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RATGEBER - Cannabis auf Rezept

Die Wirkung von Cannabis bei Muskelverkrampfung

Der positive Einfluss von Cannabis auf Muskelverkrampfungen ist schon seit längerem bekannt.

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So ergab zum Beispiel eine Umfrage in den USA aus dem Jahre 1982, dass von 43 Patienten mit Wirbelsäulenverletzungen 22 Cannabis einnahmen, um ihre Muskelkrämpfe erfolgreich zu lindern.

In einer Fachzeitschrift erschienen 1997 Ergebnisse einer Umfrage unter 112 amerikanischen und britischen Patienten mit Multipler Sklerose über ihre medizinische Verwendung von Marihuana.

Eine Vielzahl von typischen Symptomen bei Multipler Sklerose wurde gebessert, darunter in über 80 Prozent Spastik beim Einschlafen, Schmerzen in den Muskeln, Spastik bei nächtlichem Aufwachen, Schmerzen in den Beinen bei Nacht, Zittern, Depressionen, Angst, Kribbeln in Gesicht, Armen, Beinen und Rumpf.

Ein Teil der Patienten berichtete auch über günstige Wirkungen auf die Gehfähigkeit sowie auf die Blasen- und Darmfunktion.

Im Jahre 2000 hieß es in der Zeitschrift"Nature", Wissenschaftler des Institute of Neurology des University College London hätten erstmals im Tierversuch bewiesen, dass Cannabis bei der Behandlung der Symptome von MS sehr gute Ergebnisse erziele, da es die gefürchteten Muskelzuckungen und spastischen Lähmungen lindernkönne.

Nebenwirkungen träten dabei nicht auf, da eine Verbesserung bereits bei einer geringen, das heißt unterhalb der psychisch wirksamen Grenze liegenden Gabe von THCeintrete.

Zusätzlich zu der nachgewiesenen antispastischen Wirkung kann Cannabis im Gegensatz zu den anderen antispastisch wirkenden Medikamenten auch Störungen der Bewegungskoordination verbessern. So nimmt auch das Händezittern deutlich ab. Man spricht hierbei von einer den Bewegungsablauf harmonisierenden (antiataktischen) Wirkung.

Grund für diese antispastischen und den Bewegungsablauf harmonisierenden Wirkungen sind die körpereigenen Andockstellen für Cannabinoide. Diese befinden sich beispielsweise im Kleinhirn und in den Basalganglien, beides Bereiche, die für die Bewegungsabläufe und die Feinmotorik zuständig sind.

In diesen Bereichen setzen übrigens auch die beiden am häufigsten verwendeten Wirkstoffe in der MS-Therapie (Baclofen und Tizanidin) an.

Spastik beeinflusst auch Blasenkontrolle 

Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, leiden häufig an einem starken Harndrang. Denn auch die blasenentleerende Muskulatur ist von der Spastik betroffen und somit überaktiv. 

Dies bedeutet, wenn auch nur ein Tropfen Urin in der Blase ist, verkrampft sich der Schließmuskel und der Urin geht ab. Dieser Verlust über die Blasenkontrolle und der damit verbundene häufige Gang zur Toilette ist den meisten Betroffenen sehr unangenehm.

Durch die Einnahme von Cannabis können Patienten die starke Aktivität ihrer Blasenmuskulatur in den Griff bekommen. Diese positive Wirkung bei Patienten mit Multipler Sklerose und Querschnittslähmung wird zunehmend durch Forschungen untersucht.

So belegten kleinere Studien, dass durch die Gabe von Cannabis an Patienten mit Multipler Sklerose und spastischer Querschnittslähmung eine Verbesserung der Blasenaktivität erreicht werden konnte. Ergebnisse zeigten, dass die Kapazität der Blase zunahm, während die Häufigkeit, mit der die Blase während des Tages und in der Nacht geleert werden musste, abnahm.


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