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RATGEBER - Cannabis auf Rezept

Cannabis bei Krebs und Aids

Schnell informiert - Cannabis bei Krebs und Aids

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In "Schnell informiert" haben wir für Sie die Hauptinformationen dieses Abschnitts zusammengefasst.
Wenn Sie mehr zu den angesprochenen Themen wissen möchten, finden Sie diese in der Navigationsleiste links.

Cannabis ist weder ein Antikrebsmittel, obwohl Labor- und Tierversuche zeigen, dass es vielleicht doch auf einige Tumorarten reduzierend wirken könnte, noch ist es ein Mittel gegen Aids.

Aber es lindert bei beiden Krankheiten einige der häufigsten Komplikationen, und zwar den Brechreiz und die Auszehrung. Zusätzlich  wirkt es stimmungsaufhellend und schmerzlindernd.

Die Auszehrung ist, neben der Sepsis, die häufigste Todesursache bei einer Krebserkrankung. Sie kommt sowohl durch die Krebserkrankung selbst als auch durch die Chemotherapie zustande.

Zudem ruft die Chemotherapie oft Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung hervor. Denn die Zytostatika, mit denen die Chemotherapie durchgeführt wird, aktivieren das Brechzentrum im Gehirn.

Weiterhin zerstören sie Zellen im Magen-Darm-Trakt, wodurch Serotonin freigesetzt, welches  ebenfalls das Brechzentrum stimuliert.

Die Schwere der Nebenwirkungen hängt von Dosis und Dauer der Therapie, aber auch von der individuellen Verträglichkeit der Mittel ab.

Letztere sind besonders problematisch, da häufig wegen starker Übelkeit die Dosis der Zytostatika herabgesetzt werden muss, was wiederum den Heilerfolg gefährdet. Hier hat sich die Verwendung von Cannabis als brechreizhemmendes Mittel als hilfreich erwiesen.

Auch zur Linderung krebsbedingter Schmerzen ist Cannabis ein gutes Mittel. Bei herkömmlichen Schmerzmitteln, zum Beispiel bei den häufig eingesetzten Opioiden kann eine Unverträglichkeit bestehen, die durch die zusätzliche Gabe von Cannabis gemindert wird.

Außerdem hat sich gezeigt, dass eine Kombination von Opiaten wie Morphium und Cannabis positiv sein kann: Opiate fördern Übelkeit, Cannabis hingegen bekämpft sie, Opiate führen zu Atembeschwerden, Cannabis dagegen nicht.

Als positiv erweist sich auch der stimmungsaufhellende Nebeneffekt von Cannabis. Die dadurch entstehende Entspannung begünstigt zudem eine schmerzlindernde Wirkung.

Bei der Therapie von Aids ist einiges vergleichbar. Die Virustatika, die gegen die Vermehrung der HI-Viren eingesetzt werden, rufen, ähnlich den Zytostatika, nicht selten Übelkeit und Erbrechen hervor. Auch hier hilft Cannabis, den Brechreiz zu lindern.

Ein besonderes Problem bei Aids-Patienten ist das Auszehrungssyndrom (Wasting Syndrom). Es hängt mit einer krankheitsbedingten Veränderung des Stoffwechsels zusammen. Hier hilft der appetitsteigernde Effekt von Cannabis.

Während man früher davon ausgegangen ist, dass dieser Effekt durch eine Verminderung der Blutzuckerkonzentration zustande kommt, weiß man heute, dass das körpereigene Cannabinoid-System eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Appetits spielt. Cannabinoide docken an den CB 1 - Rezeptoren in bestimmten Gebieten des Kleinhirns an, wo sich die Regulierung der Nahrungsaufnahme befindet.  

Bei den Muskelschmerzen, die sich als Nebenwirkung der Medikamente einstellen können, hilft Cannabis, die Dosis an Schmerzmitteln zu reduzieren. Auch hier erweist sich natürlich der stimmungsaufhellende Nebeneffekt von Cannabis als positiv.

Die Nebenwirkungen der Antitumormedikamente bei Krebs und die Essstörungen und Auszehrung bei einer HIV-Erkrankung bzw. bei Aids zu lindern, gelten als etablierte Heilanzeigen für den Wirkstoff  THC aus Cannabis.

In den USA ist hierfür ein Medikament zugelassen. In Deutschland darf der Arzt eine Arzneimittelrezeptur ausstellen, die der Apotheker THC dann in die gewünschte Darreichungsform bringt.

Wenn Sie mehr zu den angesprochenen Themen wissen möchten, dann haben Sie hier die Möglichkeit, das komplette Kapitel 2 aufzurufen.


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