädeldecke wird geöffnet, um den Trigeminusnerv von umliegenden kleinen Arterien freizupräparieren - so verschwindet der Druck auf den Nerv.

Bei diesem gewagten Eingriff kann es allerdings in ungünstigen Fällen zu Verletzungen angrenzender Hirnnerven oder Gefäßen kommen; die häufigsten Folgen sind Hörverlust und Lähmungen im Gesicht.

In 0,2 bis 1 Prozent der Fälle verläuft der Eingriff sogar tödlich. Auch Rezidive sind möglich - aus neuesten Studien geht jedoch hervor, dass die Erfolgsquote der Operation nach Janetta nach fünf Jahren immer noch bei 80 Prozent liegt.

Für ältere Patienten oder Patienten mit erhöhtem Narkoserisiko kommt die Methode der so genannten Thermo- oder Kryokoagulation zum Einsatz: Mit Hilfe von Wärme beziehungsweise Kälte wird eine wichtige Umschaltstelle des Trigeminusnerven, das Ganglion Gasseri, ausgeschaltet.

Dies geschieht in Kurznarkose, die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent, die Rezidivrate innerhalb von sieben Jahren jedoch bei 15 bis 25 Prozent. Gelegentlich kann es zu Komplikationen kommen, so dass nach der Behandlung Schmerzen weiter bestehen, die nur schwer zu behandeln sind.

Die neueste Entwicklung in der Therapie der Trigeminusneuralgie ist die Bestrahlung der Austrittszone des Trigeminusnerven aus dem Hirnstamm (Gamma knife).

Auch hier gibt es eine hohe Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent, Langzeitergebnisse liegen aber noch nicht vor. In Deutschland wird diese Technik allerdings nur in wenigen Zentren durchgeführt.  


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