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RATGEBER - Rheuma

Mikronährstoffe

Mikronährstoffe aus der Nahrung braucht der Körper in kleinen Mengen für seinen Stoffwechsel. Sie entlasten den Organismus bei der Krankheitsabwehr.

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Man geht heute davon aus, dass der natürliche Verlauf einer Arthrose ebenso wie der einer Arthritis durch Faktoren in der Nahrung beeinflusst werden kann.

Fischöl und Grünlippmuschel

Durch die vermehrte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren, z.B. die für unseren Körper unentbehrliche Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA), lässt sich die Produktion der entzündungsfördernden Prostaglandine senken.

Omega-3-Fettsäuren sind essenzielle, langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die überwiegend in fetten Kaltwasserfischen, wie Lachs und Makrele, vorkommen.

Wissenschaftliche Untersuchungen sprechen dafür, dass sie einen positiven Einfluss auf das Entzündungsgeschehen bei rheumatischen Erkrankungen hat. Die empfohlene Tagesdosierung der Omega-3-Fettsäuren liegt bei 500 bis 1500 mg, die als Fischöl verabreicht werden kann.

Das Fischöl muss hochrein und geruchsfrei sein. Wer zwei- bis dreimal in der Woche Fisch isst, der bekommt schon eine Menge Omega-3-Fettsäuren mitgeliefert.
Ansonsten gibt es Fischölkapseln in Reformhaus und Apotheke.

Neuerdings erforscht werden auch die Extrakte der Grünlippmuschel, die ebenfalls Omega-3-Fettsäuren enthalten. Vor allem wenn sie gleichzeitig mit den entzündungshemmenden Vitaminen E, B6 und B12 eingenommen werden, wird die entzündungshemmende Wirkung verstärkt.

Der Nutzen von Omega-3-Fettsäuren ist übrigens durch eine Reihe wissenschaftlicher Studien belegt.

Starke Verminderung von Gelenkschwellungen: Das Albany Medical College in New York (USA) führte eine Untersuchung an Personen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen (aktiver rheumatoider Arthritis) durch. Die Testpersonen erhielten 24 Wochen lang täglich Nahrungsergänzungen in Form von EPA- und DHA -reichem Fischöl. Die Gelenkschwellungen gingen stark zurück.

Schmerzlinderung:
Eine belgische Langzeit-Studie an Menschen mit aktiver rheumatoider Arthritis, die ein Jahr lang täglich Omega-3-Fettsäuren erhielten, zeigte, dass die Testpersonen weniger Schmerzen hatten.

Entzündungshemmende Wirkung:
Eine Studie an der Universität von Groningen (Niederlande)zeigte, dass Fischöl offensichtlich eine entzündungshemmende Wirkung entfaltet. Bei den Testpersonen gingen die Gelenkschwellungen zurück. Auch die Morgensteifigkeit verging schneller.

Vitamine

Knorpelwachstum und Reparationsprozesse an den Geweben werden durch Vitamin C und Vitamin E beeinflusst.

Die antioxidative Wirkung dieser Substanzen spielt wohl die Hauptrolle. Vitamin E besitzt entzündungs- und schmerzhemmende Eigenschaften.

Eine Studie von 1998 zeigt, dass natürliches Vitamin E vergleichbar zu dem Schmerzmittel Diclofenac unterschiedliche Symptome von Patienten mit Arthritis verbessern kann.

3 x 400 mg Vitamin E über drei Wochen führte zu einer deutlichen Besserung der Morgensteifigkeit, Erhöhung der Griffstärke und Verringerung der Schmerzen.

Vitamin C wirkt ebenfalls antioxidativ und immunregulierend. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 500 bis 1000 mg. Besonders günstig wirkt die kombinierte Gabe von Vitamin C und Vitamin E.

Die Gabe von B-Vitaminen 50 mg Vit. B1, 50 mg Vit. B6 und 0,25 mg Vit. B12 verbesserte in einer Studie die schmerzlindernde Wirkung der gleichzeitig verabreichten herkömmlichen nicht-steroidalen Antirheumatika.

Vitamin D ist Schlüsselsubstanz im Knochenstoffwechsel. Sind die Vitamin-D-Spiegel zu niedrig, dann werden die stabilisierenden Knochenprozesse bei der Arthrose gebremst und es kommt zur Knochenentkalkung. Niedrige Vitamin-D-Serumspiegel werden bei fortschreitender Arthrose gefunden. Regelmäßige Einnahmen von Vitamin D verhindern Knochenabbau und verringern den Arthroseprozess.

Vitaminmangel oder leere Vitaminspeicher bei normalen Ernährungsgewohnheiten gibt es so gut wie nicht. Vitaminersatztherapien sind deshalb nicht erforderlich. Aber ob Vitamine aus den normal gefüllten Speichern an ihren Wirkort kommen, das ist gar nicht sicher.

Deswegen werden sie als Tabletten gegeben oder gespritzt und gelangen dann über die Blutbahn doch an ihren Wirkort in den kranken Zellen. Vitamine und andere Mikronährstoffe sind keine Wunderwaffen gegen den Schmerz. Ihre Wirkung ist begrenzt.

Das Fehlen des wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweises ist aber keinesfalls mit Unwirksamkeit gleichzusetzen. Ob diese Stoffe eingesetzt werden, muss in jedem Einzelfall entschieden werden. Vielleicht kann man auf nebenwirkungsträchtigere ander Medikamente verzichten oder sie zumindest reduzieren.


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