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RATGEBER - Schlaganfall

Sprachtherapie/Logopädie

Lähmungen und sich nicht mehr richtig bewegen können, das gehört zu den schwerwiegenden Folgen eines Schlaganfalls.

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„Aber was viel schlimmer war, ich konnte nicht mehr sprechen. Ich konnte klar denken, aber über die Lippen kam nur unverständliches Zeug“, berichtet der Schlaganfallpatient Uwe Grefe in seinem Buch „3+4=8 - Vergraben und verschüttet sind meine Worte!“, das im Steiner-Verlag erschienen ist.

Diesen Zustand bezeichnen Mediziner mit Aphasie. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Verlust der Sprache“.

„Die Sprache zu verlieren ist genauso grausam wie eine Isolationshaft“, beschreibt Altbundespräsident Roman Herzog in einem Grußwort die Folgen der Aphasie. „Sich nicht mehr mit eigenen Worten verständigen zu können, berührt die persönliche Würde. Nicht nur derjenige, der von dieser Sprachstörung betroffen ist, sondern auch Familienangehörige und Freunde stehen hilflos vor dieser Erkrankung.“

3 + 4 = 8

„Der Aphasiker war auf diesen Schicksalsschlag nicht im geringsten vorbereitet“, erklärt Aphasieexpertin Dr. Luise Lutz. „Er weiß nichts über Heilungsmöglichkeiten, und er muss diese quälende Bestandsaufnahme ohne Sprache durchstehen, ohne sich Rat holen zu können.“

Die Krankheit trifft den ganzen Bereich der Sprache. Nicht nur reden fällt schwer, sondern auch verstehen, lesen und schreiben.

Uwe Grefe, der mit seinem Buch „3+4=8“ seine Erfahrungen mit der Aphasieschildert, weiß heute natürlich, dass dieses Ergebnis falsch ist. Doch vor einigen Jahren konnte er nicht einmal die einfachsten mathematischen Aufgaben lösen.

Vielen Patienten fällt es schwer, sich spontan zu äußern, wenn man sie anspricht. Manche sprechen nur Silben, die sie aneinander reihen. Andere reden sehr langsam und es gelingt ihnen nur mit Mühe, Wörterzu bilden. Einige finden nicht die passenden Worte.

Manchmal sprechen Betroffene sogar flüssig, verwechseln jedoch Laute und Wörter. Sie meinen „rechts“, sagen aber „links“, vertauschen „ja“ und „nein“. Fehler in Satzbau und Grammatik treten sehr häufig auf. Es gibt Patienten, die sich immer wieder mit denselben Lauten und Worten äußern, ohne dies verhindern zu können.

Obwohl Grefe fast wieder normal sprechen kann, passiert es ihm auch heute noch, dass Leute am Telefon denken, er sei betrunken. „Das ist nur eine der negativen Erfahrungen, die jeder Aphasiker tagtäglich macht. Da muss man einfach darüberstehen und es verdrängen. Man kann und muss damit leben.“

Der Bundesverband Aphasie warnt davor, die Krankheit mit geistiger Behinderung oder psychischer Störung gleichzusetzen. „Aphasie verändert die sprachliche Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit zu Denken bleibt vollkommen erhalten.“

Schlaganfall & Depression

Ein Einzelfall ist Uwe Grefe mit seinem Stimmungstief nicht.
30 Prozent aller Schlaganfallpatienten entwickeln eine Depression mit Traurigkeit, Antriebsstörungen und Konzentrationsstörungen. Diese Patienten haben einen schlechteren Rehaerfolg als ihre optimistischeren Leidensgenossen.

Die Depression muss mit Medikamenten und Gesprächstherapie behandelt werden.


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