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RATGEBER - Cannabis auf Rezept

Multiple Sklerose - Kurzschlüsse in den Nervenzellen

Schnell informiert - Cannabis bei Multipler Sklerose

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In "Schnell informiert" haben wir für Sie die Hauptinformationen dieses Abschnitts zusammengefasst.
Wenn Sie mehr zu den angesprochenen Themen wissen möchten, finden Sie diese in der Navigationsleiste links.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die ganz unterschiedlich verlaufen kann und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt.

Dabei beginnt der Körper schubweise, seine eigenen Nervenhüllen und Nervenfortsätze im Gehirn und Rückenmark zu zerstören und sie durch Narbengewebe zu ersetzen.
Dadurch können Nervensignale nicht mehr richtig weitergeleitet werden.

Sehstörungen, Koordinationsstörungen und Ungeschicklichkeit, schmerzhafte Muskelverkrampfungen (Spastik) vor allem nachts, Zittern der Hände, Sprachstörungen und allgemeine Ermüdung können Symptome der MS sein.

Cannabis, das sich ja durch eine breite Palette an unterschiedlichen Hauptwirkungen auszeichnet,  wirkt hier vor allem gegen die Koordinationsstörungen und Ungeschicklichkeit, sowie gegen die Muskelverkrampfungen und den unkontrollierbaren Harndrang. Weiterhin wirkt es leicht schmerzlindernd und zudem stimmungsaufhellend.  

Grund für diese antispastischen und bewegungsharmonisierenden Wirkungen sind die körpereigenen Rezeptoren für die Cannabinoide, die sich z. B. auch dort im Gehirn befinden, wo die Bewegung koordiniert wird und wo übrigens auch die beiden am häufigsten verwendeten Wirkstoffe in der MS-Therapie (Baclofen und Tizanidin) ansetzen.

Da die verspannte Muskulatur oft Schmerzen verursacht, vor allem bei nächtlichen Krampfanfällen, nehmen viele Patienten neben den Antispastika zusätzlich Schmerzmittel. Hier kommt der Therapie die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis zugute, durch die zumindest die Menge an normalen Schmerzmitteln und damit auch die Nebenwirkungen reduziert werdenkönnen.

Weiterhin sind MS-Patienten oft von einer somatogenen Depression betroffen,d. h. die Schwere oder Ausweglosigkeit der Erkrankung löst die Depression aus. Hier kann Cannabis mit seinen stimmungsaufhellenden Eigenschaften helfen.

Der Vorteil von Cannabis gegenüber anderen Medikamenten besteht darin, dass es alle angesprochenen Eigenschaften in einem Wirkstoff vereint. So muss ein Arzt keine möglichen Wechselwirkungen beachten, die sich bei je einem Arzneimittel gegen die Muskelverspannung, die Depression und gegen den Schmerz ergeben könnten.

Cannabis lindert möglicherweise nicht nur die Symptome sondern verzögert auch das Fortschreiten der Krankheit. Darauf deuten neue Forschungsergebnisse hin. Denn Cannabis besitzt auch die Fähigkeit, auf das Immunsystem Einfluss zu nehmen.

Bei MS-Patienten kann es vermutlich die überschießenden Autoimmunreaktionen eindämmen. Damit würden die Fresszellen daran gehindert, die Nervenhüllen anzugreifen, was ein Verzögern des Krankheitsverlaufes bedeuten könnte.

Der Einsatz von Cannabis bei Muskelverkrampfungen bzw. Spastiken aufgrund von Verletzungen des Rückenmarks oder Multipler Sklerose gelten als relativ gut gesicherte Heilanzeigen.

Dies bedeutet, kleinere plazebokontrollierte Studien, bei denen der Wirkeffekt mittels eines Scheinmedikaments an einer anderen Gruppe verglichen wurde, haben die Heilanzeigen bestätigt. Die arzneimittelrechtliche Zulassung steht allerdings noch aus.

Wenn Sie mehr zu den angesprochenen Themen wissen möchten, dann haben Sie hier die Möglichkeit, das komplette Kapitel 1 aufzurufen.


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