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RATGEBER - Rund ums Auge

Weit verbreitet: Bindehautentzündung

Häufig, häufiger, Bindehautentzündung. Das gilt zumindest für die deutschen Augenarztpraxen. Dort tritt diese auch Konjunktivitis genannte Krankheit unter allen Augenerkrankungen mit Abstand am häufigsten auf.

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Die Bindehaut reagiert auf einen Entzündungsreiz, indem sie vermehrt Blut in ihren Gefäßen ansammelt.
Es kommt zum charakteristischen Merkmal, dem roten Auge. Patienten klagen über Augenbrennen, Jucken, Fremdkörpergefühl - als ob Sandkörner bei jedem Lidschlag reiben.

Morgens sind die Lider oft verklebt. Die Bindehaut schwillt an, oft auch die Lider. Es treten auch wässrige, schleimige oder eitrige Absonderungen auf.

Vielen erscheinen diese Symptome harmlos. Doch die Augenärzte empfehlen, mit einer Bindehautentzündung auf jeden Fall einen Augenarzt aufzusuchen, denn:

  • Die Beschwerden, die zu der Vermutung führen, man habe eine Bindehautentzündung, können ebenso ein äußeres Warnzeichen für eine andere schwerwiegende Augenkrankheit sein.
  • Wenn es sich wirklich „nur“ um eine Konjunktivitis handelt, muss erst einmal festgestellt werden, wodurch sie ausgelöst wurde, bevor an eine Therapie zu denken ist. Denn Bindehautentzündungen können sehr viele ganz verschiedene Ursachen haben, und dementsprechend unterschiedlich sind die Behandlungsmaßnahmen.
Folgende Ursachen kommen für eine Bindehautentzündung in Frage:
  • Infektionen durch Viren, Pilze oder Bakterien
  • physikalische oder chemische Einwirkungen, zum Beispiel Fremdkörper oder ätzende Substanzen
  • Allergien, zum Beispiel Heuschnupfen
  • infektiöse Allgemeinerkrankungen
  • schwerwiegende Augenerkrankungen: Entzünden sich Hornhaut, Regenbogenhaut oder Lederhaut, entzündet sich die Bindehaut oft mit.
  • Überempfindlichkeit auf Umweltreize, etwa Staub, Rauch, Zugluft, grelles Sonnenlicht
  • „physiologische Konjunktivitis“: Sie tritt bei Kindern und Jugendlichen auf, wenn sich ihr Immunsystem entwickelt.
  • unkorrigierte oder nicht ausreichend korrigierte Brechungsfehler oder Störungen des Augenmuskelgleichgewichts  

Infektionen mit Bakterien, Pilzen und Viren

Infektionen mit Bakterien oder Pilzen treten relativ selten auf. Sie lassen sich gut mit Antibiotika bekämpfen.

Einen Sonderfall bilden die so genannten Chlamydien.
Bei diesen hartnäckigen Bakterien muss der Augenarzt Betroffene und ihre Partner über drei Wochen mit Antibiotika behandeln, um die Ansteckungskette zu unterbrechen. Verschleppen Patienten diese Infektion, drohen Dauerschäden an der Hornhaut und Bindehaut.

Häufiger treten Virusinfektionen auf. Die meisten heilen nach kurzer Zeit von alleine ab und treten oft gemeinsam mit grippalen Infekten auf.

Bestimmte Erreger, die Adenoviren, sind sehr ansteckend und befallen nicht nur die Binde- sondern auch die Hornhaut.
Weil diese Konjunktivitis stark juckt, reiben sich daran Erkrankte oft die Augen und geben die Viren an Familienangehörige, Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen weiter.

Augenärzte empfehlen, besonders auf Hygiene zu achten. Etwa Handtücher nicht gemeinsam zu benutzen. Kinder dürfen eine gewisse Zeit nicht in die Schule oder den Kindergarten.

Neben strengen Hygienevorschriften beschränkt sich die Behandlung darauf, die störenden Symptome wie Jucken oder Brennen zu lindern.

Eine spezielle Therapie gegen die Adenoviren gibt es zurzeit leider noch nicht. Trotzdem geht es nicht ohne einen Augenarztbesuch. Denn auch eine schwere Herpesentzündung der Hornhaut kündigt sich durch eine Konjunktivitis an.

Wer hier zur Selbstbehandlung schreitet oder gar zum falschen Zeitpunkt kortisonhaltige Augenmedikamente verwendet, bringt sein Auge in große Gefahr.

Allergische Reaktionen, Überempfindlichkeit und Medikamente

Eine allergisch verursachte Bindehautentzündung verläuft oft langwierig, lässt sich mit modernen Behandlungsmethoden aber gut beherrschen. Umwelteinflüsse wie Rauch, Staub oder Zugluft führen am häufigsten zu einer Konjunktivitis.

Vor allem Autofahrer leiden darunter. Sie können sie einfach vermeiden, wenn sie das Gebläse nicht direkt auf den Kopf richten.

Auch Störungen des Tränenfilms können zu einer Bindehautentzündung führen. Daneben können bestimmte Medikamente zu einer Rötung der Augen führen.

Manche Patienten reagieren auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch. Da es oft die Konservierungsmittel sind, kommen hier konservierungsmittelfreie Präparate zum Einsatz.

Reagiert der Patient auf den Wirkstoff allergisch, muss das Präparat gewechselt werden.
Spezielle Tests zeigen, auf welcher Substanz die Allergie beruht.

Ein Allergologe erstellt einen Allergiepass, in dem er diese Substanzen einträgt. Diesen zeigt der Patient seinem Augenarzt, der dann Präparate verschreibt, die der Patient gut verträgt.

Auf jeden Fall vermeiden lässt sich eine Konjunktivitis, die durch den längeren Gebrauch von gefäßverengenden Augentropfen entsteht.
Diese rezeptfrei erhältlichen Stoffe, so genannte Vasokonstriktiva, verengen die Gefäße und beseitigen auf diese Weise die Symptome eines roten Auges.

Allerdings klingt mit der Zeit die Wirkung nicht nur ab, die Präparate fördern sogar die Durchblutung.
Die Folge bei chronischer Anwendung: Eine starke Rötung tritt auf, die der Betroffene wieder mit noch häufigerem Gebrauch der Augentropfen bekämpft.

Ein Teufelskreislauf. Ihm entrinnt man nur, indem man die Vasokonstriktiva ersatzlos weglässt.
Die Patienten müssen dabei akzeptieren, dass ihre Bindehäute viele Wochen stark gerötet bleiben, bis sich die Gefäße an den Entzug gewöhnt haben und sich wieder normalisieren.

Eine weitere, vor allem kosmetisch störende Nebenwirkung dieser Vasokonstriktiva ist die Einlagerung schwarzer Substanzen (so genannte Adrenochrome) in die Bindehaut. 

Physiologische Konjunktivitis: Eine Frage der Abwehr

Eine „physiologische“ umgangssprachlich „normale“ Konjunktivitis tritt vor allem bei Kindern und jungen Leuten auf. Im Laufe ihres Lebens sieht sich ihre Bindehaut mit verschiedenen Erregern und Reizstoffen konfrontiert, ohne jedes Mal richtig zu erkranken.

Trotzdem reagiert die Bindehaut beim ersten Kontakt. Sie mobilisiert ihre Abwehr gegen diese für sie noch unbekannten Reize.
Manche Personen reagieren empfindlicher und ihre Augen röten sich häufiger.

Da es sich um keine Krankheit handelt, verordnet der Augenarzt in der Regel keine Medikamente, sondern kontrolliert lediglich den Verlauf.  

Brille als Lösung: Bindehautentzündung durch Fehlsichtigkeit

Einigen Patienten, die mit einer Konjunktivitis in die Praxis kommen, verordnet der Augenarzt kein Medikament, sondern eine Brille.

Diese leiden, ohne es zu wissen, an einer Übersichtigkeit, deren Überwindung auf Dauer Schmerzen verursacht. Unwillkürliches Reiben und Wischen sorgt dafür, dass die Entzündung erst richtig in Gang kommt. Hier schützt eine Brille.

Auch für Patienten, bei denen ein verborgener Stellungsfehler der Augen, ein nicht erkanntes Schielen, die Bindehaut entzündete, ist die Brille hilfreich.

Augenärzte warnen grundsätzlich davor, eine Bindehautentzündung selbst zu behandeln.
Zum einen gelten die Beschwerden, wie bereits erwähnt, oft als Warnzeichen anderer schwerwiegender Augenerkrankungen.
Zum anderen gibt es viele Ursachen, die eine Konjunktivitis auslösen. Ein Laie erkennt sie nicht.

Ein falsch angewendetes rezeptfrei erworbenes Medikament richtet großen Schaden an. Dazu zählen auch Heilkräuter, von denen viele glauben, dass sie harmlos sind.
So rufen jedoch beispielsweise Augenkompressen aus Kamillenaufgüssen bei vielen Menschen allergische Reaktionen hervor.


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