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RATGEBER - Schlaganfall

Der Feind Nummer Eins

Der Bluthochdruck, gilt als Hauptrisikofaktor.
Ungefähr die Hälfte aller Schlaganfälle geht auf sein Konto. Da ein erhöhter Blutdruck nicht weh tut, bemerken ihn die Patienten über lange Zeit nicht.
Trotzdem steigert er das Risiko um das Dreifache. Das liegt daran, dass er die Arteriosklerose, also die Gefäßverkalkung, wesentlich verstärkt.

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Noch deutlicher zeigt sich die Statistik, wenn Ärzte eine Hirnblutung als Auslöser diagnostizieren. Dann gilt ein erhöhter Blutdruck sogar in mehr als zwei von drei Fällen als Ursache.

Zwei Zahlenwerte geben über den Blutdruck Auskunft. Der höhere, so genannte systolische Wert bezeichnet den maximalen Druck, der im Kreislauf entsteht, wenn das Herz sich zusammenzieht und das Blut aus seinen Kammern in den Körper pumpt.
Systole nennen Mediziner die Pumpphase des Herzens. Entspannt sich der Herzmuskel, fließt das Blut aus den Venen in die Herzkammern zurück. Diese Phase heißt Diastole und folglich ist der zweite Blutdruckwert der diastolische.
Die Maßeinheit bildet mmHg. Diese Abkürzung bedeutet Millimeter Quecksilbersäule. Sie stammt aus der Zeit, als die Skala der Messgeräte noch mit diesem Metall gearbeitet hat, wie sie es zum Teil auch heute noch tut.

Blutdruckwerte im Überblick

Dass ein hoher Blutdruck den menschlichen Organismus massiv gefährdet, wies nicht zuletzt die berühmte Framingham-Studie nach.
Über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren nahmen Ärzte den Gesundheitszustand nahezu aller Bürger der nordamerikanischen Kleinstadt Framingham unter die Lupe.

Das traurige Ergebnis: Studienteilnehmer mit erhöhtem Blutdruck erlitten achtmal häufiger einen Schlaganfall.

Die konsequente Behandlung des Bluthochdrucks senkt das Schlaganfallrisiko um 40 bis 50 Prozent.

Die Deutsche Hochdruckliga teilt den Blutdruck in folgende Gruppen ein:

Ideal
mmHg systolisch unter 120
mmHg diastolisch unter 80

Optimal
mmHg systolisch unter 130
mmHg diastolisch unter 85

Normal
mmHg systolisch unter 140
mmHg diastolisch unter 90

Hochdruck
mmHg systolisch über 140
mmHg diastolisch über 90

Morgenstund hat kein Gold im Mund

„Morgenstund hat Gold im Mund“, sagt der Volksmund.
Eine Weisheit, die für Schlaganfall-Patienten nicht gilt. Im Gegenteil. Prinzipiell steigt bei jedem Menschen der Blutdruck in der Frühe an. Die innere Uhr schaltet in der Nacht quasi auf Sparflamme und bei Tagesanbruch auf erhöhte Aktivität. Nach dem Aufwachen arbeitet der Kreislauf auf Hochtouren, um den Körper auf den bevorstehenden Tag vorzubereiten.

Für den Gesunden kein Problem - im Gegenteil. Bliebe diese Anpassung aus, würde das Blut nach dem Aufstehen im Körper versacken. Uns würde schwindelig werden und wir würden möglicherweise gleich wieder flach im Bett liegen.

Doch was bei Gesunden den Kreislauf stabilisiert, kann bei Hochdruckpatienten die Organe und Gefäße überfordern. Bei ihnen steigt der Wert oft überschießend und von einem höheren Niveau aus an als bei gesunden Menschen. Dass sich Werte besonders kritisch in den Morgenstunden auswirken, wissen Wissenschaftler erst seit einigen Jahren.

Fest steht: Die tägliche Blutdruckkurve verläuft bei Menschen mit Hochdruck anders als bei Gesunden. „Bei einigen Patienten kann der nächtliche Blutdruckabfall abgeschwächt sein“ erläutert Prof. Björn Lemmer, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Heidelberg. „Oder es ist sogar ein nächtlicher Blutdruckanstieg zu beobachten.“ Die ohnehin erhöhten Werte steigen in dieser Zeit nicht nur weiter an.

Zusätzlich nimmt mit dem Aufstehen die Pulsfrequenz zu. Jetzt können sich Ablagerungen an den Gefäßwänden lösen, so dass ein lebensbedrohliches Blutgerinnsel entsteht. Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden steigt enorm.

Das bestätigte im letzten Jahr eine Studie aus Japan und den USA. Sie nahm Patienten unter die Lupe, die unter morgendlichem Hochdruck litten. Das traurige Resultat: Ihr Schlaganfallrisiko stieg um das 2,7-fache an.

Runter mit den Werten

Es gibt verschiedene Präparate, die erhöhten Blutdruck bekämpfen. Zu diesen Antihypertensiva genannten Medikamenten gehören zum Beispiel Diuretika, Beta-Blocker, Kalzium-Antagonisten, ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Antagonisten. Sie senken über verschiedene Mechanismen den Blutdruck.

Aber nicht jede Gruppe rückt dem Hochdruck in den kritischen Morgenstunden gleich gut zu Leibe. Das ergab die „Aktion Morgendruck“, welche die Deutsche Hochdruckliga vor zwei Jahren startete. 3000 Hausärzte nahmen insgesamt 60000 Patienten unter die Lupe.

Die Ergebnisse belegen, dass drei von vier Patienten, die sich wegen Hochdrucks in Behandlung befinden, trotzdem am Morgen zu hohe Werte aufweisen. Oft liegt es daran, dass sie ihre Medikamente nur unregelmäßig einnehmen. Dies geschieht entweder aus Vergesslichkeit, weil man an kurzwirksame Medikamente, die man mehrmals täglich nehmen muss, nicht jedes Mal denkt.
Oder aus dem Gefühl, sich gesund zu fühlen und einen hohen Blutdruck nicht ernst zu nehmen.

„Ein verhängnisvoller Fehler, wenn man sich die fatalen Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vor Augen führt“, warnt Professor Martin Middeke, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga.
„Das Dilemma, in dem wir uns befinden ist, dass die Patienten die beste Mitarbeit dann aufweisen, wenn sie nur einmal morgens eine Tablette einnehmen müssen.

Da jedoch viele so verabreichte Antihypertensiva am Ende des 24-stündigen Dosierungsintervalls beziehungsweise am nächsten Morgen nicht mehr ihre maximale Wirkung aufrecht erhalten können, gewährleisten sie gerade in den kritischen Morgenstunden keine optimale Blutdruckkontrolle.“


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