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RATGEBER - Selbstmedikation

Immer mehr Selbstmedikation im Gesundheitswesen

Warum gibt es immer mehr Selbstmedikation im Gesundheitswesen? Warum der Arzt über alle Medikamente informiert sein muss, die seine Patienten einnehmen!
Dieser Tage war ich seit längerer Zeit mal wieder in einer Apotheke, um mir ein bestimmtes Medikament zu kaufen.

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Es war voll an diesem Samstagvormittag, ich musste warten und bekam – ob ich wollte oder nicht – zahlreiche Gespräche mit, zwischen Kunden – teilweise waren es auch Patienten – und dem Apotheker und seinem Personal.

So manchmal hat es mich schon gereizt, mich an dem einen oder anderen Gespräch zu beteiligen, aber ich beschränkte mich aufs Zuhören und war damit also ein ganz normaler Apothekenbesucher.

Da war eine junge Frau mit einem Kinderwagen, die viel Informationen in Papierform aus dem Internet mitgebracht hatte und jetzt von dem jungen Mädchen in der Apotheke mit dem vertrauenserweckenden weißen Kittel wissen wollte, wie sie ihr eigenes Immunsystem und das ihrer Familie am besten schützen könnte.
Es entwickelte sich eine lange Diskussion, da jede Auskunft der Apothekenhelferin kommentiert wurde mit einem „ja, aber hier steht doch…“.

Daneben stand eine sehr aufgeregte ältere Dame, die unbedingt Brennnesseltee wollte, sich aber nicht entscheiden konnte welche Menge und sich wohl auch nicht so ganz sicher war, ob dieser Brennnesseltee gesund ist und ob er für sie das Richtige sei.
Auch hier wurden die Fragen immer gezielter, so dass die Apothekenhelferin ihre liebe Mühe hatte zu antworten und schließlich genervt ihren Chef, den Apotheker, um Hilfe bat.

Etwas weiter von mir entfernt konnte ich teilweise nur Wortfetzen mitbekommen, wie zum Beispiel Rheumasalbe, Cayennepfeffer, Teufelskralle, Ginkgo Biloba und Johanniskraut. Als ich mich gerade wunderte, dass niemand nach Nebenwirkungen fragte, hörte ich den Satz „…. aber von der Pestwurz habe ich doch jetzt gelesen, dass sie der Leber schaden soll….“

Schließlich war ich an der Reihe, bekam mein Medikament, bezahlte und verließ sehr nachdenklich die Apotheke. Die Frage „welche Medikamente nehmen Sie denn sonst noch ein?“ hatte ich übrigens kein einziges Mal gehört, was wahrscheinlich Zufall war, aber sie muss, liebe Leserinnen und Leser, auf jeden Fall in der Apotheke gestellt werden oder noch besser, Sie nehmen Ihren Medikamentenplan mit in die Apotheke und legen diesen dort vor.
So können Sie sicher sein, dass man Sie entsprechend berät, weil nämlich die Wirkstoffe - auch wenn es nur pflanzliche sind - sich unter Umständen nicht mit den Wirkstoffen Ihrer vom Arzt verordneten Dauermedikation vertragen.

Ein Beispiel: Sie kaufen sich ein „harmloses Mittel“ gegen Ihre Wetterfühligkeit. Mit einem klangvollen Fantasienamen, der Wirkstoff ist Acetylsalicylsäure. Was Sie nicht wissen, dass dieser Wirkstoff sich ebenfalls in Ihrem Herzpräparat befindet, Ihren Kopfschmerztabletten und in Ihrem Rheumamittel.
Von Ihrem Hausarzt wissen Sie zwar, dass Sie nur das Herzpräparat regelmäßig nehmen sollen und die beiden anderen Mittel nur bei Bedarf, aber die Wetterfühligkeit ist ja fast täglich zu behandeln und schon kann es zu einer Überdosierung mit Acetylsalicylsäure kommen, mit der gefährlichen Nebenwirkung von Magen-Darm-Blutungen. Solche Beispiele gibt es viele, deshalb muss Ihr Hausarzt einfach wissen, welche Medikamente Sie noch zusätzlich einnehmen. Auch Ihre (Haus-) Apotheke sollte dies wissen.

Zurück zu meinem Apothekenerlebnis. Ich hatte hautnah mitbekommen, welche wichtige Rolle die Selbstmedikation spielt. Kein Wunder bei dem Sparzwang im Gesundheitswesen und der verstärkten Aufklärung und Werbung in den Medien, schoss es mir durch den Kopf.
Warum soll sich denn der Patient lange in mein Wartezimmer setzen, um dann schließlich von mir die Auskunft zu bekommen, dass er sich dieses und jenes Medikament, zum Beispiel gegen seinen Heuschnupfen, selbst kaufen muss.

Egal wo man heute hinschaut oder hinhört, sei es im Rundfunk, Fernsehen oder Zeitschriften, überall ist von Vorbeugung gegen Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Erkältung und auch Krebs die Rede. Die Empfehlungen reichen von Vitaminen, Mineralstoffen, Nahrungsergänzungsmitteln über Sauerstofftherapien, Magnetfeldbehandlungen bis hin zu Aufenthalten in Spezialkurkliniken. Für jeden Geldbeutel scheint etwas Passendes dabei zu sein. In der Regel werden diese Leistungen von normalen Krankenkassen nicht bezahlt.

Aber, mündiger Patient hin, mündiger Patient her, ist er nicht in diesem Dschungel, der da heißt Gesundheitsförderung oder -vorbeugung überfordert?
Hier muss der Hausarzt den Weg durch den Dschungel zeigen, da einerseits bei der vorbeugenden Selbstmedikation viel eben nicht automatisch viel hilft, sondern eher schadet und andererseits gerade die Selbstdiagnose und -behandlung schief gehen kann, in dem nämlich Krankheiten verschleppt werden und die richtige Therapie versäumt wird.

Ärzte müssen ihre Patienten beraten, welche Mittel bei Kopfschmerzen, Erkältung oder Durchfall genommen werden und auch welche Präparate zur Vorbeugung und Stärkung der Gesundheit geeignet sind.

Vom Arzt muss auch die Verträglichkeit mit den Dauermedikamenten gegen zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes usw. geprüft werden. Diese ganzen Mittel besorgt sich der Patient dann auf eigene Rechnung in der Apotheke, idealerweise kennt der Hausapotheker ebenfalls die Dauertherapie seines Kunden und kann ihn auch entsprechend beraten.

Zu Hause angekommen war ich nach meinem Apothekenbesuch und den anschließenden Gedanken dann doch wieder mit mir und meiner Medizinwelt im Reinen.
Für Sie, liebe Leserinnen und Leser, komme ich zu folgendem Fazit: Die Selbstmedikation zur Behandlung von Beschwerden und zur Vorbeugung ist wichtig. Sie kann zwar von den gesetzlichen Krankenkassen unter den derzeitigen Bedingungen nicht übernommen werden, trotzdem gehört sie in die fachkundigen Hände Ihrer Hausärztin/Ihres Hausarztes, damit nicht aus dem Nutzen für Ihren Körper Schaden wird.


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