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RATGEBER - Schlaganfall

Die Tage danach

An die Akutbehandlung eines Schlaganfalls schließt sich die Rehabilitation an.
Darunter versteht man grundsätzlich alle Maßnahmen, die die Krankheitsfolgen nach einem Schlaganfall mindern und der Wiedereingliederung eines behinderten Menschen dienen. Damit zählt die medikamentöse Behandlung und das Wiedererlernen von bestimmten Bewegungen genauso zum Rehabilitationsprozess wie eineangemessene, behindertengerechte Wohnung.

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Die Rehabilitation, kurz auch Reha genannt, findet meistens in einem speziell ausgestatteten Krankenhaus, einer Reha-Klinik, statt. Es gibt aber auch ambulante Einrichtungen und Tageskliniken. Ein häufig gebrauchter Begriff für die Rehabilitation ist Anschlussheilbehandlung, kurz AHB.

In den Wochen und Monaten nach einem Schlaganfall kommt es in aller Regel zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. In manchen Fällen sind die Betroffenen nach einiger Zeit sogar völlig beschwerdefrei. Doch geht dies nicht ohne die Mitarbeit der Patienten.

Das Gehirn hat quasi vergessen wie zum Beispiel bestimmte Bewegungen durchgeführt werden oder wie sich ein gesunder Arm anfühlt. Daher muss ein Betroffener wieder neu erlernen, was er vor seinem Schlaganfall als selbstverständlich ansah. Das kostet natürlich viel Mühe und Geduld.
Die Bewegungen müssen wieder und wieder richtig ausgeführt werden, damit das Gehirn und die Muskeln sie neu lernen können. Außerdem ist es wichtig, die Muskulatur zu stärken. Ein schwacher Muskel wehrt sich nicht entschieden genug gegen eine Lähmung.

Je nach Grad der Beeinträchtigung verbringen die Patienten vier bis sechs Wochen in der Reha. Schwerstpflegebedürftige kommen vom Krankenhaus direkt in eine Pflegeeinrichtung.

Je früher die Rehabilitation beginnt, umso besser. Ob eine Langzeitrehabilitation erforderlich ist, hängt vom Ausmaß der erlittenen Nervenschäden ab. Einige Patienten erholen sich rasch wieder vollständig, andere benötigen zum Teil Monate und Jahre, bis sie ihren Alltag wieder selbst in den Griff bekommen.

Die Familie sollte frühzeitig in die therapeutische Arbeit einbezogen werden.
Die Rehabilitation endet, wenn keine weiteren Fortschritte mehr erzielt werden können oder der Aufwand dem zu erwartenden Nutzen nicht mehr entspricht. Für manche Schlaganfallpatienten kann es etwa wichtiger sein, etwas früher an den Arbeitsplatz zurückzukehren, als noch geringe Fortschritte etwa beim Gedächtnistraining zu erzielen.

Für ältere Menschen kann es besser sein, den freigewordenen Platz im Pflegeheim der Wahl anzunehmen, als die eigene Aussprache noch etwas zu verbessern.

Die Entscheidungen müssen auf die spezielle Situation des Betroffenen abgestimmt werden. Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, müssen oft jahrelang Rehabilitationsmaßnahmen durchführen, um wieder ein unabhängiges Leben führen zu können. Das erfordert von ihnen eine dauernde Anstrengung, bei der sie täglich aufs Neue herausgefordert werden.

Prinzipiell ist auch die so genannte teilstationäre Rehabilitation möglich, bei der der Patient tagsüber in einer Therapieeinrichtung behandelt wird und am Abend nach Hause zurückkehrt. Einrichtungen, diesolche Verfahren anbieten, heißen Tageskliniken.

Im Gegensatz zur normalen Krankenhausbehandlung wird die Rehabilitation bei Berufstätigen nicht von der Krankenkasse, sondern vom Rentenversicherungsträger bezahlt, so von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) oder von der Landesversicherungsanstalt (LVA). Nur bei Rentnern zahlt auch die Krankenkasse für die Rehabilitation.

Vor allem drei Behandlungsformen tragen dazu bei, dass sich Körper und Kopf wieder erholen können: Krankengymnastik, auch Physiotherapie genannt, die Ergotherapie und die Sprach- beziehungsweise Logotherapie.

Die Ergotherapie trainiert Tätigkeiten des täglichen Lebens wie Essen, Kochen, Anziehen oder ähnliches. Alle drei Behandlungsformen reizen das Gehirn, sich den neuen Herausforderungen anzupassen. Das Gehirn des Erwachsenen verfügt nämlich über eine erstaunliche Plastizität. Das bedeutet, dass es sich umformen kann, um so den veränderten Bedingungen nach einem Schlaganfall gerecht zu werden und die zugrunde gegangenen Nervenzellen zu ersetzen.

Eine solche Umformung braucht aber viel Zeit und noch mehr Geduld. Zeit, weil für den Körper alles wieder neu ist und mit fortschreitendem Alter das Neulernen nicht mehr so schnell geht, wie bei einem Kind. Geduld, weil ein Betroffener sich noch genau an das Vorher erinnern kann und oft nicht versteht, warum einfache Bewegungen so schwer zu lernen sein sollen. Aber gerade darum muss ein Betroffener die Übungen alleine fortführen, um die Erfolgsaussichten zu verbessern.

Ein Schlaganfall hat nicht nur Auswirkungen auf körperliche Funktionen, er verändert auch die Gefühlswelt. Das kann für den Betroffenen, aber auch für die Menschen um ihn herum schwierig sein. Doch viele dieser Probleme lassen sich überwinden.

Wichtig ist auch die psychische Unterstützung durch Freunde und Verwandte, damit der Patient wieder Mut und Zuversicht gewinnt. 


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