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RATGEBER - Reisekrankheiten

Rund um die Zecke

Zecken sind weltweit allgegenwärtige Spinnentiere, die mehrere Erkrankungen darunter FSME und Borreliose übertragen können. Was sich ausbreitet sind Risikogebiete mit FSME-infizierten Zecken. Das Robert-Koch-Institut gibt aktuell 6 neue Risikogebiete bekannt, sodass insgesamt 96 Stadt- und Landkreise in Deutschland offizielle FSME-Risikogebiete darstellen.

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Zecken mögen eine hohe Feuchte und Temperaturen ab etwa 10 Grad, dann werden diese aktiv. Durch die milden Winter der vergangenen Jahre konnte die Zeckensaison zeitlich ausgedehnt werden.
Auch für die räumliche Ausdehnung der FSME-Endemiegebiete machen Wissenschaftler globale Klimaveränderungen verantwortlich.

Wir beobachten jedoch nicht nur eine Ausdehnung der Risikogebiete von Süddeutschland in Richtung Norden, auch bei unseren nördlichen Nachbarn gibt es sich ausdehnende FSME-Risikogebiete. In den letzten Jahren hat sich die dänische Insel Bornholm zu einem Hochendemiegebiet entwickelt. Auch Südschweden zeigt wachsend zahlreiche Risikogebiete auf.

Zecken als Überträger (Vektoren) der FSME-Erkrankungen benötigen für ihre Entwicklung von der Larve über die Nymphe zur erwachsenen (adulten) Zecke eine Blutmahlzeit. Opfer sind die natürlichen Wirte, Kleinsäuger wie Mäuse, Igel, Wildtiere etc. Die milden Winter der letzten Jahre führten zu geringen Verlusten unter den Kleinsäugern, was die Vermehrung der Zecken wiederum begünstigt haben könnte.

Eine Zecke beißt nicht, sondern hat stechende Mundwerkzeuge. Da die Zecke bei ihrem Stich u.a. ein schmerzstillendes Mittel in die Wunde injiziert, wird die von ihrem Opfer zumeist nicht bemerkt. Deshalb sollte man sich nach einem Aufenthalt in der Natur auf Zecken absuchen.

Die Zecke sollte mit einer Zeckenschlinge oder Zeckenzange vorsichtig entfernt werden. Keinesfalls sollte mit dem Finger die Zecke entfernt werden, da dann der Hinterleib der Zecke gequetscht wird und somit Krankheiterreger in die Wunde gedrückt werden. Auch UHU, Nagellack, Öl etc. sind nicht geeignet (Reizung!), da die Zecke im Todeskampf speit und Krankheitserreger in die Wunde abgibt.

Eine Borreliose äußert sich oft zu Beginn mit einer Rötung um die Einstichstelle. Dieses sogenannte Erythema migrans (Wanderröte) kann jedoch in fast der Hälfte der Fälle fehlen, sodass die Borreliose erst an den Krankheitssymptomen erkannt wird. Idealweise wurde die Zecke verwahrt und kann nun in einem molekularbiologischen Labor auf Borrelien untersucht werden. Eine Infektion kann einfach und sicher mit Antibiotika therapiert werden.
Eine vorsorgliche Antibiotikum-Gabe nach Zeckenstich wird allgemein nicht empfohlen. Denn:

  1. Es sind nicht alle Zecke mit Borrelien infizert, es kommt also oft nicht zu einer Infektion. Seriöse Experten gehen davon aus, dass pro Jahr nur 23 von jeweils 100.000 Menschen angesteckt werden.
  2. Die Zeckensaison erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Würde jeweils ein Antibiotikum bei jedem einzelnen Zeckenstich auf Verdacht verordnet, würde dieses bei manchem Naturfreund oder beruflich Exponierten zu einer Dauermedikatation führen. Die Risiken sind nicht kalkulierbar und die Kosten würden unser Gesundheitssystem schwer belasten
  3. Durch die breite Anwendung von Antibiotika werden zunehmend Resistenzen bei den Erregern erzeugt. Im Notfall, also im Fall einer Erkrankung, wird somit die antibiotische Therapie unwirksam bzw. erschwert.
FSME-Erkrankungen sind außerhalb der ausgewiesenen Risikogebiete zwar möglich, jedoch beschränken sich diese auf Einzelfälle. Die FSME-Impfung ist entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle wichtig, die sich in einem FSME-Risikogebiet in der Natur aufhalten und mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Dazu zählen spielende Kinder, Jogger und Radfahrer ebenso wie Forstarbeiter und andere beruflich Exponierte. Die Impfung ist ab 1 Jahr zugelassen. Eine obere Altersgrenze gibt es nicht.

Die neuen FSME-Impfstoffe sind hoch wirksam und gut verträglich. Als Reaktionen kann es zu leichten lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung etc.) kommen. In seltenen Fällen, vor allem nach der ersten Impfung, kann es zu grippeähnlichen Symptomen, wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheit kommen. Die Symptome klingen rasch wieder ab, meist innerhalb von 72 Stunden. Achten Sie bei der Wahl ihres Impfstoffes darauf, dass möglichst wenig Hilfsstoffe wie Konservierungsmittel oder humanes Serumalbumin (HSA) enthalten sind.

Mehr zu diesem Thema finden sie auch unter "FSME ".

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