Anzeige:
Anzeige:

RATGEBER - Rund ums Auge

Ältestes Mittel gegen Fehlsichtigkeit: die Brille

Ob Kurz-, Weit-, Alterssichtigkeit oder Hornhautverkrümmung - eine Brille sorgt für den richtigen Durchblick.

Anzeige:

Fast jeder dritte Bundesbürger trägt sie ständig. Ein gutes Viertel greift gelegentlich auf diese Sehhilfe zurück - so das Ergebnis der Allensbacher Brillenstudie 2002. Viele Brillenträger besitzen mindestens ein zweites Exemplar dieser Sehhilfe.

Der Name Brille stammt vom Halbedelstein Beryll. In Linsenform geschliffen, verwendete man ihn im Mittelalter unter dem Namen Lesestein als Lupe, um Texte zu lesen.

Obwohl die Menschen bereits in der Antike von der Brechkraft der Linsen wussten, nutzten sie diese noch nicht als Sehhilfe.
Die Möglichkeit, das Auge mit einer Linse zu unterstützen, beschrieb erstmals der arabische Mediziner Ibn el Heitham um 1000 nach Christus.

Um 1270 wurden erstmals Berylle und auch Quarze geschliffen und als Lesesteine verwendet. Zunächst aber nur zum Nahsehen bei Alterssichtigkeit. Die erste Brille tauchte wahrscheinlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts in Venedig auf.

Schwierigkeiten gab es vor allem mit der richtigen Befestigung. Es gab Stil-, Riemen-, Klemm-, Stirnreifen- oder Fadenbrillen. Für die Fassungen verwendete man Metall, Leder, Bein oder Horn.

1478 gab es in Nürnberg den ersten „Paryllenmacher“, Jacob Pfuhlmeier.

Den Vorläufer der heutigen Brillengestelle entwickelte 1746 der Pariser Optiker Thonin.
Er klammerte die Linsen mit Stangen an den Schläfen an.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Korrektur der Fehlsichtigkeit endgültig auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt.

1910 entwickelte die Firma Carl Zeiss erstmals punktuell abbildende Gläser. Von da an nahm die Brillentechnik einen rasanten Aufschwung.

Tönung und Spiegelung

Nicht nur die richtige Schärfe der Brillengläser spielt eine besondere Rolle. Auch andere Faktoren sorgen für gutes Sehen (und gesehen werden): das Material der Linsen, das Design, die Linsen-Struktur und Zusätze wie Tönung oder Spiegelung. In den meisten Fällen machen die Gläser mehr als die Hälfte des Preises einer Brille aus.

Nicht jede Ausführung eignet sich für alle Situationen. Ein Leistungssportler benötigt ein anderes Modell als eine Person, die im Büro arbeitet.
Modebewusste tragen oft dünne und leichte Linsen. Beim Sport leisten robuste Gläser aus Polycarbon gute Dienste.

Spezielle Tönungen schützen vor Sonnenlicht, besonders im Urlaub. Trifft Licht auf eine Glasfläche, spiegelt sie es teilweise wieder zurück. Für Brillenträger bedeutet das, dass sich Gegenstände aus der Umgebung in der eigenen Brille spiegeln. Sie sehen sie oft nur verschwommen oder wie durch einen Schleier.

Personen, die einen Brillenträger anschauen, sehen nicht seine Augen, sondern nur ihr eigenes Spiegelbild. Mit entspiegelten Gläsern passiert das nicht.

Bereits 1935 präsentierte Carl Zeiss die Entspiegelungs-Beschichtung. Je hochwertiger diese Beschichtung, desto weniger spiegelt die Brille.

Glas und Kunststoff

Normalerweise bestehen Brillengläser aus so genanntem Kronglas. Der Name stammt aus dem früher in England üblichen Produktionsverfahren, bei dem das zähflüssige heiße Glas zunächst zu einer Kugel geblasen wurde und dann beim Abflachen an den Rändern geriffelt war und so als Zwischenstufe die Form einer Krone annahm.

Mit diesem Glas lassen sich alle leichten und mittleren Fehlsichtigkeiten gut korrigieren.

In anderen Fällen verwendet man stärker brechende Spezialgläser.
Minus-Gläser für Kurzsichtige sind in der Mitte immer etwa gleich dick, nur ihre Randstärke variiert.
Bei Plus-Gläsern für Weitsichtige verändert sich dagegen immer die Mitte.

In den 60er Jahren kamen erstmals Kunststoffgläser auf den Markt. Sie besitzen die gleichen optischen Eigenschaften wie Brillenglas, wiegen aber wesentlich weniger und zerbrechen nicht, wenn sie herunterfallen.
Ihr einziger Nachteil: Ihre Oberfläche zerkratzt leichter.

Mit neuen Verfahren gelang es, ihre Oberflächen härter zu gestalten. In Bezug auf die Härte schließt sich die Lücke zwischen Kunststoff- und Glaslinsen immer weiter.

Es bleibt nur eine Brille: Zwei- und Mehrstärkengläser

Lästig wird es für viele Menschen im Alter, mit zwei Brillen zu hantieren. Sie benötigen eine für die Fern- und eine für die Nahsicht. In vielen Fällen lassen sich so genannte Mehrstärkengläser verwenden.

Beim Zweistärken- oder Bifokalglas handelt es sich um ein Brillenglas für die Ferne, das einen fast unsichtbaren Zusatzteil für die Nähe beisitzt. Die Dreistärken- oder Trifokalbrillen besitzen sogar drei verschiedene Zonen.

Ab dem 55. Lebensjahr sehen viele Menschen auch in einer Entfernung von einem halben bis einem Meter nicht mehr so gut, so dass sie ein Zwischenteil benötigen.

Die unterschiedlichen Zonen liegen so auf der Mehrstärkenbrille, dass der Blick automatisch in den Bereich fällt, den das Auge auch benötigt.

Schaut man beispielsweise auf ein entferntes Objekt, hebt man den Blick und schaut durch den oberen Teil der Brille. Beim Lesen senkt man ihn dagegen und kann in der vor einem liegenden Zeitung scharf lesen.

Nur wenn wir beim Gehen plötzlich auf ein Hindernis stoßen und nach unten schauen, etwa eine Treppenstufe, schaut man natürlich mit dem Teil der Brille, der eigentlich für die Nähe gedacht ist. Das Bild ist dann mehr oder weniger unscharf.

Viele Träger von Mehrstärkengläsern müssen sich erst an die Trennkanten der verschiedenen Sehzonen gewöhnen. Sie führen zunächst zu kleinen Bildsprüngen.
Nach kurzer Zeit haben sich die Augen jedoch daran gewöhnt und nehmen sie nicht mehr wahr.  

 

Keine Trennkanten: Gleitsichtgläser

Auch Gleitsichtgläser besitzen mehrere Sehstärken. Allerdings besitzen sie keine Trennkanten, sondern gleitende Übergänge. Deswegen die Bezeichnung „Gleitsicht“-Glas. Wie bei den klassischen Mehrstärkengläsern müssen sich die Augen an die neue Situation gewöhnen.

Außerdem entstehen am Rand unscharfe Bereiche, weil die Übergangszonen sehr eng sind. Wer also zur Seite schauen möchte, muss mit dem Kopf teilweise der Augenbewegung folgen. So bleibt man in der richtigen Sehzone der Gleitsichtgläser.

Für besondere Anforderungen, etwa spezielle Berufsgruppen, gibt es Sonderanfertigungen. Der Bereich für das Nahsehen kann dann auch oben liegen.


Aktuelle Meldungen

pixabay / stevepb
© pixabay / stevepb

15.07.2019

Sollte man bei gesteigerter körperlicher Aktivität mehr Kalorien zu sich nehmen?

Das Kalorienzählen ist eine der beliebtesten Methoden, um Gewicht zu verlieren. Angespornt von dem Gedanken, abzunehmen und sein körperliches Ideal zu erreichen, versuchen täglich Tausende Deutsche durch das Zählen und die Reduzierung der aufgenommenen Kalorien Gewicht zu verlieren.


pixabay / melancholiaphotography CC0
© pixabay / melancholiaphotography CC0

03.07.2019

Die richtige Pflege für ein gesundes Haar

Für die meisten Frauen sind die Haare ihr Heiligtum, aber auch für Männer werden ihre Haare immer wichtiger.


pixabay / Free-Photos
© pixabay / Free-Photos

21.06.2019

Barrierefreier Urlaub dank Persönlicher Assistenz

Sommer, Sonne, Sonnenschein. Die diesjährige Urlaubssaison ist in vollem Gange. Sei es ein erholsamer Abstecher an die heimische Küste oder ein aufregender Trip in weit entfernte Länder – in ganz Deutschland bereiten sich Reiselustige auf ihren wohlverdienten Sommerurlaub vor.


pixabay / whitesession
© pixabay / whitesession

20.06.2019

Knorpel- oder Meniskusverschleiß im Knie

Verschleißerscheinungen im Knie zählen zu den am häufigsten vorkommenden orthopädischen Problemen. Das liegt vor allem daran, dass sich die Probleme schleichend und unbemerkt entwickeln und das Knie als das größte Gelenk des menschlichen Körpers ausschließlich von Weichteilen zusammengehalten wird.


pixabay / rawpixel
© pixabay / rawpixel

15.06.2019

Trinkwasser: Ist Filtern sinnvoll?

In Deutschland ist Trinkwasser von höchster Qualität. Das zeigen Untersuchungen immer wieder. Es gibt derzeit kein anderes Lebensmittel in Deutschland, das so stark und intensiv kontrolliert wird, wie das Wasser, das über die Leitungen und Wasserhähne in den Gläsern der Deutschen landet.



Newsletter Abbonieren



Aktuelles Wetter



Wissen-Gesundheit im Netz

socials




loader