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RATGEBER - Schmerztherapie

Seelische Schmerzen

Hinter dem Begriff „seelischer Schmerz“ verbirgt sich der große Bereich der Psychosomatik, also einem Zusammenhang zwischen Psyche und Körper.

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Während die Wissenschaft sich noch darüber gestritten hat, ob es diesen Zusammenhang wirklich gibt – mittlerweile weiß man das und kann es auch biochemisch erklären – wusste es der Volksmund schon lange und hat es auch ausgedrückt mit den Formulierungen „das macht mir Kopfzerbrechen“, „es geht mir an die Nieren“ oder „das macht mir Bauchschmerzen“.

Symptome

Prinzipiell können Schmerzen im Bereich des gesamten Körpers auftreten, wobei der Kopf, der Bauch und das Herz besonders betroffen sind.

Der Kopfschmerz ähnelt dabei besonders dem Spannungskopfschmerz, aber ein Ereignis, welches unsere Psyche belastet, kommt auch als Auslöser für einen Migräneanfall in Frage.

Der Schmerz im Bereich des Herzens wird als dumpf und drückend bezeichnet, im Unterschied zum Brustschmerz bei Herzkranzgefäßverengung bessert sich der Schmerz unter körperlicher Belastung. Die Bauchschmerzen werden oft als Verdauungsstörungen, sprich Blähbauch, bezeichnet.

Ursachen

Hier spielen Ereignisse eine Rolle, die die Psyche, die Seele oder den Geist belasten. Es kann sich dabei um in den Augen anderer schwerwiegende Ereignisse handeln wie z. B. ein Todesfall aber auch Probleme am Arbeitsplatz (z. B. Mobbing) oder auch ganz banale tägliche Ereignisse wie z. B. bevorstehende Prüfungen oder Liebeskummer.

Welche Situation oder welches Ereignis einen Menschen wie stark belastet, hängt zum einen vom Alter ab (so bekommt ein kleines Kind Bauchschmerzen, wenn man ihm den Ball abnimmt) aber auch von der Persönlichkeitsstruktur, sprich Sensibilität. Eine Ursache wird oft vergessen, nämlich eine Fehlfunktion der Schilddrüse, die leicht abzuklären ist durch eine einfache Blutuntersuchung beim Hausarzt.

Therapie

An erster Stelle stehen hier sicherlich die Entspannungsübungen wie z. B. Autogenes Training, Muskelrelaxation nach Jacobson, Tai Chi oder Qi Gong und das (Aus-)Sprechen über belastende Situationen mit einem guten Freund, dem Partner, dem Pfarrer, dem Arzt oder dem Psychotherapeuten. Hier kommt es vor allem auf verständnisvolles Zuhören an.

Je nach Beschwerdebild und Ausgangslage kommen auch psychotherapeutische Verfahren in Frage wie z. B. Hypnose oder Verhaltenstherapie.

Medikamentös kommen vor allem in Frage die so genannten nicht süchtig machenden Antidepressiva auf pflanzlicher (z. B. Johanniskraut) oder synthetischer Basis.

Sehr hilfreich sind oft auch regelmäßige sportliche Betätigungen (sich den Frust von der Seele laufen) oder aber dass man einfach mal eine „Aus-Zeit“ nimmt zu Hause oder an einem anderen schönen Ort, und es kann von Fall zu Fall auch notwendig werden der Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik.

Klassische Irrtümer

Es ist ganz wichtig, den seelischen Schmerz genau so ernst zu nehmen wie die Gallenkolik oder den Migräneanfall. Wichtig ist auch hier eine exakte Abklärung und dann die entsprechende Therapie.

Der Mensch, dessen Körper auf Probleme des täglichen Lebens mit körperlichen Schmerzen reagiert, ist kein Hypochonder, kein Simulant, sondern es handelt sich dabei um eine normale (physiologische) Reaktion unseres Organismus, wobei diese Schmerzen genau so wie z. B. der Zahnschmerz eine Funktion haben, nämlich dem betroffenen Menschen zu signalisieren, etwas zu unternehmen, zu ändern.

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