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RATGEBER - Rund ums Auge

Operationen gegen Fehlsichtigkeit: refraktive Chirurgie

Einige Patienten möchten gerne auf jegliche Sehhilfe verzichten, also weder Brille noch Kontaktlinsen tragen. Hier kann die so genannte refraktive Chirurgie helfen. Sie verbessert die Sehkraft dauerhaft, indem sie die Form der Hornhaut verändert oder eine neue oder zusätzliche Kunststofflinse einsetzt, die den jeweiligen Sehfehler korrigiert.

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Von der Möglichkeit, durch eine Augenoperation mit dem Laser die Sehleistung deutlich zu verbessern, mit der Aussicht, bei erfolgreichem Verlauf möglicherweise ganz auf eine Brille verzichten zu können, haben schon 82 Prozent der Brillenträger gehört. Diese Zahlen präsentierte das Kuratorium Gutes Sehen e.V.

Wenn das bei ihren Augen möglich wäre, würden 22 Prozent der Brillenträger so eine Laseroperation machen lassen. 57 Prozent sagen dagegen klar „Würde ich nicht machen lassen“.
Überdurchschnittlich groß ist das Interesse an einer solchen Laseroperation am Auge bei jungen Brillenträgern.

Eine Operation kommt aber nur in Frage, wenn die Fehlsichtigkeit stabil ist. Vor allem ersetzt sie nicht die Lesebrille, die man ab dem 40. Lebensjahr durch die nachlassende Verformbarkeit der Augenlinse benötigt.

Trotz hoher Genauigkeit gibt es Fälle, bei denen Brille oder Kontaktlinsen nicht völlig überflüssig werden. Möglicherweise wird eine erneute Operation nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Im Fall des kurzsichtigen Auges verringern Chirurgen die Brechkraft der Hornhaut, indem sie diese verdünnen. Bei der Weitsichtigkeit passiert genau das Gegenteil. Die Krümmung der Hornhaut wird erhöht, was die Brechkraft steigert.

Um eine Verkrümmung der Hornhaut zu behandeln, geben Chirurgen einzelnen Teilen eine neue Form. Sie machen sie gleichmäßiger, so dass sich klare und nicht verzogene Bilder auf der Netzhaut abbilden.

Vor jedem Eingriff untersucht der behandelnde Augenarzt das Auge genau. Mit dem Computer bestimmt er den Brechwert des Auges und zeichnet ein exaktes Oberflächenbild der Hornhaut auf.

Ob eine Operation in Frage kommt und welche Methode sich eignet, kann nur ein Augenarzt entscheiden. Er ist auch der richtige Partner bei der Frage, wie eine Operation finanziert wird.
Denn nicht jede Krankenkasse unterstützt diese Eingriffe oder kommt gar für die gesamten Kosten auf. Diese können pro Auge bei 1 500 Euro und mehr liegen.

Es gibt folgende Methoden der refraktiven Chirurgie:

LASIK: aufgeklappte Buchdeckel

LASIK (Laser insitu Keratomileusis) lässt sich mit „Laserabtragung im Inneren des Hornhautgewebes“ übersetzen.

Bei dieser in Deutschland verbreitetsten Methode der refraktiven Chirurgie betäubt der Augenarzt zunächst das
zu operierende Auge mit Tropfen, damit der Eingriff für den Patienten schmerzfrei verläuft.
Dann trennt er mit einem speziellen Gerät eine dünne Schicht der Hornhaut ab und klappt ihn wie einen Buchdeckel nach oben. Ein Laser bearbeitet die tiefer liegenden Hornhautschichten.

Bei Kurzsichtigkeit verdünnt er die zentrale Hornhaut. Bei Weitsichtigkeit trägt er ringförmig außen liegende Teile ab. Anschließend klappt der Operateur den Hornhaut-Buchdeckel wieder zurück.
Der Eingriff dauert in der Regel nicht länger als fünfzehn Minuten, hinterlässt keine Narben und erfolgt in örtlicher Betäubung mit Tropfen.

LASIK eignet sich für Kurzsichtigkeit bis maximal -12 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +6 Dioptrien und Hornhautverkrümmungen von maximal -3 Dioptrien.

Laut des Verbands für Spezialkliniken für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. haben sich allein im Jahr 2002 rund 100 000 Bundesbürger mit dem LASIK-Verfahren operieren lassen.

PRK: ohne aufgeklappte Buchdeckel

Die seit 1989 angewendete PRK (Photorefraktive Keratektomie) unterscheidet sich wesentlich von der LASIK.

Es wird keine Hornhautschicht geschnitten und (wie ein Buchdeckel) zurückgeklappt. Es wird nur die oberste
Schicht - das so genannte Epithel - entfernt und
anschließend die Laserbehandlung durchgeführt.

Sie eignet sich für Kurzsichtigkeit von -1 bis -6 Dioptrien und Weitsichtigkeit bis maximal +4 Dioptrien. Eine Hornhautverkrümmung korrigiert sie bis zu -2 Dioptrien.

Ein wichtiger Nachteil sind die starken Schmerzen nach der Operation.

LASEK: dünner Buchdeckel

Eine Kombination aus LASIK und PRK bildet das
LASEK-Verfahren (Laser Epithelial Keratomileusis). Auch hier trägt ein Laser Hornhaut ab, um eine höhere Sehschärfe zu erreichen.

Anders als bei der LASIK-Methode klappt der Operateur nur die oberste Schicht - das Epithel - der Hornhaut wie einen Buchdeckel hoch.
Es muß hierbei jedoch nicht geschnitten werden. Anschließend klappt der Chirurg den Deckel wieder zurück.

Die Patienten tragen für einige Tage eine therapeutische Kontaktlinse, um die natürliche Heilung zu fördern.

Der Korrekturbereich der LASEK liegt ähnlich wie der Bereich der PRK. Das Verfahren bietet sich besonders für Patienten an, deren Hornhaut für einen LASIK-Eingriff nicht die erforderliche Dicke aufweist.

Eine Weiterentwicklung der LASEK stellt die Epi-LASIK dar, bei der das Epithel mit einem speziellen Hobel abgetragen wird.

Im Vergleich der drei Verfahren lässt sich sagen: LASIK führt zu geringeren Schmerzen über einen kürzeren Zeitraum als LASEK.
Beide Verfahren vertragen die Patienten aber besser als die PRK. Das gleiche gilt für das Sehvermögen: Es erholt sich bei der LASIK besonders schnell.  

Hornhaut: Die Zwiebel nutzen

Beim so genannten Hornhautring reicht ebenfalls eine örtliche Betäubung aus. Er behebt nur eine Kurzsichtigkeit bis -4 Dioptrien.
Die Methode macht sich zu Nutze, dass die undurchblutete Hornhaut aus Schichten besteht, ähnlich wie eine Zwiebel.

Ein spezielles Gerät, das wie ein Korkenzieher funktioniert, bohrt zwei halbkreisförmige Löcher zwischen zwei Schichten.
In diese setzt der Chirurg zwei durchsichtige Halbringe aus Kunststoff ein. Sie heben die Hornhaut im äußeren Bereich nach oben, ihre Mitte flacht sich ab. Die Brechkraft ändert sich. Anschließend vernäht der Augenarzt die beiden Löcher.

Vorteil dieser Methode: Bei Bedarf lassen sich die Ringe wieder entfernen. Eine Laserbehandlung lässt sich
dagegen nicht rückgängig machen. Nachteil: Die Ringe beheben nur geringe Kurzsichtigkeit.

Es liegen noch keine Langzeitergebnisse vor. Und ein nah stehender Betrachter sieht die Kunststoffringe.

Künstliche Linsen: auch bei starker Fehlsichtigkeit

Die Methode der künstlichen Linsen eignet sich nur für Patienten, die für LASIK oder die PRK nicht in Frage kommen.

Sie wenden Augenärzte auch bei starker Kurzsichtigkeit von -10 bis -20 Dioptrien und bei Weitsichtigkeit von +4 bis +8 Dioptrien an.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von künstlichen Linsen: Hinterkammer- und Vorderkammerlinsen.

Die künstliche Linse der Hinterkammer setzen Augenärzte, wie der Name schon sagt, in die Hinterkammer des Augapfels ein. Die körpereigene Linse behält ihre Fähigkeit, sie auf nahe liegende Objekte scharf zu stellen.

Die Vorderkammerlinse setzten Operateure zwischen der Hornhaut und der Iris ein. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Die Linse wird mit kleinen Bügeln abgestützt oder an der Regenbogenhaut (Iris) festgeklemmt.
Die Operation erfolgt meist in Vollnarkose und dauert in der Regel nicht länger als zwanzig Minuten.

Brillen, Kontaktlinsen und refraktive Chirurgie lösen nicht jedes Sehproblem. Sie können nichts ausrichten gegen Funktionsausfälle, die im Bereich des Sehnerven oder der Netzhaut entstehen.
Zerstörte Sinneszellen und Sehnervenfasern vermag kein Medikament und keine Operation wieder herzustellen.

Trotz der großen Fortschritte in der Augenheilkunde sind auch ihr leider Grenzen gesetzt. Dennoch kann der Augenarzt den Betroffenen mit speziellen optischen Hilfsmitteln das Schicksal erleichtern.


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