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RATGEBER - Migräne

Besondere Migräneformen

Migräne hat viele Gesichter - Ärzte unterscheiden insgesamt 18 Unterformen.

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Im Folgenden mehr zu den häufigsten Sonderformen.

Kindliche Migräne

Migräne bei Kindern? Das gibt's doch nicht! Und ob - bereits im Vorschulalter leiden bis zu 4 Prozent der Kinder darunter, in der Pubertät sind es dann schon erschreckende 12 Prozent.

Bis zur Pubertät sind Mädchen und Jungen gleich häufig betroffen, danach sind die Mädchen in der Überzahl, da bei Jungen die Migräne häufig nach der Pubertät verschwindet.

Ein besonderes Problem bei der Diagnosestellung von kindlicher Migräne ist, dass die typischen Symptome noch nicht so klar ausgeprägt sind.

Mal sind die Kopfschmerzen pochend, mal dumpf - der charakteristische halbseitige, stechende Schmerz tritt erst nach und nach auf.
Hinzu kommt, dass Kinder oft nicht genau sagen können, wo es weh tut.

In manchen Fällen lassen sich bereits im zarten Alter von ein bis vier Jahren so genannte "Migränevorläufer" beobachten: häufige Übelkeit mit Erbrechen oder plötzliche Schwindelattacken ohne Kopfschmerzen, aber auch Augenbewegungsstörungen oder Verwirrtheitszustände können frühe Anzeichen einer Migräne sein.

Als auslösende Faktoren für die Migräne kommen bei Kindern zu viel Fernsehen oder Computerspiele, aber auch Sport, Süßigkeiten, unregelmäßige Mahlzeiten oder Ärger in Schule und Familie in Frage.
Auch sollte man zu viele Zusatztermine oder Zusatzverpflichtungen in der so genannten Freizeit vermeiden, um übermäßigen Stress zu verhindern.

Die Dauer eines Anfalls beläuft sich auf mindestens zwei Stunden, danach schlafen die Kinder meist ein und wachen kopfschmerzfrei wieder auf.

Ein Arzt sollte aufgesucht werden,sobald ein Kind mehr als zweimal pro Monat über Kopfschmerzen klagt, die jeweils länger als zwei Stunden anhalten.

Bei Kindern sollte auch untersucht werden, ob die Kopfschmerzen eventuell durch Augenprobleme oder Infektionen hervorgerufen werden. Da die Erhebung der Anamnese mehr Schwierigkeiten bereitet als bei Erwachsenen, muss häufiger auf den Einsatz von Zusatzuntersuchungen zurückgegriffen werden.

Gibt man den Kindern ein Kopfschmerztagebuch und lässt sie dort ihre Schmerzen dokumentieren, so führt allein diese simple Maßnahme schon bei vielen Kindern zu einer Besserung der Kopfschmerzen.

Sollte eine medikamentöse Behandlung nötig werden, ist zunächst der Einsatz von Paracetamol zu empfehlen. Sollte dies nicht wirken, so kann ab dem zwölften Lebensjahr ASS als Kau- oder Brausetablette oder Ibuprofen als Saft oder Tablette genommen werden. Ebenfalls kann 15 bis 20 Minuten im Voraus Domperidon gegeben werden, um Erbrechen zu vermeiden.

Triptane sind aufgrund mangelnder Studien für Kinder noch nicht zugelassen und kommen daher nur in Ausnahmefällen zur Anwendung.
Studien mit Sumatriptan als Nasenspray konnten bei 70 Prozent der untersuchten Kinder eine Besserung innerhalb von 30 bis 120 Minuten belegen.

In besonders schweren Fällen kann auch bei Kindern eine medikamentöse Vorbeugung durchgeführt werden: Hier kommen ebenso wie bei Erwachsenen die Betablocker Metoprolol und Propanolol sowie Flunarizin zum Einsatz, jedoch in geringerer Dosierung.
Auch niedrig dosierte ASS kann vorbeugend wirksam sein. 

Menstruelle Migräne

Über 50 Prozent aller Frauen geben an, dass ihre Regelblutung ein Auslöser für Migräneattacken sei.

Von menstrueller Migräne spricht man allerdings nur, wenn die Attacken ausschließlich ein bis zwei Tage vor beziehungsweise nach Einsetzen der Menstruation auftreten. Dies trifft dann nur noch für 7 Prozent der Migränikerinnen zu.

Wahrscheinlichster Auslöser für die menstruelle Migräne ist das Abfallen des Östrogenspiegels im Blut vor der Periode.

Typisch für diese Migräneform ist, dass die Anfälle oft schwerer verlaufen und länger andauern, als bei anderen Migräneformen.

Häufig sprechen die Betroffenen auch schlechter auf die üblichen Schmerzmittel an - in diesem Fall sollte man sich nicht davor scheuen, bei den ersten Anzeichen wie Heißhunger oder Müdigkeit direkt ein spezielles Migränemittel, zum Beispiel ein Triptan, einzunehmen.

Medikamentös kann man menstruellen Migräneattacken auf verschiedenen Wegen vorbeugen.

Bei der so genannten perimenstruellen Prophylaxe wird zwei Tage vor dem erwarteten Kopfschmerz ein Östrogenpflaster auf die Haut geklebt, das nach circa drei Tagen gewechselt wird. Zeigt dies keine Wirkung, kann man im gleichen Zeitrahmen auch mit Naproxentabletten behandeln.

Eine andere Möglichkeit ist, kontinuierlich - also ohne Unterbrechungen für die Regelblutungen - die Pille zu schlucken. Dadurch entsteht ein relativ stabiler Östrogenspiegel, der bei einigen Frauen die Häufigkeit der Migräneanfälle deutlich reduzieren kann.

Negative Folgen dieser langfristigen Hormongabe konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Auch eine Behandlung mit der Dreimonatsspritze ist möglich. Dies sollte aber nur nach Absprache mit dem Frauenarzt durchgeführt werden.*


*Eikermann A in:Psych 28 (2002).

Seltene Migräneformen

Es gibt eine Migräneform, die so genannte ophthalmoplegische Migräne, bei der es während der Aura zu einer Lähmung eines Augenmuskels kommt - die Folge ist Doppelsehen sowie ein hängendes Lid.

Eine andere Form ist die Basilarismigräne, die am häufigsten bei jungen Erwachsenen vorkommt: Typisch sind mehrere Aurasymptome wie zum Beispiel Sprachstörungen, Schwindel, Hörprobleme, Gangstörungen, beidseitige Lähmungen oder sogar Bewusstseinsverlust.

Eine extrem seltene Variante ist die familiäre hemiplegische Migräne, welche dominant vererbt wird, weshalb immer mehrere Mitglieder einer Familie betroffen sind.

Im Rahmen der Aura kommt es hier zu einer Halbseitenlähmung, die über mehrere Tage anhalten kann.

Zusammenfassung

Migräne ist viel mehr als nur heftiger einseitiger Kopfschmerz Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit verschlimmern den Zustand und setzen den Betroffenen völlig außer Gefecht.

Am liebsten zieht sich ein Migräniker während einer Attacke in einen verdunkelten Raum zurück und wartet, bis der Migräneanfall wieder abklingt - meist nach etwa einem Tag.

Typisch ist, dass die Migräne durch bestimmte Auslöser in Gang gesetzt wird.
Diese sogenannten Triggerfaktoren sind individuell sehr unterschiedlich - beim einen sind es bestimmte Lebensmittel, beim anderen ein veränderter Schlafrhythmus, beim dritten wiederum grelles Licht.

Erster Behandlungsansatz ist es, diesen persönlichen Triggerfaktoren auf die Schliche zu kommen und sie zu vermeiden.

Wenn man ohne Medikamente nicht auskommt, helfen bei leichten Attacken herkömmliche Schmerzmittel wie ASS oder Paracetamol, bei schwereren Attacken werden spezifische Migränemittel, die Triptane, eingesetzt.

Treten Migräneattacken sehr häufig auf oder beeinträchtigen sie die Lebensqualität in nicht vertretbarem Maße, kann auch vorbeugendmit verschiedenen Medikamenten wie zum Beispiel Betablockern oder niedrig dosierten Antidepressiva behandelt werden.


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