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RATGEBER - Rund ums Auge

Kein harmloser Silberblick: Schielen

Augenärzte sprechen von Schielen (Strabismus), wenn es Betroffenen nicht gelingt, beide Augen parallel auf dasselbe Objekt zu richten. Diese Fehlstellung tritt dauerhaft oder gelegentlich auf.
Meistens leiden bereits Kleinkinder unter den Symptomen.

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Fachleute schätzen, dass es in Deutschland jedes zehnte Kind trifft. Laut Berufsverband der Augenärzte schielen vier bis fünf Millionen Bundesbürger.

Kinder bevorzugt

Beim Schielen handelt es sich nicht nur um ein kosmetisches Problem. Unbehandelt droht das schielende Auge schwachsichtig zu werden.

Außerdem leiden besonders Kinder darunter, wenn ihre Mitschüler sie hänseln. Eltern sollten daher den Silberblick nicht verniedlichen, sondern frühzeitig eine ärztliche Behandlung ermöglichen.

Je früher das Schielen auftritt und je später es ein Augenarzt behandelt, desto schwerer ist die drohende Sehbehinderung.

Augenärzte unterscheiden zwei Arten des Schielens:

  • Bei der am weitest verbreiteten Form, dem Begleitschielen, besteht die Krankheit seit Geburt oder den ersten Lebensjahren.
  • Das Lähmungsschielen erwerben die Betroffenen, zum Beispiel durch einen Unfall.

Wie bereits erwähnt, sehen beim Schielen die beiden Augen nicht parallel auf einen Gegenstand oder eine Person. Um den Raum richtig wahrzunehmen, müssen unsere Augen in dieselbe Richtung schauen.

Geschieht dies nicht, entstehen zwei unterschiedliche Bilder. Diese stören das räumliche Sehen. Eigentlich müssten Schielende immer Doppelbilder sehen.

Das Gehirn verhindert dies jedoch bei Kindern. Es unterdrückt die Seheindrücke des betroffenen Auges. Dieses verliert mehr und mehr die Fähigkeit zum Sehen.
Das gesunde Auge dominiert. Es entwickelt sich mit der Zeit eine Sehschwäche eines sonst gesunden Auges.

Fachleute nennen sie Amblyopie. Unbehandelt bleibt sie das ganze Leben bestehen. Nach dem siebten Lebensjahr fällt eine Korrektur sehr schwer oder ist gar nicht mehr möglich.

Bei Erwachsenen stellt sich ein ganz anderer Mechanismus ein. Der Schielende versucht seinen Kopf so zu drehen oder zu neigen, dass er die Doppelbilder ausgleicht. So kann ein Schiefhals entstehen, eine äußerst schwierig zu behandelnde Erkrankung.

Da Schielen in einigen Familien gehäuft auftritt, lässt sich darauf schließen, dass die Eltern die Veranlagung vererben. Auch bestimmte Erkrankungen oder Verletzungen erhöhen das Risiko. Folgende Alarmzeichen lassen an Schielen denken:

  • Lichtempfindlichkeit
  • Augentränen
  • Zukneifen der Augen
  • Verstimmung oder Reizbarkeit
  • Chronische Lidrandentzündungen
  • Schiefe Kopfhaltung und ungeschickte Bewegungen

Grundsätzlich raten Augenärzte, bereits im Vorschulalter die Augen eines Kindes untersuchen zu lassen.

Tipp:

Einen Selbsttest, der zeigen kann, ob ihr Kind schielt, finden Sie hier:

Der Silberblick ist kein Schönheitsfehler, sondern kann zu ernsten Sehfehlern führen. Bei nicht zu kleinen Abweichungen können Sie beim Baby das Schielen so erkennen:

  • Stellen Sie sich mit dem Rücken zum Fenster oder unter eine Deckenleuchte.
  • Halten Sie Ihr Kind so vor sich, dass seine Augen zum Licht gerichtet sind.
  • Sie sehen jetzt auf der Hornhaut beider Augen kleine Spiegelbilder des Fensters oder der Deckenleuchte. Die Spiegelbilder müssen in beiden Augen bei der richtigen Augenstellung etwa an derselben Stelle liegen.

Ist ein Spiegelbild verschoben, also zur Seite versetzt, teilen Sie Ihrem Augenarzt unverzüglich Ihre Beobachtung mit.

Nützliches Pflaster

Die Therapie dauert lange und erfordert von Eltern und Kind viel Geduld und Disziplin.

Verursacht Weitsichtigkeit den Silberblick, hilft oft schon eine Brille. Auch die Sehschule beim Augenarzt unterstützt die Behandlung.

Bei der so genannten Okklusionsbehandlung klebt man ein Pflaster auf das gesunde Auge. Dies trainiert das schielende Auge.

Auch eine Operation an den äußeren Augenmuskeln kann die Fehlstellung korrigieren. Jedes zweite Schielkind muss sich ihr unterziehen.  


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