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RATGEBER - Cannabis auf Rezept

Probleme in der Aids-Behandlung

Obwohl es sich bei Krebs und Aids um zwei völlig unterschiedliche Krankheitsbilder handelt, sind ihnen doch zwei Symptome bzw. Komplikationen gemeinsam, die in beiden Fällen mit Cannabis gelindert werden können: der Brechreiz und die Auszehrung.

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Der Brechreiz bei Aids kommt durch die Virusstatika, vor allem der älteren Generation, zustande. Virustatika sind Medikamente, die gegen die Vermehrung des HI-Virus eingesetzt werden.

Sie wirken, indem sie als "falsche Bausteine" in die Erbanlage des Virus eingebaut werden und so die weitere Vermehrung der Viren hemmen. Vorhandene HI-Viren werden jedoch nicht angegriffen.

Virustatika verlängern in der Regel die symptomfreie Zeit oder bessern bestehende Symptome. Diese an sich sehr wertvollen Medikamente können allerdings, wie auch die Zytostatika, starke Übelkeit hervorrufen.
Die Patienten werden u.U. von Brechattacken gequält, es ist ihnen oft unmöglich, Nahrung bei sich zu behalten.

Wie auch bei Krebs erweist sich Cannabis hier als Mittel gegen verstärkten Brechreiz. Bei HIV-Infizierten und Aidskranken werden zudem ungern stark brechhemmende Mittel verwendet, ein weiterer Vorteil für Cannabis.

Aidspatienten leiden oft unter starken Schmerzen, teils durch die Krankheit bedingt, teils durch die Medikamente.

Zu deren Nebenwirkungen zählen starke Muskelschmerzen und Muskelentzündungen. Der Einsatz von Cannabis kann auch hier leicht schmerzlindernd und entzündungshemmend sein. Aidspatienten nutzen das Präparat  zudem zum Abbau von Spannung, Unruhe und Stress.

Ein besonderes und nicht selten tödlich verlaufendes Problem für Aids-Patienten stellt das Aids-bedingte Auszehrungssyndrom (Wasting Syndrom) dar.

Bei einem Wasting Syndrom kommt es zu ungewolltem Gewichtsverlust, der langsam und stetig verlaufen kann, häufiger aber in Phasen vonstatten geht. Man nimmt über einige Wochen rapide ab, um dann wieder zuzunehmen, meist allerdings nicht soviel, wie man vorher abgenommen hat.
Der Gewichtsverlust kann so weit gehen, dass das Leben des Betroffenen bedroht ist.
 
Wie auch bei der Krebserkrankung wird bei Aids als Ursache für das Wasting Syndrom vermutet, dass durch die Krankheitsprozesse der Grundumsatz des Körpers ansteigt und der Stoffwechsel durch den Kampf mit der Krankheit angekurbelt wird.

Aids ist eine so genannte konsumierende Erkrankung, das heißt durch Aids werden die körperliche Reserven verbraucht.

Die Energie, die ein gesunder Mensch benötigt, ist für einen Menschen mit Aids unter Umständen zu wenig, so dass er abnimmt, obwohl er genug isst. Das kann vor allem dann auftreten, wenn bestimmte Infektionen, eventuell in Verbindung mit Fieber, auftreten, die zwar durch Medikamente unterdrückt, aber nicht vollständig eliminiert werden können.

Auch viele HI-Viren im Körper des Erkrankten können unter Umständen zu einer Steigerung des Grundumsatzes führen.

Hinzu kommt, dass der Stoffwechsel bei Aids derart durcheinander geraten kann, dass bei einem Nahrungsmangel Muskel- und Organgewebe, die so genannte "funktionelle Körperzellmasse" vermehrt abgebaut wird und nicht das Fettgewebe, das dem Körper eigentlich als Energiereserve dient.

Dies führt - obwohl es der betroffenen Person vielleicht noch gar nicht anzumerken ist - zu einer verminderten Leistungsfähigkeit des Körpers. Dieser Abbau der falschen Körpergewebe ist auch der Grund dafür, dass man das Wasting Syndrom oft nicht als erstes auf der Waagebemerkt, sondern daran, dass Kleidungsstücke nicht mehr so gut sitzen, das Gesicht sich verändert oder bestimmte Bewegungen schwerer fallen als früher.


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