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RATGEBER - Rheuma

Leitsymptom Schmerz

So unterschiedlich die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen auch sind, eines ist ihnen allen gemeinsam, nämlich der Schmerz am Bewegungssystem (Muskeln, Bänder, Sehnen, Gelenke und Wirbelsäule).

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Der Schmerz hat dem Rheuma seinen Namen gegeben  (Rheuma=fließender Schmerz), der Schmerz ist es auch, der den Betroffenen zum Arzt bringt und ihn zum Patienten macht.

Schmerzbehandlung ist die erste therapeutische Erfahrung für den Rheuma-Patienten. Sie wird oft vor der eigentlichen Diagnose begonnen.

Schmerz wird daher als das Leitsymptom rheumatischer Krankheiten bezeichnet.

Wodurch der Schmerz zustande kommt, ist dabei ganz unterschiedlich.

Meistens wird er durch Gewebezerstörung verursacht. So können Entzündungen, Schwellungen oder Druck die Nervenendungen in Gelenkkapsel, Bändern oder der Gelenkinnenhaut reizen.

Ursache dieser Veränderungen können eine längere Gelenkruhigstellung oder eine Überlastung des Gelenks sein.

Schmerz kann auch von Knochen und Knochenhaut ausgehen. Ursachen hierfür sind z.B. Knochenbrüche bei Osteoporose: Besonders schmerzhaft sind hier Mikroknochenbrüche in den Wirbelkörpern.

Auch wenn Gelenke durch Abnutzung geschädigt oder zerstört werden oder wenn sich die Lage der Knochen zueinander verändert, ist dies schmerzhaft. Die Knochenhaut ist nämlich besonders empfindlich, wie jeder weiß,der sich schon einmal das Schienbein gestoßen hat.

Schmerzen können auch am nichtknöchernen Bewegungssystem entstehen, wenn etwa Muskeln verspannt oder Sehnen überlastet sind.

Nichtbehandelte Rheumaschmerzen können sich auch verselbständigen.

Dann braucht es nur noch einen leichten oder sogar gar keinen Reiz mehr. Eine Nervenzelle feuert dann Signale, für die es keine äußere Ursache gibt. Schmerzen dieser Art, die im Knochen, Muskel- oder Bindegewebe entstehen, bezeichnet man als nozizeptive Schmerzen.

Neben diesen nozizeptiven Schmerzen oder Gewebsschmerzen ist es auch möglich, dass eine Schädigung des Nerven selbst zu Schmerzen führt, dann spricht man vom „neuropathischen Schmerz“.

Zu Schädigungen von Nerven kann es im Rahmen rheumatischer Erkrankungen kommen, wenn Teile des Gelenkes oder der Wirbelsäule geschädigt sind und z.B. Nerven einquetschen.

Die Unterscheidung verschiedener Schmerzarten ist wichtig, um die Therapie und den voraussichtlichen Verlauf bestimmen zu können.

Die Stärke der Schmerzen wird übrigens nicht allein durch die Schweder Erkrankung bestimmt. Die eigene psychische Grundeinstellung, das Lebensumfeld und die konkrete Lebenssituation nehmen großen Einfluss auf den erlebten Schmerz.

So erweist es sich für die Prognose einer chronischen Schmerzkrankheit als günstig, wenn Sie die innere Einstellung haben, Sie selbst können viel zu Ihrer Genesung beitragen.

Sehr ungünstig ist es dagegen, in allem erst einmal das Negative zu sehen. Dieses „Katastrophisieren“ wirkt sich negativ auf die Gesamtsituation aus: Man wird ängstlicher und depressiv. Das erhöht die Schmerzempfindlichkeit.

Wundern Sie sich daher nicht, wenn Ihr Arzt Sie auch nach Ihrer Art zu denken befragt, auch wenn Sie doch vielleicht nur eine Pille gegen den Schmerz haben wollten.


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