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RATGEBER - Schmerzen

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, weshalb ein Mensch die Ärztin/den Arzt aufsucht und man schätzt, dass heute zwei Drittel der Bevölkerung (leider auch schon Kinder) über Kopfschmerzen klagen.

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Zu den häufigsten Kopfschmerzarten gehört der Spannungskopfschmerz und die Migräne. Es gibt auch Patienten, die unter beiden Kopfschmerzarten leiden, dann spricht man vom dem Kombinationskopfschmerz.

Außerdem kommen noch recht häufig der so genannte Schmerzmittelkopfschmerz und der Clusterkopfschmerz vor.

Migräne

Symptome

Migräne wird von vielen betroffenen Patienten beschrieben als ob man eine oder mehrere Presslufthämmer im Kopf hätte. Sie überfällt einen oft in den frühen Morgenstunden und dauert meist den ganzen Tag oder mehrere Tage.

Den Patienten ist oft übel, sie sind licht- und lärmempfindlich und jede Bewegung wird zur Qual. Manche Patienten sehen vor oder während der Attacke Blitze oder Doppelbilder, haben Gleichgewichts- und Sprachstörungen oder Lähmungen. Mediziner sprechen dann von einer „Migräne mit Aura“.

Ursachen

Sie sind nicht genau bekannt. Veränderungen der Blutgefäßweite spielen eine Rolle, ebenso Konzentrationsschwankungen chemischer Botenstoffe im Gehirn.

Bekannt sind Substanzen und Bedingungen, die eine Migräneattacke auslösen können. Dazu gehören Stress, Hormonschwankungen während der Periode und in den Wechseljahren, bestimmte Nahrungsmittel, unregelmäßiger Schlafrhythmus, Flackerlicht, Lärm, verqualmte Räume und Wetterwechsel.

Damit die persönlichen Auslösefaktoren (Trigger) besser erkannt und vermieden werden können, sollten Migränepatienten unbedingt ein Kopfschmerztagebuch führen.

Therapie

Alle Behandlungsstrategien, die beim Spannungskopfschmerz helfen, können auch dem Migränepatienten nutzen.
Da bei manchen Patienten schon zu Beginn einer Migräneattacke die Darmtätigkeit gestört ist, können Medikamente nicht vollständig aufgenommen (resorbiert) werden. Die Mittel wirken deshalb oft nur schwach oder gar nicht.

Migränepatienten sollten deshalb etwa 15 Minuten vor den Schmerzpräparaten ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen einnehmen, wie etwa Metoclopramid und Domperidon.
Die Darmpassage wird dadurch beschleunigt und die Schmerzmittel können schneller ihre Wirkung entfalten. Natürlich helfen diese Medikamente auch gegen Übelkeit und Erbrechen.

Mittel der Wahl beim Migränekopfschmerz sind heute die Triptane. Sie wirken dort, wo der Schmerz entsteht, sie wirken schnell, aber die Wirkstoffe bauen sich schnell wieder ab.
Die neueren Triptane, zum Beispiel die Wirkstoffe Zolmitriptan, Almotriptan oder Rizatriptan wirken auch gegen die typischen Begleiterscheinungen der Migräne wie Übelkeit und Erbrechen.

Gerade der letztgenannte Wirkstoff zeichnet sich durch einen schnellen Wirkeintritt und eine konsistente Wirkung aus. Auch Acetylsalicylsäure (ASS) steht in einer speziellen Zubereitung für die Migräne zur Verfügung, ebenso Diclofenac, welches in Verbindung mit Kalium gut hilft.

Entspannungsübungen

siehe Spannungskopfschmerz

Ernährungstipps

Bestimmte Nahrungsmittel können eine Migräneattacke auslösen. Dazu gehören Rotwein, Käse, Zitrusfrüchte und Schokolade.
Je nachdem, welcher Auslöser vom Kopfschmerzpatienten erkannt wurde (Schmerztagebuch), sollte dann weggelassen werden.

Vorbeugung

Hierzu zählen neben der o.g. Ernährung auch Entspannungsverfahren, Ausgleichsgymnastik, das Meiden von zum Beispiel Flackerlicht, Lärm und verqualmten Räumen. Am Wochenende sollte der Schlafrhythmus der Woche beibehalten werden.

Neu in der Vorbeugung von Migräne ist ein Extrakt aus der heimischen Pestwurz. Dies hat eine deutsch-amerikanische Studie mit über 200 Patienten ergeben. Auch Kinder profitieren von der Pestwurztherapie.
Der besondere Vorteil gegenüber anderen medikamentösen Migräneprophylaktika wie Betablockern und Antidepressiva liegt in der noch besseren Verträglichkeit. Es sollte zunächst eine sechsmonatige Kur durchgeführt werden.

Klassische Irrtümer

Migräne gilt als Zipperlein der Drückeberger und hysterischen Frauen und wird gerne als Ausrede Nummer eins für eingebildete Kranke bezeichnet. Das sind schlimme Vorurteile, die die betroffenen Patienten noch zusätzlich belasten.
Kopfschmerzen sind eine echte Krankheit, die viele Menschen dauernd oder gelegentlich quält.

Schmerzmittelkopfschmerz

Hierzu kann es kommen, wenn zu häufig Medikamente eingenommen werden.

Führen Sie deshalb ein Schmerztagebuch, anhand dessen der Arzt ein neues Therapiekonzept aufstellen kann.

Clusterkopfschmerz

Hiervon sind vor allem Männer betroffen.
Der Schmerz konzentriert sich auf eine Seite, häufig um das Auge herum und wird beschrieben, als ob eine glühende Nadel ins Auge gestoßen würde. Der Spuk kann nach wenigen Minuten vorbei sein, sich aber auch stundenlang hinziehen.

Akut können alle beim Spannungskopfschmerz aufgeführten Medikamente zum Einsatz kommen, vorbeugend sind zu empfehlen Kortison, Kalziumantagonisten, Lithium und Valproinsäure.
Beim Auftreten einer akuten Schmerzattacke hat sich auch die Inhalation von Sauerstoff über eine Viertelstunde mit einer Gesichtsmaske bewährt.

Über die Ursachen des Clusterkopfschmerzes gibt es nur Hypothesen. Alkohol scheint ein Auslöser zu sein, ebenso körperliche Anstrengung, Aufenthalt in großen Höhen und Flimmer- und Flackerlicht.

Spannungskopfschmerzen

Symptome

Er zeichnet sich durch ein Gefühl aus, als ob der Kopf in einem Schraubstock eingespannt wäre. Der Schmerz erstreckt sich über den ganzen Kopf, er drückt und zieht und kann in die Augenregion, die Wangen oder auch den Nacken ausstrahlen.

Er entwickelt sich langsam, kann zu jeder Tageszeit kommen und gehen, mal eine halbe Stunde oder mal eine Woche andauern und sogar zum ständigen Begleiter werden.

Ursache

In Frage kommen Stress, Depressionen, Angst und jedwede psychische Belastung wie auch zum Beispiel die Vorfreude auf ein besonderes Ereignis. Auch der Wetterwechsel spielt eine Rolle.

Therapie

Hier stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, wie zum Beispiel die NSARs (nichtsteroidale Antirheumatika, enthalten kein Steroid, also kein Kortison) wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibu-profen und Diclofenac und Paracetamol.

Auch Kombinationen, die ASS, Paracetamol und Koffein enthalten, werden heute von Experten empfohlen, weil die Kombination einerseits zu einer Verstärkung der Wirkung führt und andererseits das Koffein den schmerzstillenden Effekt von ASS und Paracetamol verstärkt.

Ist der Spannungskopfschmerz in ein chronisches Stadium übergegangen, sind nicht süchtig machende Antidepressiva zu empfehlen sowie spezielle Betablocker.

Sowohl beim akuten als auch beim chronischen Spannungskopfschmerz stehen nicht medikamentöse Therapien zur Verfügung wie zum Beispiel:

  • TENS-Therapie (transkutane elektrische Nervenstimulation)
  • progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (fortschreitende Muskelentspannung)
  • Akupunktur
  • Magnetfeldakupunktur (z. B. „Acutouchtherapie“)
  • Ultraschalltherapie
  • Elektromagnetfeldtherapie und Kernspinresonanztherapie.

Hausmittel

Schläfen und Stirn mit Pfefferminzöl einreiben. Dies wurde sogar - im Gegensatz zu vielen anderen Hausmitteln - im Rahmen von Studien untersucht und die Wirkung nachgewiesen. Pfefferminzöl wirkt vor allem beim akuten Spannungskopfschmerz.

Entspannungsübungen

Sie sind sehr zu empfehlen, sowohl zur Behandlung des Schmerzes als auch vorbeugend.
Besonders bewährt haben sich autogenes Training, die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Biofeedback.

Auch Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wie zum Beispiel Tai Chi und Qi Gong, werden mit Erfolg angewendet.

Stressabbau mit Entspannungsverfahren und Ausgleichsgymnastik gehören beim Spannungskopfschmerz zu den vorbeugenden Maßnahmen schlechthin.


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