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RATGEBER - Schlafstörungen

Verschiedene Schlafstörungen

Nach internationaler Klassifikation (ICD-10) gibt es mehr als 80 verschiedene Schlaf-Wachstörungen, unterteilt in vier Hauptgruppen.

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Man unterscheidet nichtorganische Schlafstörungen (nichtorganische Insomnie, nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlafwandeln, Pavor nocturnus, Alpträume, andere nichtorganische Schlafstörungen, nicht näher bezeichnete nichtorganische Schlafstörungen), sowie Schlafstörungen organischen Ursprungs und Schlafstörungen als Symptom einer anderen psychischen Erkrankung.

Nicht nach Ursachen, sondern nach Phänomenen unterteilt die amerikanische Gesellschaft für Schlafstörungen in ihrer International Classification of Sleep Disorders (ISCD), wie unten vorgestellt. Diese Klassifikation gilt auch als die "Bibel" für den Schlafspezialisten.

Eine differenzierte Diagnose kann nur in einem Schlaflabor erstellt werden, in dem Hirn-, Muskel-, Herz- und Hautströme sowie Atmung, Sauerstoffsättigung des Blutes und andere Körperfunktionen des Patienten während seines Schlafes gemessen werden.

Im folgenden eine Kurzfassung aus der amerikanischen ISCD.

1. Dyssomnien (Ein- und Durchschlafstörungen oder übermäßige Schläfrigkeit)

Diese Störungen äußern sich in Insomnie (Einschlaf- und Durchschlafstörungen), Hypersomnie (Tagesmüdigkeit) oder beidem.

Bei der Insomnie fühlt sich der Betroffene nach der üblichen Schlafzeit nicht erholt. Die soziale oder berufliche Leistungsfähigkeit kann beeinträchtigt sein.

Begleitsymptome sind Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Angst, Erschöpfung und Müdigkeit. Bei der Hypersomnie tritt tagsüber exzessive Müdigkeit oder episodisches Einschlafen auf.

Die Ursachen von Dyssomnien können (a) intrinsisch, (b) extrinsisch sein, oder (c) in einem gestörten Schlafrhythmus liegen.

a) Intrinsische Schlafstörungen sind u.a.:

  • Psychophysiologische Insomnie, eine meist stressbedingte Störung, verbunden mit körperlicher Anspannung oder falschem Schlafverhalten
  • Narkolepsie
  • Schlafapnoe
  • Restless-Legs-Syndrom oder andere nächtliche Bewegungsstörungen

b) Extrinsische Schlafstörungen sind u.a.:

  • Verhaltens- und umgebungsbedingte Schlafstörungen wie Schlafstörung durch falsche Schlafhygiene, störende Umweltfaktoren (Lärm etc.)
  • Medikamentös/toxisch bedingte Schlafstörungen bei Hypnotikaabhängigkeit, Stimulanzien-Abhängigkeit, Alkohol- oder Drogenmissbrauch etc.

c) Störungen des zirkadianen (Schlaf-) Rhythmus sind:

  • Schlafstörung bei Zeitzonenwechsel (Jet-Lag)
  • Schlafstörung bei Schichtarbeit
  • Unregelmäßiges Schlaf-Wach-Muster
  • Verzögertes Schlafphasensyndrom
  • Vorverlagertes Schlafphasensyndrom (zwingende Schläfrigkeit am Abend, früher Schlafbeginn, verfrühtes morgendliches Erwachen)

2. Parasomnien

Dies sind episodische Unterbrechungen des Schlafprozesses durch ungewöhnliche körperliche Phänomene oder Verhaltensweisen.

Im Vordergrund stehen nicht Schlafstörungen oder Schläfrigkeit am Tage, sondern entsprechende Auffälligkeiten.

Hierzu gehören:

  • Aufwachstörungen (nur teilweises Erwachen aus dem Schlaf): Schlaftrunkenheit (Zustand der Verwirrtheit nach dem Erwachen), Schlafwandeln, nächtliches Aufschrecken
  • Störungen des Schlaf-Wach-Übergangs (Störungen beim Übergang vom Wach- zum Schlafzustand): Einschlafzuckungen, Sprechen im Schlaf, nächtliche Wadenkrämpfe
  • Parasomnien, die mit dem REM-Schlaf verbunden sind wie Alpträume, Schlaflähmung
  • Andere Parasomnien, darunter u. a. Zähneknirschen, Bettnässen

3. Schlafstörungen bei körperlichen und psychiatrischen Erkrankungen

Diesen "sekundären Schlafstörungen" liegt eine körperliche oder psychiatrische Erkrankung zugrunde.

Dazu gehören u. a.:

  • Psychische Störungen wie Psychosen, affektive Störungen (z. B. Depression), Angststörung, Alkoholismus
  • Neurologische Erkrankungen
  • Körperliche Erkrankungen wie z. B. Schlafkrankheit oder chronische obstruktive Lungenerkrankung

4. Vorgeschlagene Schlafstörungen

Hierunter werden Schlafstörungen zusammengefasst, deren Eigenständigkeit noch nicht durch ausreichende Daten belegt ist.

Bei einigen Störungen wird diskutiert, ob sie Extreme des normalen Schlafs darstellen oder als krankheitswertig anzusehen sind (z. B. Schlafverhalten der Kurzschläfer und Langschläfer).

Dazu gehören u. a. nächtliches Schwitzen, Schlafstörungen in der Schwangerschaft oder während der Menstruation, Erstickungsanfälle im Schlaf.


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