RATGEBER - Schmerzen
Erfahrungen in jungen Jahren
Wie wir Schmerzen empfinden, hängt auch davon ab, wie wir den Umgang mit Schmerzen von unseren Eltern vorgelebt bekommen.
So gibt es Familien, in denen Schmerz einfach kein Thema ist, es wird nicht viel Wind darum gemacht.
Das Motto ist: „Wenn es weh tut, dann fass nicht hin.“ In anderen Familien dagegen besteht jeder darauf, mehr Schmerzen zu haben als der andere.
Auch frühe eigene Schmerzerfahrungen prägen unser Schmerzempfinden, denn man muss Schmerzen zuerst am eigenen Leib erfahren, bevor man sie als solche einordnen kann. Dies zeigen die folgenden Versuche und Untersuchungen, deren Kenntnis zum kleinen Einmaleins von Schmerztherapeuten gehört.
Affen hatte man nach der Geburt Arme und Beine in Papphülsen gesteckt und ließ sie isoliert aufwachsen.
Als man die Affen später von ihrem Pappschutz befreite und sie mit anderen Affen zusammenbrachte, erwiesen sie sich als sehr ungeschickt. Sie zogen sich ständig Verletzungen zu, da sie keine Schmerzen wahrnehmen konnten.
Umgekehrt weiß man aus Untersuchungen, dass Kinder, die in Notsituationen ohne Betäubung operiert werden mussten, auch Jahre später noch schmerzempfindlicher waren als solche, bei denen eine Operation unter Betäubung durchgeführt worden war.
Vergleicht man diese beiden Untersuchungsergebnisse, dann wird deutlich, dass sowohl das Schmerzempfinden als auch der Umgang mit Schmerzen nicht angeboren sind, sondern erlernt werden müssen.








