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RATGEBER - Weichteil-Rheuma

Therapie

Wer unter einer Fibromyalgie leidet, hat oft schon Erfahrungen mit Schmerzmitteln. Und solange die Diagnose nicht richtig gestellt ist, kommen meist noch mehrere Schmerzmedikamente hinzu. Diese nehmen allerdings die Schmerzen nicht dauerhaft, bringen aber viele Nebenwirkungen mit sich. Ärzte versuchen daher, ein festgelegtes Schema mit wirkungsverzögerten sprich Retard-Medikamenten aufzustellen. Das ist besser, als Schmerzmittel einfach nur nach Bedarf einzunehmen. Auch wird ein stufenweises Ausschleichen aus starken Schmerzmitteln angestrebt. Dies ist aber nur möglich unter gezielten Entspannungsübungen, schmerzlindernden physikalischen Therapien und einer sog. Ersatzmedikation.

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Entspannungsübungen sind ein wichtiger erster Schritt, um die bei der Fibromyalgie erhöhte Muskelanspannung herabzusetzen. Auch bei Schlafproblemen sind Entspannungsverfahren sehr hilfreich. Zu den klassischen Entspannungsübungen gehören das autogene Training, die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sowie Yoga, Atemtherapie und Tai Chi Chuan.

Physikalische Therapien spielen bei der symptomatischen Behandlung der vielfältigen Fibromyalgie-Beschwerden eine große Rolle. Wärme unterstützt die Durchblutung, blockiert die Schmerzleitungen und beeinflusst die zahlreichen Nerven- und Muskelrezeptoren. Wärme wirkt sich auch positiv auf die seelische Entspannung aus.
Anwendungen mit Fango, Moor, Rotlicht, heiße Rolle (Handtücher mit heißem Wasser übergossen), Thermalbäder, Sandbett mit heißem Sand und die Infrarotsauna werden als Wärmeanwendungen eingesetzt.
Kälte hat den Effekt, dass sie fast sofort zur Verminderung der Schmerzleitung führt, sie lässt Gewebe abschwellen, hemmt Entzündungen und normalisiert die Muskelanspannung.

In einer Ganzkörperkältekammer, die eine Temperatur zwischen -60° bis -110° Celsius hat hält sich der Patient ca. 2 bis 5 Minuten auf. Nach einer Serie von Anwendungen kommt es bei der Mehrheit der Betroffenen zur erheblichen Verbesserung des gesamten Beschwerdebildes.

Als Ersatzmedikation wird mittlerweile sehr häufig ein Antidepressivum verschrieben, selbst wenn keine Depression vorliegt. Antidepressiva setzen nämlich die Schmerzschwelle hoch. Damit sind die Schmerzen zwar nicht weg, aber sie greifen nicht mehr so dominant in das Leben ein. Die schmerzlindernde Wirkung setzt erst nach Wochen ein.

Der Durchbruch für eine richtige medikamentöse Therapie wurde noch nicht erzielt. Aber es gibt einen kleinen Lichtblick zum Schluss: Bei den meisten Betroffenen verschwindet die Krankheit nach zwei Jahren wieder von selbst. Wenn dies nicht der Fall ist, dann lernt man zumindest im Laufe der Jahre, mit den Beschwerden besser klarzukommen.
 


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