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Wertvolle Fettsäuren im Hanföl

Bezüglich seines Fettgehalts ist der Hanfsamen besonders interessant, da er in hohem Maße ungesättigte essentielle Fettsäuren enthält, die der Körper nicht selbst herstellen kann, obwohl er sie für die Aufrechterhaltung der normalen Stoffwechselfunktionen dringend benötigt.

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Zu diesen essentiellen Fettsäuren gehören die Linolsäure und die Alpha- und Gamma-Linolensäure.

Die Linolsäure ist im Pflanzenreich allgemein weit verbreitet. Man findet sie im Samenöl von Hanf (macht ca. 70 Prozent des Öls aus), auch in Nachtkerze (65 Prozent), Borretsch (40 Prozent), Sonnenblume (64 Prozent), Soja (55 Prozent) und Lein (26 Prozent).

Aus der Linolsäure wird im menschlichen Körper eine weitere wichtige Fettsäure, die Gamma-Linolensäure gebildet. Diese ist sehr selten in Pflanzensamen enthalten, Ausnahmen sind Hanf mit 2 bis 4 Prozent, Borretsch mit 25 bis 40 Prozent und Nachtkerze mit 6 bis 14 Prozent, wobei letztere aufgrund ihres bitteren Geschmacks nicht als Speiseöle eingesetzt werden können.

Auch die Alpha-Linolensäure, eine der wertvollen und gefäßschützenden Omega-3-Fettsäuren, findet man selten in Pflanzen. Wiederum bilden Hanf, Soja, Raps und Lein die Ausnahme.

Die Bedeutung der Gamma-Linolensäure

Die Gamma-Linolensäure ist ein Umwandlungsprodukt der Linolsäure im Körper. Diese Umwandlung geschieht mit Hilfe eines bestimmten Enzyms.

Fällt dieses Enzym jedoch aus, können weder Gamma-Linolensäure, noch verschiedene andere für den Organismus wichtige Stoffwechselprodukte gebildet werden, wie beispielsweise bestimmte Prostaglandine, eine Gruppe von Substanzen, die verschiedene Regulationsfunktionen zum Beispiel bei Entzündungen, bei der Schmerzentstehung oder auch in der Schwangerschaft haben.

Fällt das Umbau-Enzym aus, nützt es auch nichts, dem Körper eine vermehrte Menge an Linolsäure zuzuführen, eine vermehrte Zufuhr an Gamma-Linolensäure hingegen kann den gestörten Fettstoffwechsel wieder normalisieren.

Wie bereits dargestellt, enthalten neben Hanf auch Nachtkerze und Borretsch Gamma-Linolensäure, sogar in höheren Mengen als Hanf. Beide Öle werden als Nahrungsmittelergänzungen oder Arzneimittel angeboten.

Der große Vorteil, den Hanföl trotz geringerer Mengen an Gamma-Linolensäure bietet, liegt darin, dass es als ganz normales und schmackhaftes Speiseöl verwendet werden kann, während Borretsch und Nachtkerze aufgrund ihrer Instabilität, ihres unangenehmen Geschmacks und des relativ hohen Preises nicht als Speiseöl geeignet sind.

Hanföl kann hingegen verwendet werden für die Zubereitung von Salaten, Saucen und Suppen, zum Frittieren und Braten ist es weniger geeignet.

Die Kombination aus einer günstigen Zusammensetzung von Fettsäuren und gutem Geschmack macht Hanföl zu einem Lebensmittel von großer ernährungsphysiologischer Bedeutung.


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