Anzeige:
Anzeige:

RATGEBER - Tuberkulosengefahr in Europa durch HIV

Ansteckungsgefahr in Europa durch HIV

Anzeige:

Wer sich in den ersten Jahrzehnten des 20sten Jahrhunderts den Tuberkelerreger einfing, für den war das so gut wie ein Todesurteil.

Die als Schwindsucht bekannte Krankheit bewirkt eine chronische Entzündung in der Lunge, die zu Atemschwäche, Auswurf und nach und nach einem Befall des ganzen Körpers führt.

Doch mit der Entdeckung eines Impfstoffs im Jahr 1921 durch die Franzosen Albert Calmette und Camille Guerin schien die Seuchengefahr gebannt zu sein.

Seit einigen Jahren aber warnen Experten immer eindringlicher davor, dass die Tuberkulose wieder auf dem Vormarsch ist und vielleicht zu einer neuen Seuchengefahr werden könnte.

Nach einer Mitteilung des Robert-Koch-Instituts in Berlin geht man zurzeit von einer Inzidenz (Neuerkrankungen pro Jahr) von 9,14 pro 100.000 Einwohner aus (Zahlen für das Jahr 2001).

Nur nebenbei: Robert Koch war es übrigens, der im Jahr 1882 das Tuberkelbakterium als Verursacher der Krankheit erkannt und damit einer Behandlung den Weg gebahnt hatte.

Ganz ausgerottet war die Tuberkulose sowieso nie. Weltweit sterben schätzungsweise jedes Jahr drei Millionen Menschen an den Folgen der Tuberkulose.

Doch bislang war man sich zumindest hierzulande sicher, dass das Tuberkel keine Gefahr mehr bedeutet. Denn vor allem begünstigen eine schlechte Ernährung und Hygiene sowie ein geschwächtes Immunsystem die Infektion und Erkrankung.

Doch mittlerweile gibt es eine neue Volkskrankheit, welche einen starken Einfluss auf das Immunsystem hat. Bei einer HIV-Infektion werden T-Lymphozyten, welche zur körpereigenen Immunabwehr gehören, befallen und damit im Körper dezimiert.
Genau diese T-Lymphozyten bräuchte der Körper aber, um im Falle einer Tuberkel-Infektion den Erreger zu töten.

Weiterhin braucht der Körper die T-Lymphozyten nicht nur, um die Bakterien zu töten, sondern auch, um die nachrückenden Fresszellen (Makrophagen) auf den Plan zu rufen. Auch dieser Schritt fällt natürlich sehr klein aus, wenn nur wenig T-Lymphozyten vorhanden sind. 

Menschen, denen ein fremdes Organ transplantiert wurde und die wegen der Gefahr einer Abstoßung „Immunsuppressiva“ bekommen, sind ebenfalls anfällig für die Tuberkulose, denn bei ihnen werden die o. g. Abwehrzellen künstlich blockiert, damit sich der Körper nicht gegen das eingepflanzte Organ richten kann.

Damit sind aber nicht nur diese Patienten gefährdet, sondern im Prinzip alle Menschen, mit denen sie Umgang haben. Denn das Tuberkel wird vor allem über mikroskopisch kleine Speicheltröpfchen beim Husten oder Atmen übertragen. 

Somit sind also HIV und immunsupprimierte Patienten der Grund für das erneute Aufleben der Tuberkulose.

Zudem tauchen in der Behandlung der Tuberkulose neue Probleme auf, die Koch noch nicht ahnen konnte. Zunehmend mehr Tuberkelstämme haben sich soweit verändert, dass einzelne Antibiotika ihnen nichts mehr anhaben können.

Gerade in Ländern mit schlechtem Gesundheitssystem und wenig Geld für Medikamente spielt dies eine große Rolle.

In Deutschland beginnt die Therapie deshalb mit einer medikamentösen Dreierkombination. Das heißt, drei antituberkulotisch wirkende Medikamente werden gleichzeitig gegeben. Damit soll einer so genannten Resistenzbildung entgegen gewirkt werden.


Aktuelle Meldungen

KI generiert
© KI generiert

14.10.2026

Vagusnerv eingeklemmt? Welche Symptome möglich sind und was medizinisch dahinterstecken kann

Schwindel, Verdauungsprobleme, Herzklopfen oder anhaltende Erschöpfung können viele Ursachen haben.


KI generiert
© KI generiert

01.10.2026

Sicherheit auf Knopfdruck: Welche Hausnotruf-Varianten existieren und wie die Beantragung abläuft

Ein medizinischer Notfall in den eigenen vier Wänden erfordert von allen Beteiligten extrem schnelles Handeln.


pexels / Polina Tankilevitch
© pexels / Polina Tankilevitch

30.09.2026

Lipödem erkennen: Typische Warnsignale und der entscheidende Unterschied zu Übergewicht

Viele Frauen leiden jahrelang unter unerklärlichen Schmerzen in den Beinen und einer stetigen Zunahme des Volumens, ohne die genaue medizinische Ursache zu kennen.


KI-generiert
© KI-generiert

15.09.2026

Im Alter zu Hause bleiben: Wie Familien passende Unterstützung organisieren

Für viele Menschen ist das eigene Zuhause weit mehr als nur ein Wohnort. Es steht für Vertrautheit, Selbstständigkeit und einen Alltag, der über Jahre oder Jahrzehnte gewachsen ist.


KI generiert
© KI generiert

14.09.2026

Training und Regeneration: Warum Erholung genauso wichtig ist wie Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Alltags und wer seine Fitness optimieren möchte, hat dabei oft direkt die nächste Trainingseinheit im Kopf.



Newsletter Abbonieren



Wissen-Gesundheit im Netz

socials




loader