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RATGEBER - Rheuma

Arthrose

Die häufigste rheumatische Erkrankung ist die Arthrose.
Jeder zweite Bundesbürger hat eine Arthrose, jeder Fünfte leidet deshalb Schmerzen. Ca. 5 bis 8 Millionen Menschen in Deutschland sind wegen einer Arthrose behandlungsbedürftig.

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Männer und Frauen trifft es ab etwa dem 45. Lebensjahr im Durchschnitt gleich häufig.
Befallen sein können alle Gelenke. Hüft-, Knie-, Finger- oder Wirbelgelenke sind am häufigsten betroffen.

Ursachenforschung

Eigentlich weiß man bis heute nicht genau, warum jemand von Arthrose verschont bleibt und ein anderer nicht.

Aber es gibt einige Risikofaktoren. Dazu gehört das Alter.

Bekannt sind auch familiäre Häufungen. Übergewichtige sind häufiger betroffen: Die Belastungen für die Hüft- und Kniegelenke sind dann besonders hoch.

Vorgeschädigte Gelenke, etwa durch einen Unfall, sind empfindlicher und entwickeln schon bei normaler Belastung früher als andere Gelenke eine Arthrose.

Und bei Patienten mit einer Gelenkentzündung droht ein nachfolgender Gelenkverschleiß, auch wenn die Arthritis zum Stillstand gekommen ist.

Risikoverminderung

Wer übergewichtig ist und abnimmt, schont dadurch die Gelenke und verschiebt den Zeitpunkt der Arthroseentstehung. Abnehmen lohnt sich also.

Auf andere Risikofaktoren hat man kaum einen Einfluss: Veranlagungen kann man nicht ändern, Unfälle und Gelenkverletzungen nicht immer vermeiden. Nach Verletzungen muss der Arzt bei der Behandlung schon die später mögliche Arthroseentwicklung im Auge haben. Je „normaler“ ein geschädigtes Gelenk nach der Behandlung wieder funktioniert, desto geringer ist das Risiko einer Arthroseentwicklung.

Die Ruhigstellung eines Gelenkes ist selten richtig.
Vielmehr hungert Bewegungsmangel den Knorpel aus und macht ihn brüchig.

Bewegung hält die Gelenke gesund.

Krankheitsentwicklung

Bei der Arthrose entstehen zuerst Knorpeldefekte. Der Knorpel reibt sich auf oder kleine Knorpelstücke brechen ab. Seine Schutzfunktion nimmt ab.

Wenn Knorpelfetzen in den Gelenkspalt gelangen, dann kann es zu Einklemmungen kommen. Der Körper versucht den Knorpelabrieb abzubauen und aus dem Gelenkspalt zu entfernen. Dabei kommt es zur Gelenkentzündung. „Entzündlich aktivierte Arthrose“ wird das genannt.

Starke Gelenkschmerzen sind die Folge. Das Gelenk schwillt an, die Entzündung bezieht die umgebenden Weichteile ein. Gelenkergüsse entstehen. Zuletzt reibt Knochen auf Knochen. Der Knochen reagiert darauf mit Verdickungen und Randauswüchsen, die Osteophyten.

Der Betroffene hat bei jeder Bewegung Schmerzen, weshalb er intuitiv das Gelenk still hält. Dadurch aber schwindet die Muskulatur.

Ein derart verändertes Gelenk mit gestörtem Kapsel-Bandapparat und schwacher umgebender Muskulatur kann dann immer weniger belastet oder bewegt werden. Es schmerzt in jeder Lage, sogar nachts im Bett. Die „dekompensierte Arthrose“ ist entstanden.

Erste Zeichen

Wenn Bewegungsschmerz und Gelenkschwellung zusammen mit einem Steifigkeitsgefühl auftreten und über längere Zeit, z.B. einige Tage anhalten oder regelmäßig wiederkehren, dann ist das meist die Anfangssymptomatik der Arthrose.

Alltägliche körperliche Tätigkeiten werden zur Last. Beim Treppensteigen entstehen Schmerzen in Hüfte oder Knien. Die Bedienung der Computertastatur wird zur Qual.

Jetzt ist es an der Zeit, den Arzt aufzusuchen. Die Schmerzen müssen behandelt und das schmerzfreie Gelenk krankengymnastisch behandelt werden. Zu klären ist, ob es wirklich eine Arthrose ist.

Untersuchung durch den Arzt

Meist früh im Krankheitsverlauf stellt der Arzt die Diagnose und Röntgenbilder bestätigen das Untersuchungsergebnis.

Röntgenbild, Untersuchungsbefund und Gelenkbeschwerden müssen aber kein einheitliches Bild ergeben.

Manchmal sind trotz schwerer röntgenologischer Veränderungen vielleicht gar keine Schmerzen da. Oder umgekehrt, starke Arthroseschmerzen sind nicht durch Gelenkveränderungen auf dem Röntgenbild zu erkennen.

Die Magnetresonanztomographie und die Gelenksonographie liefern manchmal zutreffendere Ergebnisse.

Die Blutwerte zu bestimmen, hilft wenig bei der Diagnose und Kontrolle einer Arthrose. Sie sind allenfalls sinnvoll, um Fehldiagnosen zu vermeiden, wenn die Gelenkschmerzen beispielsweise im Rahmen einer Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) entstanden sind.

Hilfreich sind sie auch, um eventuelle Nebenwirkungen an inneren Organen zu erkennen, die durch medikamentöse Langzeittherapien entstehen können.

Sinnvoll ist es manchmal auch, die Gelenkflüssigkeit zu untersuchen, zumindest dann, wenn sie bei der Gelenkpunktion sowieso abgelassen wird. Ziel des Eingriffs ist es vordergründig, das Gelenk vorübergehend zu entlasten.

Die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit kann zur Diagnosesicherung und zum Ausschluss anderer Erkrankungen dienen.

Läuft der Erguss allerdings immer wieder nach, dann lohnt sich wiederholtes Punktieren nicht, es kann wegen der Infektionsgefahr sogar gefährlich sein.

Medikamentöse Behandlung

Zu heilen ist die Arthrose bisher nicht. Aber die Beschwerden können deutlich gelindert und die Weiterentwicklung der Arthrose gebremst werden. Zum günstigen Verlauf tragen Medikamente ganz erheblich bei.

Schmerzmittel wie Paracetamol sind nebenwirkungsarm, reichen aber meistens nicht aus.
Besser wirksam sind die nicht steroidalen Antirheumatika (abgekürzt NSAR ) und die wesentlich magenfreundlicheren neueren Antirheumatika, die COXIBe.

Leichte bis mittlere Schmerzen können mit antirheumatischen Salben und Gelen erfolgreich behandelt werden. Solche Salben eignen sich als Zusatzmittel. Sie helfen, die Dosis der NSAR niedrig zu halten.

Cortison ist der stärkste bekannte Entzündungshemmer. Direkt ins Gelenk gespritzt, verschwinden Entzündungsschmerzen im Handumdrehen.

Mehr als 3, höchstens 4 Injektionen in ein Gelenk pro Jahr sollte man aber nicht durchführen lassen. Das Risiko von bakteriellen Gelenkinfekten oder Knorpelschädigungen ist zu groß. Knochennekrosen können entstehen.

Glucosaminsulfat lindert Schmerzen und führt zu Funktionsverbesserungen bei leichtem bis mittelschwerem Kniegelenksverschleiß. Nebenwirkungen sind eher die Ausnahme.

Hyaluronsäure ist natürlicher Bestandteil des Gelenkknorpels und der Gelenkschmiere.

Für Injektionen in den Gelenkspalt, die die Gelenkschmierung verbessern sollen, wird sie aus Hahnenkämmen oder neuerdings auch synthetisch gewonnen. Zumindest eine Schmerzreduktion kann durch die Behandlung erreicht werden.
Das Präparat muss meist vom Patienten selbst bezahlt werden.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Viele nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren der Arthrose sind sehr wirkungsvoll und dabei noch preisgünstig. Sie können nach erstmaliger Anleitung oft selbständig durchgeführt werden.

Viel Leid könnte den Betroffenen und den Risikobelasteten erspart bleiben, ließen sie sich rechtzeitig, sozusagen auf vorbeugende, regelmäßige, nicht-medikamentöse Behandlungen ein.

Physikalische Therapie, Bewegungstherapie

Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität bei Vermeidung von Überlastung sind die Schlüssel zum gesunden Gelenk. Ziel ist Schmerzverminderung und Funktionsverbesserung.

Der Weg dahin führt über Aufbau der Muskelkraft und Erhöhung der Ausdauer, Wiedererlangung des Selbstwertgefühls, Abbau von Depressionen und Angst, Gewichtsnormalisierung, Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes sowie Reaktions- und Koordinationstraining.

Eine ganze Menge Arbeit also. Aber es lohnt sich.

Patientenschulung

Informationen über die Krankheit erleichtern den Umgang mit den Problemen, sie helfen, den richtigen Weg zur Behandlung zu finden und die wirkungsvollste Vorbeugung zu betreiben.

Beim Hausarzt, Orthopäden oder Rheumatologen liegen Informationsbroschüren aus. In Reha-Kliniken oder ambulanten Behandlungszentren werden Informationsveranstaltungen und Patientenschulungen angeboten.

Die Selbsthilfegruppen verfügen über umfangreiches Informationsmaterial und sie vermitteln Informationsvorträge. Gesundheitsbücher oder das Internet bieten Antworten auf die meisten Fragen.

Das Angebot ist groß, aber auch manchmal widersprüchlich. Dann besprechen Sie die Probleme mit Ihrem Arzt.

Anpassung des Umfeldes

Arthrose führt zu Funktionsstörungen und zur Behinderung.

Die Arbeit wird zur Belastung. Sitz- oder Tischhöhe, Bildschirmwinkel oder Umgebungstemperatur sowie viele andere Störfaktoren werden oft erst vom Fachmann erkannt und können dann beseitigt werden.

Durch ergotherapeutische Behandlungen wird der eigene Beitrag zur Vorbeugung geleistet und die richtige Bewegung eingeübt: Wie trägt man einen schweren Karton und schont dabei die Knie und den Rücken? Wie vermeidet man unnötige Belastungen der Gelenke? Wie steht man rückenschonend aus einem Stuhl auf? Und vieles mehr.

Auch zu Hause oder in der Freizeit werden die Gelenke und Muskeln überstrapaziert und geschädigt. Treppenstufen können zum Hindernis werden. In der Küche werden die Wege zu weit.

Die Wohnung muss an die Behinderung angepasst werden.

Psychologische Stützung

Wenn die psychische Belastung steigt, dann kann das Gespräch mit Freunden und Angehörigen helfen.

Im ärztlichen Gespräch wird vielleicht erstmals zu einer Psychotherapie geraten.

All diese Therapien müssen individuell gesteuert werden. Nicht jeder braucht den Psychologen, nicht jeder muss alle paar Wochen zum Rheumatologen oder zur Massage.

Individualisieren ist die Zauberformel.

Andere Verfahren

Mit Akupunktur, Massagen und Elektrotherapie sollen Schmerz und Muskelverspannung beseitigt werden.

Die Erfolge sind sehr unterschiedlich. Es kommt immer auf die Einzelsituation an.

Orthopädische Hilfsmittel

Bandagen oder Schienenverbände stützen und entlasten das geschädigte Gelenk, sie verbessern die Beweglichkeit im geschädigten Gelenk und verhindern Schmerzen.

Beispiele für häufig genutzte Hilfsmittel:

  • Gehhilfen (Handstock oder Rollator)
  • Orthopädische Schuhzurichtungen, Maßeinlagen
  • Orthesen (orthopädische Apparate)
  • Toilettensitzerhöhung
  • Strumpfanzieher
  • Stütz-und Kompressionsstrümpfe

Operative Maßnahmen

Wenn medikamentöse und andere Maßnahmen nicht mehr ausreichen, dann kann vielleicht die Operation Symptome verbessern, die Funktionsfähigkeit eines Gelenkes erhalten, ein Gelenk völlig ersetzen oder manchmal auch versteifen.

Das arthroskopische Knorpelshaving mit Entfernung abgerissener Knorpel- oder Meniskusfetzen oder die Gelenkspülung wird seit einer Studie, in der dieses Verfahren dem Patienten keine besonderen Vorteile gebracht hat, immer wieder hinterfragt.

Es kommt wohl sehr auf die Erfahrung des Operateurs und die richtige Indikation an, wenn diese Behandlung längerfristig einen guten Erfolg haben soll.

Bei gelenkerhaltenden Operationen werden beispielsweise X-Beine oder O-Beine begradigt, damit die Gelenkflächen besser aufeinander passen und belastbarer werden.

Der künstliche Gelenkersatz (Endoprothese) ist die letzte Lösung. Dieser Schritt ist nicht rückgängig zu machen. Aber glücklicherweise halten die Prothesen heute viele Jahre lang, sodass eine zweite Operation entsprechend spät oder gar nicht erforderlich ist.

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, ein Gelenk zu versteifen. Wenn ein künstliches Gelenk, eine Endoprothese nicht möglich ist, dann kann eine Arthrodese, also eine Gelenkversteifung, Schmerzfreiheit bei erstaunlich guter Funktionalität bringen. Für das Knie oder die Hüfte kommt das Verfahren nur ausnahmsweise in Frage.

Angewandt wird es in den Sprunggelenken, im Großzehengrundgelenk oder den Fußwurzel- und Mittelfußgelenken sowie in Hand- und Fingerendgelenken.


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