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RATGEBER - Sex & Körper

Sex trotz Behinderung

Wenn man auf sexuelle Wünsche keine oder wenig Resonanz erhält, beginnt man zwangsläufig, sich anderen gegenüber minderwertig zu fühlen. Dies kann dazu führen, dass man den eigenen Körper zunehmend ablehnt, es entsteht eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Äußeren. Einen körperlichen Makel nimmt man wie durch eine Lupe vergrößert wahr. Die tatsächliche Größe des ‚Makels’ oder einer Behinderung spielt dabei nicht die entscheidende Rolle.

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In diesem Stadium beginnt der Umgang mit der verhinderten Sexualität zu entgleisen. Indem man sich selbst als unwert empfindet, entwickelt man sogar ein scheinbares Verständnis für die vermeintlich (!) ablehnende Haltung der anderen. Ganz nach dem Motto „Ich würde mich auch nicht begehren!“ entwickelt der Betroffene Selbstbezichtigungen und Schuldgefühle. Dies kann bis hin zu einer Todessehnsucht führen, die sich zum Beispiel in selbst verursachten Unfällen entlädt.

Auch körperlich macht sich eine verhinderte Sexualität mit der ganzen Palette psychosomatischer Beschwerden bemerkbar. Dazu zählen Verspannungen sowie diverse unspezifische Beschwerden; bei Frauen ist es häufig eine besonders starke oder eine ganz ausbleibende Periode oder Migräne. Spätestens jetzt, wenn sich das Leiden unter dem sexuellen Verzicht körperlich darstellt – in der Medizin heißt es, es somatisiert sich –, funktioniert die normale Kontaktaufnahme nicht mehr. Zwischenmenschliche Signale werden nicht mehr richtig erkannt. Entweder ist das Selbstbewusstsein schon so angeschlagen, dass man auch jede zufällige Bemerkung und sogar positiv gemeinte Anzeichen als ablehnend deutet. Oder man lehnt selbst Kontakte von vornherein ab, weil man glaubt, sie nicht ertragen zu können.

Bei Menschen, die von Geburt an oder von klein auf pflegebedürftig sind, kommt noch eine durch die Krankheit gestörte Selbstentwicklung hinzu. Ein wichtiger Schritt während des Reifeprozesses in der Pubertät ist ja das Abkapseln und Alleinsein. Man fühlt sich von allen unverstanden, erträumt Romanzen mit einem unerreichbaren Popstar oder möchte am liebsten auf einem einsamen Bauernhof oder in einem buddhistischen Kloster leben. In diesen Phasen trennt man sich innerlich von seiner Kindheit, erlebt seine eigenen Emotionen und Wünsche und festigt dadurch sein Selbst als Frau oder Mann.

Wenn aber sich und seinen Körper nie vor anderen entziehen kann, weil man immer auf die pflegenden Handgriffe angewiesen ist, wird der Reifungsprozess gestört. In der Entwicklungspsychologie ist bekannt: Wer in der Pubertät den Sprung zum Erwachsenwerden nicht schafft, flüchtet oft in ein kindliches Verhalten zurück. Es findet eine Regression anstelle einer Initiation statt. Der Vorteil für die betroffene Person: Sie entzieht sich dem Vergleich mit Gleichaltrigen und muss sie nicht als Konkurrenten betrachten – ein Verhalten, das natürlich der Angst entspringt, dem Vergleich sowieso nicht standhalten zu können.

Liebesdienste bei körperlichen Schwierigkeiten

Folgende Möglichkeiten kommen für Sie in Betracht, wenn es für Sie – körperlich gesehen – auf dem normalen Wege schwierig ist, zu einem sexuellem Kontakt zu kommen.

Selbsthilfe- oder Selbsterfahrungsgruppe. Hier können körperlich Behinderte offen über ihre Sexualität reden. Die Mitglieder der Gruppe versuchen gemeinsam, die Muster im Kopf wieder zurechtzurücken, denn oft ist es nicht der Rollstuhl, sondern die eigene negative Einstellung, die neue körperliche Kontakte schwierig machen. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist auch deshalb wichtig, um sich über konkrete Hilfsangebote und Tipps wie zum Beispiel die zur Selbstbefriedigung auszutauschen.


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